Holzbalkendecke verstärken/sanieren

04.06.2008



Hallo!

Habe in meinem Haus eine Holzbalkendecke, welche ich von unten geöffnet habe(Schilf, Putz, Schalbretter entfernt, Zwischenboden entfert und die darin enthaltene Schlacke entsorgt.)
Daraufhin habe ich die vorhandenen Balken(11x17cm, 370cm Tragweite, 70cm Abstand) jeweils rechts und links mit 6x18cm Kanthölzern verschraubt. Dies alles um in dem darüber befindlichen Zimmer mal einen Steinfußboden zu verlegen.

Nun war ich Heut schon dabei meine Styropor-Reste in die Decke einzubringen (von unten) und zu verschäumen. Mein Baustoffhändler meinte nun, das mir dann die Balken innerhalb kürzester Zeit verfaulsen können.

So, nun stehe ich erstmal da, was kann ich noch in die Decke einbringen? Trennwandplatten? Als Abschluss von unten wollte ich eine Gipskartondecke an Dachlatten besfestigt einziehen.

Von oben liegen momentan Fermacell-Elemente direkt auf den Dielen, darüber Laminat.

Schallschutz wäre mir nicht so wichtig, der Obere Raum ist nur das Schlafzimmer.

Vielen Dank
Holger



Anderer Fehler sind gute Lehrer.



Hallo Herr Hoenke,

ich hoffe sehr, es ist Ihr eigenes Haus in dem Sie werken. Wenn es sich um ein Fachwerkhaus handelt wäre nun der Zeitpunkt gekommen eiligst einen Statiker kommen zu lassen. In alten Häusern ist es oft so, dass die Deckenebene aussteifend für das Ganze Gebäude dienen kann. Sie haben den Fehlboden und verm. auch die Dielung entfernt. Das ist erstmal "nicht gut". Dringend jemand anschauen lassen.

Was genau meinen Sie mit "Steinboden" ? Sollte hier ein Estrich o.Ä. eingebracht werden gilt gleiches wie oben: Statiker zu Rate ziehen, der einmal die Balken auf Tauglichkeit bemisst und auf Schäden untersucht. Styroporreste in einer Holzdecke führen ziemlich sicher zum schleichenden Tod. Raus damit. Bauschaum .... ist der zugehörige Beschleuniger.

Nun da das Kind in den Brunnen gefallen ist muss versucht werden das ganze wieder "zu heilen". Also Decke wieder von unten schließen und vermutlich eine Schüttung einbringen. Sprechen Sie mit Ihrem Statiker, was als Bodenaufbau und Schüttung im oberen Geschoss möglich ist.

Erst fragen dann machen! Ich vermute Sie hätten viel Geld sparen können. Übrigens: Was für Styropor und Bauschaum im Holzbau gilt => auch MDF und OSB sollten hier nicht - oder nur nach fachlichem Rat - eingesetzt werden. Fragen Sie!

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer


P.S.: Wenn Sie die Arbeiten außerhalb Ihres eigentlichen Gewerkes ausführen kann das zu empfindlichem Ärger führen. Melden Sie sich dann doch mal direkt bei mir.



Tja, wie nun weiter



Danke für die Antwort!

Nein, es ist in meinem Eigenen Haus.
Das Haus ist kein Fachwerkhaus, es ist eine Doppelhaushälfte, die Decke ist im Wohnzimmer und nun von unten offen. Ist es nicht ausreichend, Trennwandplatten einzubringen und eine doppelt beplankte GK-Decke einzubringen?

Von oben soll die Decke nicht geöffnet werden. (Erstmal)
Als Steinfußboden dachte ich an Granit.

Viele Grüße
Holger Hoenke



Moin,



ähm, warum haben Sie denn die Decke überhaupt ausgeräumt?
Mal vorher rechnen lassen, ich geh mal davon aus, dass es nur wenig, wenn überhaupt, Änderungen bedurft hätte
Sie haben nun den Schallschutz gegen Null gefahren.
Was Sie eigentlich nur machen müssen ist die ober Lage zu entkoppeln, da steht hier schon einiges im Forum.
Rechts und links mit 6/18 verschraubt? Sie meinen konstruktiv richtig statisch wirksam verschraubt (Geka-Dübel o glw )?
Lassen Sie sich einen Fachmann kommen und gehen dann nach dessen Angaben vor.





