ungebremste, diffusionsoffne Kaltdachdecke mit Schafwolle

26.01.2010



Moin, moin Wissensträger,
uns schwebt folgende Deckenkonstruktion (siehe grafik) zwischen Obergeschoß und Kaltdachboden (ungedämmt,durchlüftet!) vor. Spricht da etwas dagegen?
Herzlichen Dank & Grüße aus der Oberlausitz



nach



meinem Dafürhalten: NEIN !
Frage: Wolle vom Hof oder als Dämmung gekauft ?



vom Hof



aber gewaschen & Harnstoffbehandlung. Das Borsalz wollte ich mir eigentlich schenken!
Danke für die schnelle Antwort. Grüße



da



du anscheinend auch nicht schlafen kannst (1:25 Uhr) wünsche ich Dir zumindest einen guten Morgen.
Habt Ihr die Schafe auch selber ?



Möh



Nöh, aber der Nachbar. Aber evtl. gibts dieses Jahr noch zwei Ostfriesen. Dein Schwarzkopf hat aber ein süßes Lämmche!
Na gut, dann geh ich jetzt auch mal Schäfche zähle.



@ olaf



neugierige frage meinerseits:
warum die spontane ablehnung? wegen der dämmwirkung, wegen der zusatzstoffe zur ungeziefervermeidung, wegen Brandschutz etc.?
danke für aufklärung im eigenen interesse!
und: gute nacht!
grüße, carmen



Dämmung



Dieses System kann nur einigermaßen sicher funktionieren, wenn:
- der Feuchteanfall aus dem Wohnraum darunter gering ist,
- die Konstruktion wind- und luftdicht zum Wohnraum ausgeführt ist,
- die Schafwolle nicht nachträglich zusammensackt oder Lücken entstehen.

Die Fuge am Übergang Holz- Lehm wird nie dicht werden.
Bei ungünstigen Verhältnissen besteht die Gefahr, das Kondenswasser durch die Decke nach unten läuft und die Lehmbauplatte aufweicht.
Das System mag zwar insgesamt eine positive jährliche Feuchtebilanz aufweisen, aber schon ein paar Wochen Kondensatbildung wie jetzt im Winter reichen für Schimmelwachstum und eine tropfende Decke.

Viele Grüße



Ein Oberlausitzer...



...bekommt jetzt von einem Oberlausitzer eine Nachricht.

Dieses Thema Schafwolle wurde hier vor vielen Monaten bereits schon einmal durchgekaut und als nicht langlebig dann erkannt.
Schädlingsbefall etc. sind die faktoren, die da an erster Stelle standen und auch immer noch stehen.
Hier gibt es wesentlich günstigere und auch funktionalere Methoden und Materialien.
Würde mir gern mal die Konstruktion anschauen, um daraus dann die Lösung zu definieren.
Habe selbst eine Bauherrschaft gehabt, die letztes Jahr komplett neu gedämmt hat, weil Mottenbefall und anderweitige Schädlinge den Dämmstoff komplett zerfallen lassen hat.

Über eine Rückmeldung wäre ich erfreut, um fachlich Euch zur Seite stehen zu können.

Grüße ins Revier,
Udo Mühle



Da werden hochwertige Nahrungsmittel...



...in die Decke verbaut. Da werdet Ihr sehr wahrscheinlich das Haus mit vielen Motten teilen müssen. Ein Bekannter hat sich ein Holzhaus gebaut, und zwischen den Schalen mit Schafwolle (vom Naturbaustoffhändler) gedämmt. Jetzt versucht er seit Jahren, ohne chemische Keule der Invasion Herr zu werden. Wer gewinnt, ist noch offen.

Unabhängig davon sackt das angeknabberte Zeug mit Sicherheit zusammen, womit partiell die Dämmwirkung verschwindet.

Der Hinweis von Georg bezüglich Schimmel ist ebenfalls ernst zu nehmen.

Grüße

Thomas



Hanf schmeckt Motten nicht



Nach unten bitte Dampfbremse (Nicht Sperre!) einbauen und sauber abdichten. (Geht auch mit Natur-Latexkleber)
Die Schafwolle gegen Hanfdämmung tauschen (Das schmeckt den Motten nicht!)Dann brauchst du nicht einmal einen Mottenschutz.



