Dämmung obere Geschossdecke

26.12.2010



Ich habe ein Haus Baujahr 1982 gekauft.
Das Dach ist wie folgt aufgebaut.
Dachziegeln, Dachfolie, Lüftung, alukaschierte Mineralwolle, ungeheizter und nicht ausbaubarer Spitzboden, obere Geschossdecke aus Beton (mit am RAnd des Betons verlaufender Holzfette)
Bei der Begehung des noch zu kaufenden Hauses schlug mir ein Energiefachmann vor, die obere Geschossdecke zu isolieren.
Auf Vorschlag aus dem Baumarkt "Bauhaus" beabsichtige ich folgendes (von unten nach oben):
1. Verlegung einer Dampfsperre
2. 10 cm Styropor
3. Laminat (weil es wegen der Größe leicht durch die Dachlauke zu transportieren und zu Verlegen ist) oder Spannplatte oder OSB-Platte

Jetzt meine Fragen:
1. Kann ich bei geringer Beanspruchung des Dachbodens Laminat unmittelbar auf Styropor verlegen ?
2. Ist eine Dammpfsperre zum Schutz des Laminats erforderlich, es handelt sich ja faktisch um eine Außendämmung.
3. Der Bearbeiter aus dem Baumarkt meinte, bei der Verlegung des Bodenbelags müsse ein Abstand zum Rand (Mauerwerk) eingehalten werde. Entsprechend werde auch die Dampfsperre am Rand einfach abgeschnitten. Dadurch könne auch am Rand Restfeuchte entweichen. Ist diese Aussage richtig? Muss eine Dampfsperre nicht immer absolut luftdicht sein? Welche Auswirkung hätte eine Dampfsperre auf 2 Ständerwerken auf dem Beton, auf denen das Dach steht.
Mfg
Franz Meyer



Dachdämmung



Falls diese Aussagen so vom Baumarktmitarbeiter gekommen sind, dann muß das ein völliger Ignorant hinsichtlich Dämmung gewesen sein. Genausogut hätte er eine Diabetikerschulung halten können.
Eine Dampfsperre gehört immer auf die warme Seite.
Bei einer monolithischen Decke sehe ich das Problem allerdings nicht so gravierend. Die Diffusionswiderstandszahl von Beton liegt zwischen 70 und 150, bei der Deckenstärke ist das praktisch schon eine Dampfsperre.
Wenn der Bodenraum als Wohnraum genutzt werden soll, ist eine Deckendämmung überflüssig.
Falls es darum geht, das zu beheizende Volumen des Gebäudes zu verringern, empfehle ich Ihnen Dämmatten zu verwenden.
Am besten zu Verarbeiten sind Weichholzfaserplatten mit eingearbeiteten Nuten für Traglattung. Als Belag eignen sich einfache Bretter.
Wenn Sie keinen Wert auf vollständige Begehbarkeit wünschen, genügt eine Auflage von 100 mm Mineralwolle- Dämmkeilen aus. Zur Begehung kann man einen Laufsteg aufständern.
Warum kein Schaumpolystyrol:
Keine Betondecke ist völlig eben. PS- Platten mit dichten Fugen zu verlegen ist praktisch unmöglich. Die Platten werden auf der unebenen Decke kippeln, die Fugen klaffen. Beim Verlegen des Laminates haben Sie die gleichen Probleme.
Wenn Sie einen anständigen Fußboden für Aufenthaltsräume mit sporadischer Nutzung haben wollen:
Trockenschüttung
Trockenestrich mit aufkaschierter Dämmlage
dann von mir aus Laminat.
Vergessen Sie nicht die Luke zum Dachboden anständig zu dämmen und zu dichten!

Viele Grüße



ich stimme da zu



Ich stimme da zu:

Die Dampfsperre ist sicher nicht zum Schutz des Laminats notwendig. Sie gehört - wenn überhaupt - immer auf die warme Seite.

Die kalte Seite soll - nein, muss! - diffusionsoffen sein.

Ich frage mich, ob Laminat da die bestgeeignetste Oberschicht ist. Bei mir ist's ein locker (mit Spalten) verlegter Dielenboden. Da braucht die "Restfeuchte" (er meint wohl: Kondenswasser) nicht an der Seite weg, sondern kann nach oben weg.

Kondensfeuchte bildet sich immer auf der kalten (Ober-)Seite. Es ist wichtig, dass die da weg kann, sonst wird alles feucht.

Gruss
stt