Nun ja, ich wollte eben auf Nummer sicher gehen, das die Balken noch OK sind, da ich immer fand das die Decke schwingt.Der Effekt ist nun natürlich weg... Weiterhin renoviere ich komplett das Wohnzimmer, also stand der Decke nichts im Weg...

Auch habe ich die Balken nun verstärkt, falls mal ein neuer Fußboden von oben raufkommt. Oben liegen wie gesagt schon Dielung - Fermacell-Elemente und Laminat. Das nehme ich vorerst auch nicht weg.

"Ausgeräumt" habe ich aus der Decke 1600kg, ich denke das sich das durch das schon vorher aufgebrachte Fermacell + Laminat + doppelt GK von unten in etwa wieder ausgleichen sollte.

Meine Sorge ist nun halt, mit was fülle ich den Hohlraum?
Schüttung kommt jedenfalls nicht in Frage, da ich von oben nicht rankomme.

Danke für Euer Verständnis

Holger



Mit Bild



Ob das nun statisch ok war, weiß ich auch nicht so genau.
Aber ich habe an jeden Balken r+l einen 6x18 mit 6 Gewindestangen M16 verschraubt, dazwischen Zahnscheiben zur Holzverbindung. Meiner Meinung nach sind die jetzt wie ein ganzes, nur das halt die Auflage bei 11 x 17 geblieben ist.

Geringer wird die Traglast wohl nicht geworden sein, und ohne Füllung in der Decke könnte ich wohl einen Pickup im Schlafzimmer restaurieren...

Das war aber eigentlich nicht meine Frage.

Viele Grüße
Holger





...und gerechnet nach der Faustformel bräuchte ich Balken von 18x13 cm um auf 500kg/m2 zu kommen, dies sollte nun wohl gegeben sein.



Die Balken sind nun verstaerkt



... aber wo liegen die alten Balken und die angeschraubten Kanthoelzer auf?

Das Bild macht den Eindruck, als haettest du die Kanthoelzer nur bis zur Wand, aber nicht in die Wand mit eingezogen? Dann haettest du dort nichts verstaerkt, sondern nur die Last erhoeht und je nach Verbindung durch die Bohrung den Balken sogar geschwaecht.





Die alten Balken liegen in den Hauswänden auf, die angeschraubten enden vor der Wand, in 10 cm von der Wand kommt der erste Bolzen.





Wenn ich einen neuen Zwischenboden einziehe bis ich mal von oben aufmache und von unten erstmal alles fertig mache mit GK-Decke usw. gibt es da Feuchtigkeitstechnische Probleme?



Holzbalkendecke



Hallo Holger,
ich empfehle ihnen dringendst das Angebot von Christoph Kornmayer anzunehmen.
Ihre "Deckenverstärkung" ist übrigens so ziemlich für die Katz, da die neuen Hölzer nicht aufgelagert sind und die Anbolzung in der neutralen Faser des alten Balkens liegt.

Viele Grüße





Nunja, diese Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Stellen Sie sich vor, ich schneide den mittleren Balken heraus, nachdem die Auflagen bis zum 2.ten Bolzen bleiben.
Was passiert? Nichts.

Das war aber leider immer noch nicht die Antwort auf meine Frage.

Holger Hönke



@ Holger, --



--- welche Antwort hätten Sie denn gern ?? - Am Besten an
die Antworter eine persönliche mail senden und darauf drängen, daß gefälligst eine wohlgesonnene Antwort veröffentlicht wird. -- Wo kommen wir denn hin, wenn Hausmeisterdienste und Montage - Service Unternehmen sich nicht gegen gestandene Architekten, Planer und erfahrene, in der Handwerksrolle eingetragene Handwerksmeister durchsetzen könnten ?? - Das wäre ja noch SCHÖNER !!! --



Holzbalkendecke



Lieber Holger,
Ihre Antwort zeigt mir, das Sie keine Ahnung von Statik haben.
Das ist nicht schlimm; bedenklich ist, das Sie glauben, Ahnung zu haben. Diese Mischung aus Selbstüberschätzung und Arroganz hat schon viele Häuser zerstört.
Wenn Sie schon in diesem Forum um Hilfe bitten dann nehmen Sie die auch an (Christoph Kornmayer).

Viele Grüße



Die ganze Nummer...



