Decken abhängen bzw. dämmen

08.12.2010 Rico



Hallo an alle:-)

ich hab da mal eine Frage an euch!
Ich habe vor in meimen Elternhaus die Obergeschossdecke zum kalten und nicht ausgebautem Dachboden zu dämmen.

Mein erst gedanke war erstmal die Decken abzuhängen da wir 2,80 Raumhöhe haben und somit viel Raum heizen den man ja nicht nutzen kann. Worauf muss ich achten wenn ich eine Dämmung(Mineralwolle) ein bringe zwischen die alte Decke und der abgehängten Decke?
Und als nächsten Schritt wollte ich auf dem Dachboden die alten Dielen herausnehmen da diese auch kaputt sind und die alte Füllung entfernen. Diese Füllung besteht aus Spreu, Schlacke usw. und dann eine Einblasdämmung aus Zellulose einbringen. Macht das sind? muss da eine Dampsperre oder Dampfbremse eingebracht werden? Der Dachboden soll mal ausbeaut werden aber in noch nicht absehbarer Zeit da erst das Dach neu werden muss.

Noch paar Fakten es handelt sich um eine Holzbalkendecke und das Haus ist ca 180 Jahre alt und ein Bruch-Sandsteinbau


Würde mich über eure Meinung bzw Vorschläge freuen:-)

MfG
Rico



Rico



Die Dampfbremse muss immer auf die warme Seite einer Dämmung, also eigenlich zwischen deine neue Decke und der geplanten MiWo. Bei Zellulose kann man sich das zwar sparen, wenn man eine feste Dampfbremse in Form von OSB oder Fermacell als Decke einbaut. Wichtig sind aber auch alle Wandanschlüsse. Eine Bremse von über über die Balken ist technisch nie fehlerfrei zu verlegen. Lasse den Zellulosebläser vor Ort kommen und das ganze in einer Einheit planen. Vielleicht kann man die Füllung auch in der Decke lassen und nur die Unterdecke ausblasen - aber wie gesagt, Beratung vor Ort.





Hallo Rico,

das würde ich nicht so machen. Der Taupunkt wird mit solch einer Maßnahme tiefer in die Deckenkonstruktion gezogen.

Ich mutmaße Deinen Deckenaufbau etwa so:

1. Innenputz auf
2. Schilfrohrmatte oder Hölzern
3. Luftraum
4. Schwarten oder Staken mit Lehmglattstrich
5. darauf die benannte Schüttung
6. Dielenlage

Einerseits kann Feuchtigkeit aus der Raumluft bei Undichtigkeiten in die Konstruktion gelangen, auf der anderen Seite kann Feuchte Außenluft in die dann kältere Konstruktion eindringen, ausfallen und dürfte aufgrund der fehlenden Erwärmung des Bauteils länger in diesem verbleiben als bisher. Die besonders gefährdeten Bereiche sind jeweils unter den Bretterlagen (Lage 4 und 6).

Wenn Du unbedingt etwas machen möchtest, bietet es sich an dies von oben zu tun. Von der Mineralwolle solltest Du dich in einem solchen Gebäude verabschieden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Holzbalkendecken und der Trittschallschutz



Bei der von Ihnen beschriebenen 180 Jahre alten Holzbalkendecke ist mit der geplanten Dämmung auch der Trittschallschutz zu berücksichtigen.

Eine gute Schalldämmung, besonders bei Wohnungstrennenden Geschossdecken sollte daher bei allen baulichen Maßnahmen bedacht werden. Mineralwolle und Zellulose als Einschubersatz genügt nie!

Bei Vermietung kann dies zu Mietmindernden Umständen führen.

Das Flächengewicht der Holzbalkendecke sollte 100 kg/qm betragen.
Zellulose bei 20 cm Einbauhöhe hat ca. 15 kg/qm

Da der Dachausbau geplant ist, besteht hier die Abwägung, die eingesparten Kosten für die Dämmung in den Trittschallschutz zu investieren.

Die Investition in den Trittschallschutz führt hier ebenso zu einer Verbesserung des U-Wert der Holzbalkendecke.



danke für die tipps



Also sollte ich lieber in die Zwischen Decke keine Dämmung einbringen oder diese gar weglassen und nur von oben her mit Zellulose dämmen??
Dort muss dann aber sicherlich eine Bremse rein?
Ich habe das zum einen vor wegen der hohen Heizkosten und weil das Dach bzw Dachstuhl unter der aufsteigenden Wärme leitet.