Stimmt!!!



Wer richtig betrachtet, dem fällt es dann auch auf!
Hier fehlt die komplette Winddichtungsebene.
Also eine Balken durchgängige Sichtkonstruktion funktioniert nicht.
Hier fehlt das Baupapier als untenliegende Ebene auf der dann die Beplankungseben folgt.
Richtig erkannt Leute!!!
Doch das vor-Ort-Thema ist ja das entscheidende.

Grüße in die Runde,
Udo



Vielen



,vielen Dank Allerseits für die aufschlussreiche Beteiligung.

@Georg "Dieses System kann nur einigermaßen sicher funktionieren, wenn: der Feuchteanfall aus dem Wohnraum darunter gering ist,"
-kein Bad oder Küche im OG geplant!
"- die Konstruktion wind- und luftdicht zum Wohnraum ausgeführt ist,"
-hat man das vor 100 Jahren nur mit Lehm & Putz erreicht?

@Udo "Hier gibt es wesentlich günstigere und auch funktionalere Methoden und Materialien"
- Leftz! Lehm?
"Über eine Rückmeldung wäre ich erfreut, um fachlich Euch zur Seite stehen zu können."
-vielen Dank für das Angebot, darauf kommen wir zeitnah zurück, müssen uns aber erstmal noch bissl belesen, um nicht nur Unsinn zu quasseln.

@Thomas -grausig, da habe ich mich schon so gefreut:
1. auf Dämmung zum 0-Tarif
2.meinem Nachbarn einen Gefallen zu erweisen
3.wirds nun doch nichts mit einer leutseligen Bier-Harnstoffbehandlung

@Gunther -leider hat mein Nachbar keine Hanfplantage. Wir tendieren jetzt eher zur selfmade Holz- oder Stroh- Lehmschüttung!
Im Vergleich zur Hanfschäbenschüttg. wär die hier eher finanzierbar: http://www.hanffaser.de/Infoblatt/I_Faserschuttung.pdf Gibts damit Erfahrungen?

@Udo - sicher ist diese Variante siehe Grafik auch keine Lösung,oder?

Allen, vielen Dank, ein sehr netter Empfang für uns Neulinge! Weitere Beteiligung ist sehr erwünscht. Grüße



Ganz so schlimm



muss es nicht kommen. Die Feuchtigkeit fällt ja auf der kalten Seite an (also oben). Und da muss sie wegkommen.

Bei mir funktioniert ein relativ ähnlicher Aufbau (ohne Dampfbremse; allerdings mit Isofloc) auch in diesem sehr kalten Winter ohne jedweden Feuchteanfall.

Aber das klappt erst - und das ist jetzt wichtig - seit ich die dichten Dielen oben entfernt und durch eine Art Lattenrost ersetzt habe (also 20 m breite Dielen mit 1 cm Abstand verlegt).

Das empfehle ich euch hiermt auch. Dadurch kann die Kondensationsfeuchte nach oben hin weg (mein Dachboden ist ziemlich zugig), und es bilden sich keine Tropfen. Vorher hatte ich schon Tauwasser!

Ach ja: Wolle wäre mir auch zu haarig. Ich hatte schon mal die Motten in einem alten Sofa (das mir die Nachbar-Omi geschenkt hatte). Die Motten sind ziemlich hartnäckig. Lavendel und Dichlorbenzol mögen sie aber nicht.

Gruss
stt



@ Lehming



Die schematischen Aufbaulösungen in den jeweiligen "Fachlektüren" sind zwar Anhaltspunkt genug, doch in keinem Fall stets 1:1 zu übertragen!
Hier sind immer die vor-Ort-Situationen zu beachten und die kann man mit wenig Aufwand und etwas Grundinformation durch belesen oder stöbern in entsprechenden Foren sich auch gemeinsam erarbeiten.
So spart man Zeit, Kraft, Nerven und Energie.
So wie ich jetzt auch Deinen Erläuterungen herausfiltern kann, wird es bei Euch eh zu einer Lösung kommen, die sich über Preis und Do-it-yourself-Methoden größtenteils definieren.
Die Schemadarstellung ist erst einmal so in Ordnung, doch wir wollten doch die Unterseite der decke betrachten.
Was ist da geplant?
Dort liegt der Ausführungsgeschmack.

