Kellerdecke dämmen

24.01.2007



Hallo,
ich saniere seit 1 Jahr ein altes Bauernhaus.
Nun sind wir kurz davor im Wohnzimmer Laminat zu verlegen.
Der Keller darunter ist nich geheizt und relativ kalt.
Die Decke besteht aus Eichenbalken auf die Dielenbretter Genagelt wurden. von unten wurde ebenfalls Bretter aufgenagelt der Zwischenraum war mit Lehm und Schutt ausgefüllt. Da die Bretter die von unten angebracht waren leider vom Wurm zerfressen und musten entfernt werden. wir haben auch die Dielen abgemacht und kaputte ausgewechselt. an die eichenbalken an die eichenbalken wurden neue Balken rechts und links angebracht so das der neue Dielenboden gerade ist. Jetzt zu meiner eigentlichen frage. :)
Von oben soll ein armierungsgewebe und Spachtelmasse aufgebracht werden, darauf soll Trittschall und laminat verlegt werden(die möglichkeit des Abschleifen und erhalten der dielen kommt nicht in betracht). von unten soll zwischen die balken glaswolle. nun zieht es an den kanten noch sehr stark. kann man von unten eine Folie o.ä. anbringen so das der raum abgedichtet ist, oder trittschall Dämmung mit Dampfsperre Verlegen ? ich habe angst das sich kondenzwasser bildet und die balken anfangen zu gammeln.
ist dieses Vorgehn richtig ? was kann man besser machen ?
ich hoffe ich bekomme paar gute tipps.
mfg
Friedrich



Kellerdeckenabdichtung



Guten Morgen,

"Laminat in alten Bauernhäusern" halte ich für eine Investition, die in den Wind geschrieben ist. Bei normal üblicher Belastung läuft es sich schon in wenigen Jahren ab, belastbar gegen Schläge und Schleifen ist es gar nicht.
Es kostet ein zweites Mal Geld bei der Entsorgung.
Es gibt Alternativen hierzu auch im low-cost-Bereich:
z.B. Fertigparkett 8mm ab ca. 38,00 € durch Fachbetrieb verlegt. Noch günstiger ist internet-Bestellung des Materials und selber verlegen.
Aber jetzt zu ihrem Problem:
Holzkellerdecken sind ja nach der Bauordnung nicht zulässig.
Wenn Sie also 90 Prozent ihrer Decke erneuern, stellt sich mir die Frage, ob hier nicht der Brandschutz greift.
Darüber würde ich mal mit der Feuerwehr sprechen, weil ich diese Frage für wichtig halte, sie Ihnen aber nicht beantworten kann.

Wenn Sie es aber unbedingt so lassen wollen, einige Hinweise:
Trittschall über dem Keller ist überflüssig.
Wärmedämmung zwischen den Balken sollte nichtbrennbar sein, also Rockwool, mindestens 8, besser 10 cm.
An den Rändern kann man Hanf stopfen (Stopfhanf in Säcken).
Warum hier keine Miwo: Stopfhanf ist hygroskopisch und hält das Holz wie das Mauerwerk trocken, MIWO nicht.

Eine Folie würde ich als als Kragenfolie einsetzen und einputzen. Sie braucht nicht in der Fläche zu liegen.
Bedenklich ist schon ihre ganze Unterlage aus Spachtelmasse (wahrscheinlich im wesentlichen Kunststoff). Da müssen Sie nicht noch was hinzufügen.

Mir wäre das Ganze zu viel Gewurschtel, ich hätte eine 18 cm Betondecke eingegossen.

Dennoch gutes Gelingen



Was für ein Wirrwar!



Laminat ist ein minderwertiger Baustoff und funktioniert dank seiner zahlreichen negativen Eigenschaften (u.a. Diffusionsdicht) über unbeheizten Räumen nicht. Ihre Unterdielung wird baldigst beginnen zu schimmeln, gleichzeitig wird das Laminat anfangen, sich zu verziehen. Mit viel Leim zusammengeklebte Holzreste und ein Temperaturgefälle mit ggf. Kondenswasser passen nicht zusammen.