Von oben dämmen erscheint mir auch sehr wichtig da ich trotz der Deckenabhängung immer noch Verluste habe z.b durch die Innenwände habe und von oben währen diese ja dann mit bedeckt.

MfG
Rico



Holzbalkendecke und Wärmeverlust



Der U-Wert einer Holzbalkendecke vor 1918 beträgt pauschaliert 1,0 W/(qmxK)

[Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 30.Juli 2009]

Gefordert wäre Decke gegen unbeheizt 0,24 W/(qmxK) nach EnEv 2009

Rechenbeispiel grob angenähert mit 15 Grad Temperaturunterschied:
Fläche 100 qm
Verlust ohne Dämmung 1,0 – 0,24 = 0,76 W/(qmxK)
Temperaturunterschied 15


(100 x 0,24 x 24 x 185 x 15 ) / 1000 = 1598 KW Wärmeverlust mit Trittschalldämmung gegen unbeheizt.

Es gibt gute Diffusionsoffene Detaillösungen im Internet bei Gutex, Pavatex und vielen anderen Herstellern.

So kann Ihre 180 Jahre alte Holzbalkendecke noch mal so alt werden.


Peter Grolms Ganzheitliche Gebäudeenergieberatung www.reselw.de





Hallo Rico,

die Dämmung von oben ist sinnvoller. Wichtig ist, dass dies hohlraumfrei auf den Bestand aufgebracht wird. Plattenware funktioniert eher nicht, Schüttungen sind in diesem Falle tauglicher.
Möglich sind hier Lehm-Hobelspan-, Hanfschäben-, Zellulose-, Gras- uvm-Schüttungen, die allerdings, solange der Dachraum noch nicht ausgebaut ist, entweder offen liegen oder eine Hinterlüftungseben besitzen sollten. Eingedrungene Feuchtigkeit muss ablüften können.

Um genaues sagen zu können müsste man den wirklich genauen Deckenaufbau kennen. Ein Decke sollte durchgerechnet werden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo Herr Kronmayer



Ihre Vorschläge finde ich schon sehr interessant da ich schon gern dämmen möchte aber dem Haus auch keinen Schaden zufügen möchte.

Also ist eine Abhängung der Decke mit Dämmung und Bremse nicht so ideal?
Da lieber von oben öffen Füllung entfernen (Auch den Einschubboden?)und mit einer Schüttung füllen? Sie haben geschrieben solange der Dachboden unausgebaut bleibt, wenn ich dann dochmal einen Ausbau vornehme was muss da ändern bzw muss ich das jetzt schon berücksichtigen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

MfG
Rico



Entschuldigung



Das ihren Namen flasch geschrieben habe Herr Kornmayer

MfG Rico



Ja und Nein



Schildern Sie bitte den bisherigen Deckenaufbau mit Angabe der verschiedenen Schichtdicken.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Guten Morgen:-)



Soweit mir bekannt ist also das was mir mein Vater geschildert hat ist die Decke vom Dachboden nach unten so auf gebaut.
1. Dielung auf Balken
2. Einfüllung Spreu, Schlacke usw.
3. Einschubboden (ob da noch ein Lehmanstrich drauf ist konnte mir keiner sagen, kann ich leider auch nicht so einfach Prüfen)
4. Luftraum
5. Bretterverschalung
6. Schiffrohr
7. Putz

Gruß Rico





Hallo Rico,

der Hinweis von Herrn Grolms auf die EnEV 2009 ist natürlich richtig und wichtig. Allerdings wird in dieser bei Decken und Wänden gegen unbeheizte Räume nur 0,30 W/(m²·K) gefordert.
Überschlägig wird das bei Deiner Decke mit 8 - 12cm Schüttung hinzubekommen – wenn man das will.
Möglich wäre ein abnehmen der Dielung (ggf. statische Scheibenwirkung beachten !!!), dann Aufdoppeln der Deckenbalken und ein Befüllen mit oben benannten Beispielen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo



Entschuldige das ich mich jetzt erst melde..

ALso lieber ni abhängen und so machen wie sie es beschrieben haben?

Mfg Rico