Grüße aus und in die bitterkalte OL,
Udo



Dämmung Decke



Ja, man hat "vor hundert Jahren" Winddichtigkeit mit Putz und Lehm erreicht, auch schon früher.
Wie?
Indem man einen durchgehenden Deckenputz einbaute und der Einschub mit einem Lehmverstrich gedichtet wurde.
Deshalb finden Sie an Decken aus dieser Zeit auch keine vorstehenden Balken an der Unterseite und wenn dann sind sie verputzt (Kölner Decke).
Die Balken unten aus der Decke schauen zu lassen ist eine Mode. Im Mittelalter gab es nur als Not- und Sparlösung den halben oder gestreckten Windelboden als Deckenform.
Dort wurde die Winddichtigkeit mit eingespänten Windelpuppen und Lehmverstrich erzielt.
Außerdem kam auf solche Decken ein durchgehender Lehmschlag und Dielung oder Estrich.
Das, was Ihnen vorschwebt ist die Nachbildung einer romantisierenden Mode des 19.Jhr., eine verzeihen Sie billig wirkende Kopie einer älteren Kopie.
Was den Feuchteanfall betrifft:
Auch bei Schlafzimmern kann es zu erheblichem Kondensatanfall kommen.

Viele Grüße



@lehming



Tja, da musst Du vielleicht doch gute Ware KAUFEN. "igitt!"
Aber mit Hanfmatten oder Hanfwolle gibts -gute- Erfahrungen.
"Wat nixx kost' iss ooch nixx!"





@sTrapp
-jo, über Isofloc sollten wir auch nachdenken,
ist auch preiswert oder? auch in der Entsorgung?
@Udo -genau! Wir melden uns!
@Georg -schön das so klargestellt zu bekommen!
Das Prinzip haben wir im Groben erkannt und werden das bei der
Umsetzung berücksichtigen.
@Gunther -Prinzipiell stimme ich Dir zu!
Allerdings kenne ich Leute, die kaufen Äpfel,
obwohl`se unter den Bäumen (und die sind bessere Qualität,
ganz ohne Chemie!) liegen.
Ich meine, vor nicht all zu langer Zeit, wurden ja auch Häuser gebaut,
ohne Bauindustrie und fetten Bankkonto.

OK, Euch Allen vielen lieben Dank für die kompetente Beratung.
Da wir noch am Anfang unserer Bauvorhaben sind , hoffen wir
wieder bei Euch vorbeischauen zu dürfen.
Grüße aus der OL



Deckenaufbau



Stimmt, vor nicht allzulanger Zeit wurden Häuser anders gebaut.
Auf jeden Fall ohne Schafwolle.

Viele Grüße



Isofloc



Ja, Isofloc ist preiswert. Bei Uns (18 cm dick) etwa 10 Euro je qm. Wg. Entsorgungskosten hab ich echt keine Ahnung, tut mir leid. Es ist ja bereits "entsorgt" (da Recyclingware).

Gruss
stt

PS: Hier nicht mehr ganz so kalt, dafür heute in wenigen Stunden 10 cm Schnee und übler Wind



Flocken..



...schlecht hin, sind eine der besten Alternativen.
Es brauchen kaum ganze Konstruktionen geöffnet zu werden, sondern man steckt in bestehende Öffnungen oder hergestellte offene Bereiche den Einblasschlauch und los geht es.
Wie die Flocken heißen, ist egal, denn es sind fast alles die glleichwertigen Erzeugnisse.
Nur halt andere Namen und Vertriebswege.
Wir sind lagerführender Händler für Zelluloseeinblasdämmstoff.
Und auch lizensierter Fachverarbeiter!!

Grüße in die kalte schneereiche Nacht,
Udo Mühle



@ Udo



Auch Frühstücksflocken?

Lecker. Da geht man doch gern auf den Boden :-)

Flockige Grüße

Thomas



Na immer...