Brauchbare Aufbauten finden Sie im Forum, u.a.:

Titel der Frage: Brauche Hilfe bei Bodensanierung/Balkendecke

---Forenreferenz-----------
Brauche Hilfe bei Bodensanierung/Balkendecke -
Hallo,

wir wollen in einem ca. 400 Jahre alten Haus in einem Raum (50qm, unterkellert) den alten sehr unebenen Dielenboden sanieren bzw. ersetzen. Nach erster Einschätzung eines Zimmermanns sind die alten Dielen (Nadelholz (?)) allerdings mehrheitlich nicht mehr zu verwenden, da morsch & nicht mehr tragfähig. Wir haben dennoch alle Dielen vorsichtig entfernt (für den Fall dass wir sie zumindest teilweise wiederverwenden können).

Die Decke besteht aus ca. 25cm starken Eichenbalken mit etwa 125cm Abstand. Darauf liegt zum Teil ein alter morscher Zwischenboden aus Eichenbohlen (einige sind schon rausgebrochen), darüber sehr marode Lagerhölzer. Eine Hälfte des Bodens weist bis Oberkante Eichenbalken eine alte Trockenschüttug auf.

Die Eichenbalken sind in der Mitte ca. 3-5 cm durchgebogen; der ganze Boden hat zusätzlich ein Gefälle von ca. 5 cm (auf eine Länge von ca. 8m).

Wie ist ein solcher Boden zu sanieren? Der neue Boden muss nicht unbedingt in Waage sein (wg. stufenlosem Anschluss zu den angrenzenden Räumen), allerdings sollte er eben werden.

Wie bekommt man eine möglichst ebene Lagerholzkonstruktion hin? Sollte man die alte Schüttung entfernen oder sie in der zweiten Raumhälfte ergänzen? Reicht eine zusätzliche Dämmung zwischen den Lagerhölzern aus Glas- bzw. Steinwolle aus?

Aus Kostengründen kommt wohl leider nur Fertigparkett in Frage (es sei denn, der Boden lässt sich doch zumindest zum Großteil wiederverwenden). Was sollte man auf den Lagerhölzern verlegen? Span- oder OSD-Platten bzw. irgendeinen Trockenestrich? Gibt es ggf. eine kostengünsige (d.h. bis ca. 50€/qm) Alternative zu Fertigparkett?

Mir ist bewusst, dass das viele Fragen sind (und wir beim Besten Willen keine Spezialisten). Wir werden die Sanierung daher auch nicht ohne zusätzliche Fachleute durchführen (können). Dennoch hat vielleicht jemand ein paar gute Tipps?!

Vielen Dank & beste Grüße

Bernd mehr ...
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@ D.B.

Super Tip mit dem Beton. Vielleicht auch noch eine Vorgussfassade aus dem gleichen Material, damit man die angegammelten Fachwerksbalken nicht mehr sieht. Da hat man wahrlich Ruhe für immer!

"Warum hier keine Miwo: Stopfhanf ist hygroskopisch und hält das Holz wie das Mauerwerk trocken, MIWO nicht."

"hygroskopisch" ist Hanf definitiv nicht (nachschlagen?). Im Kontakt zu einer feuchteren Mauer wird er aber als organisches Material schnell verrotten.

Grüße

Thomas



Kellerdecke



Die Ausführung Ihrer Decke sollte auf jeden Fall nicht isoliert sein.
Da verlagern Sie das Problem in Zonen, wo es nie auftreten würde.
Das es zieht, ist eigentlich nicht schlecht, denn ein bisschen Lüftung brauchen Sie unter den Dielen.
Verschrauben Sie von unten Rauhspund an die Balken und füllen Sie die Decke mit Blähton, z.B. Liapor.
Das schimmelt nicht und dämmt durch Masse. Wenn Ihnen die alten Dielen zu häßlich sind, tun Sie obendrauf eine zweite dünne Lage quer.
Aber lassen Sie diese Holzprodukte mit Kleber weg, das ist Industriemüll.

Alles Gute