...ist wirklich eeiniges schief gelaufen. Auch wenn ich nicht glaube (wobei ich die schubbelasteten Balkenköpfe jetzt nicht gesehen habe), daß jetzt gleich alles zusammenbricht, wenn Holger das von unten wieder zumacht und oben mit dem Fliesen anfängt, würde ein Besuch von Christoph Kornmayer nicht schaden, sofern er in der Nähe ist.
Die Bohrungen in der neutralen Faser sind echt nicht der Renner und für eine schöne leichte Schüttung (wie der Name schon sagt "schütt-") ist der Zug raus.
Bevor ich als Maschinenbauer noch zuviel Senf bezüglich Statik abgebe, noch ein Hinweis von mir:
Der Trockenestrich wird auf den Dielen mit Sicherheit nicht komplett satt aufliegen, das geben Dielen meist einfach nicht her. Trockenestrich mit kleiner Hohlstellen ist auf Dauer kein besonders guter Unterbau für Fliesen, gleich weder Art. Da Granit nun aber schon im kleinsten Falle 30,5x30,5-formatig ist, wird es heikel. Es gibt zwar Flexmörtel für Naturstein, aber kein Flexmörtel für die Fugen. Die machen zwar prozentual wenig aus, bleiben aber gefährdet. Ein Rechteckformat mit 61 Länge fällt dann aus meiner Sicht so oder so flach, da wird die Platte als solche gefährdet sein.
Selbst wenn Sie das Angebot von Herrn Kornmayer nicht beherzigen und weiterwurschteln, überdenken Sie wenigstens die Granitnummer.

Gruß Patrick Neika.



Ihre Mail



Lieber Holger,
Sie haben mir eine kurze Mail geschickt, mit der Bitte um eine kurze Meinungsäußerung zu Ihrem Problem.
Bei der statischen Betrachtung komme ich zum gleichen Schluß wie Georg Böttcher. Die Verstärkungen hätten bis auf das Auflager geführt werden müssen. "Gefühlt" werden sie etwas bringen, "gerechnet" ist der statische Gewinn nicht so wesentlich wie angenommen.
Wenn Sie den Hohlraum zwischen den Deckenbalken auch hohl lassen haben Sie nur dann ein Kondenswasserproblem wenn die obere oder untere Seite dauerhaft ein kühleres Innenklima aufweist, respektive z. B. im Untergeschoss sich ein Bad oder eine heftig betriebene Küche befindet.
Durch den leer bleibenden Hohlraum vergeigen Sie allerdings alle Möglichkeiten noch etwas für den Schallschutz zu tun - weder Gewicht zur Vermeidung von Schwingungen noch eine weiches Material zur Dämpfung des Trommeleffekts.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



"Schwer ist die Mütze Monomachs"



Hallo Herr Malangeri,

"Gefühlt" finde ich gut :-))

Letztlich bringen die Dinger nur ein wenig hinsichtlich der Durchbiegung der Balken. Andererseits wird zusätzlich anständig Gewicht in die bisherigen Auflager gebracht.

Jetzt noch Granit drauf ..... bisher bin ich bei meiner Versicherung noch schadensfrei.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Also fasse ich einmal zusammen:

Erstmal ist das Bauvorhaben definitiv in meinen eigenen 4 Wänden und nirgendwo anders, kann mit meiner Arbeit auch so gut leben, muß da niemand ins Handwerk pfuschen. Nur werde ich mir wegen einer Frage in einem Forum keine extra Email zulegen.

Die Balken rechts und links liegen nicht in der neutralen Faser, sondern 2 cm unterhalb. Von Statik habe ich keine Ahnung, das sollte auch nicht Arrogant wirken, nur bin ich einer der immer fragt "warum", bis ich Fakten bekomme. Leider diesmal zu spät...

Werde nun den Fehlboden zwischen meine angeflanschten Balken wieder einbringen, eine GK-Decke einziehen und mein Wohnzimmer tapezieren.

Wenn das Schlafzimmer dran ist, werde ich das Fermacell und die Dieleung runterholen, Fehlboden füllen, und einen entkoppelten Belag inkl. Granit aufbringen.

Wer sich meinem Vorhaben anschließen kann, sagt einfach ja.

Wegen Kondenswasser, Waschküche, Bad usw.: unten Wohnzimmer, oben Schlafzimmer. Also höchstens im Winter 10 Grad Differenz.

Wenn ich Lehmsteine hätte, würd ich Sie gleich mit reinlegen...

Ach, und zum zusätzlichen Gewicht durch das Anbringen der Balken---ich habe vorher 1600kg aus der Decke geholt, von den 10Stk. 6x18 auf 3,70m länge klemme ich mir unter jeden Arm einen.

Viele Grüße und vielen Dank

Holger Hönke