...mein Thomas!
Bist wohl gerade vom Schneeschippen rein.
Denn da tanzen ja auch gerade viele Flocken!
---grins---



noch ein Hinweis



wenn schon über möglichst natürliche Dämmstoffe ohne schädliche Zusätze nachgedacht wird, auch an die Zusätze in natürlichen Dämmstoffen denken(Stichwort Mottenschut/Mottengift). Da gibt es Unterschiede. Z.B.
Borsalz: Ist sehr in der Diskussion. Ersatz Ammoniumphosphat: "Nicht bei rauchen, essen oder trinken...sonst Arzt aufsuchen." (Auszug aus einem Datenblatt)
Hanf braucht keinen Mottenschutz. Das schmeckt den Viechern einfach nicht.
Gunther



Betr. Borsalz



Geredet wird über vieles. Jenseits des endfälligen Nachweises, da geht es mit Sicherheit um Konzentrationen, die mit einem Zelluloseflockeneintrag nicht erreicht werden können. Ab einer gewissen Menge ist auch Kochsalz giftig.

Auch ich würde mein Kopfkissen nicht mit Isofloc füllen. Wird dieses aber fachgerecht eingebaut, gibt es keinen Staubeintrag in Innenräume. Als Vorteil des Borax wäre der einfache chemische Aufbau zu nennen, es findet kein Abbau zu ausgasenden Stoffen statt.

Grüße

Thomas



@ Carmen



die Frage war, ob was dagegen sprach - ich schreib nein, also keine Ablehnung, sondern Antwort auf seine Frage !
Bin nicht eher zum Antworten gekommen, war Schnee schippen und Schafe füttern. Meine Frau führt übrigens Spinnkurse (mit Schafwolle) durch. Wer es lernen will ....



endlich



geschafft, alles noch zu lesen und habe was dazugelernt.

Da meine Decke inzwischen gedämmt ist http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/131777$.cfm, meine Frage an.
@ S.Trapp: hast Du innen eine Dampfsperre eingebaut ?
Ich muß im Spitzboden noch die verlegten OSB-Platten gegen Dielung tauschen, aber 1cm Luft wäre mir nicht angenehm. Habe innen 18er verschraubt und alles mit Sicral abgeklebt. Am Rand Putzbänder von BTI für Fenstereinbau, innen, um den Putz dicht anzuschließen.
Wollte aber vorm Putz noch GK innen anschrauben wegen Putzanschlüsse mittels APU-Leisten an GK.
Überlege immer noch, ob Dampfbremse zusätzliche Sicherheit bringen würde. Der Verarbeiter sagte aber, das wäre nicht notwendig.
Bitte Eure Meinung dazu. Danke !



@Olaf



Spekulativ gefragt, wird spekulativ beantwortet.
Muss man genau am Bauteil oder detail sich ansehen und Lösung erarbeiten.
Habe mittlerweile so viel Mist am Bau in diesen Dingen sehen dürfen und ein großteil davon, war von angeblichen "Fachleuten, -firmen, -planern usw." ausgeführt oder erstellt worden, dass es einem das kalte Grausen über den Rücken schoss.

Bis heute habe ich nur ganz wenige sinnvolle und aucvh fachgerecht ausgeführte Bauteilanschlüsse an Fenstern gesehen, wo man sagen kann, dass mach so Sinn und ist auch noch fachlich gut ausgeführt.
Der eigentliche Grund dabei ist, die spätere Überputzbarkeit dieser Bänder.
Die funktioniert nämlich nur kurzzeitig, aber nicht langzeitfunktional.

Handwerklicher Gruß,
Udo



Sorry!



Hat's zweimal gespeichert.
Aber dafür eben gleich einmal beide Fotos.

Spekulativ gefragt, wird spekulativ beantwortet.
Muss man genau am Bauteil oder Detail sich ansehen und Lösung erarbeiten.
Habe mittlerweile so viel Mist am Bau in diesen Dingen sehen dürfen und ein großteil davon, war von angeblichen "Fachleuten, -firmen, -planern usw." ausgeführt oder erstellt worden, dass es einem das kalte Grausen über den Rücken schoss.

Bis heute habe ich nur ganz wenige sinnvolle und auch fachgerecht ausgeführte Bauteilanschlüsse an Fenstern gesehen, wo man sagen kann, dass mach so Sinn und ist auch noch fachlich gut ausgeführt.
Der eigentliche Grund dabei ist, die spätere Überputzbarkeit dieser Bänder.
Die funktioniert nämlich nur kurzzeitig, aber nicht langzeitfunktional.

Handwerklicher Gruß,
Udo



@ Udo



ich melde mich morgen mit den Detailfotos ....