Dämmung Holzbalkendecke in altem Winzerhaus von 1780

01.03.2005



Hallo Community,

in einem alten Winzerhaus von 1780 möchte ich die Holzbalkendecke in einem Raum (1.OG) dämmen, der nach der Sanierung die Küche wird. (Halb)Experten haben mir folgenden Aufbau für den Fußboden empfohlen:
1. Nicht die komplette Decke dämmen, erhöhte Kosten.
2. An der unteren Kante der oberen Balken eine Leiste annageln.
3. Auf diese Leiste einen Einschub legen (Schaalenbretter)
4. Rieselschutz auf diesen Einschub legen
5. An die Oberkante der oberen Balken eine zweite Leiste anbringen und einen zweiten Einschub drauf legen. Die Bretter sollten mit Balkenoberkante abschließen.
6. Den Zwischenraum zwischen den 2 Einschüben mit Dämmmaterial füllen (ca. 150mm, da Balken 200mm stark sind)
7. Ausgleichsschüttung auf zweiten Einschub, um starke Unebenheiten auszugleichen, die vorhanden sind.
8. Fermacellplatten (Trockenestrich) auf zweiten Einschub legen.
9. Lino auf Fermacellplatten Verlegen lassen.

Meine Fragen nun zu diesem Aufbau:
a) Ist dieser Aufbau sinnvoll?
b) Ist es sinnvoll, nur die halbe Decke zu dämmen? Entstehen da nicht Kältebrücken? Das EG ist zur Zeit unbeheizt.
c) Wenn das Dämmmaterial den kompletten Balken abdeckt ist da nicht die Gefahr von Schimmelbildung am Balken sehr groß?
d) Welchen Dämmstoff sollte ich verwenden? Mir wurde Perlit oder Isowolle empohlen. Von Isowolle bin ich aber kein großer Fan.

Für Antwortungen und Anregungen bin ich sehr dankbar.
Lutz Gerhardt



Deckenaufbau



Hallo

Das ist ein bisschen schwierig, weil Sie schreiben, dass der Raum darunter ein Kaltraum ist!
Was soll denn da unten mal geschehen?
Wenn das über längere Zeit ein "Kaltraum" bleibt sollten Sie sich über die Dämmung Gedanken machen! Wenn der Raum in Kürze (1-2 Jahre) nur "kalt" bleibt sollte es irrelevant sein!
Danach sollten Sie den Aufbau wählen!

Das Bild ist die besprochene Decke?
Sind da nicht mehr als 20 cm Platz?
evtl auch email?

Grüße aus Nürnberg

Florian Kurz





Hallo Hr. Kurz,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Auf dem Bild ist die besprochene Decke dargestellt. Richtig, da sind mehr als 20cm Platz. Die oberen Balken haben eine Höhe von 20cm. Ingesamt ist der Hohlraum in der Decke 40cm hoch.
Der Raum im EG bleiblt auf längere Zeit wohl ein Kaltraum, da dieser als Lagerraum genutzt wird. Es ist nur ein Frostschutz notwendig.
Ist unter den Voraussetzungen der von mir beschriebene Aufbau sinnvoll?
Viele Grüße aus Dresden
Lutz Gerhardt



Deckenaufbau



Hallo Herr Gerhardt

Da man auf der "kalten" Seite dämmen sollte, würde ich den Hohlraum unterhalb der ersten Decke Dämmen (Flachs, Wolle, Zellulose ???)
Das ist nicht so einfach aus der Ferne, da hier noch einige Gegebenheiten hineinspielen, die man hierbei schnell übersehen kann und falsche Ratschläge erteilen kann. Da der Deckenaufbau doch nicht so alltäglich ist … !
Die Hinter- oder Durchlüftung, Randbereiche etc spielen dabei eine große Rolle ...!
Ansonsten: den oberen Bereich mit Masse / Lehmschüttung auf verlorener Schalung / Einschub versehen und darauf evtl nur raumlange Dielen als Boden und Aussteifung!
Dann sollte das in trock'nen Tüchern sein!

Falls Sie weitere, dezidiertere oder umfangreichere Beratung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mailen Sie oder rufen Sie an!

Ihr

Florian Kurz



Wenn die



Decke tatsächlich mit Lehm gefüllt werden soll, wie es Herr Kurz vorschlägt, ziehen sie einen Statiker zu Rate, denn die zusätzlichen Lasten sind enorm.
Den oberen Teil der Decke frei lassen, halte ich für keine gute Lösung, da die Decke trommelt, wenn diese begangen wird und da kalte Luft von den Außenwänden die Dielen unterspült und durch die Ritzen zieht.
Wenn man den unteren Teil der Decke wie eine abgehängte Decke betrachtet, kann man auch wie ihre bekannten "Halbfachleute" vorschlagen auch den oberen Teil der Decke dämmen. 15 cm wären mir aber zu wenig. Daher muss man vielleicht noch eine 2. Lösung in betracht ziehen, indem man den Blindboden zwischen den unteren Deckenbalken einbaut um eine Dämmstoffstärke von 18-20 cm zu erhalten.
Zellulose wäre hier glaube ich ein gutes Material.
Wie sieht die Decke von unten aus? Oder habe ich etwas überlesen? Wie sieht die Außenwand aus?
Eine durchgehende Schalung von oben auf den Balken halte auch ich aus statischen Gründen für notwendig.



Ökologische Baustoffe Andreas Breuer



Eine Hanfleichtlehmschüttung mit der Rohdichte von ca. 200 kg/m³ ist bestimmt nicht zuviel. Den unteren Teil damit gefüllt und den Teil der Wärmedämmung mit Hanf ausstopfen oder einblasen lassen.P.S. Hanf wird im Moment wieder Staatlich gefördert. Wir unterbreiten Ihnen gern ein Angebot.Evtl. unter www.hanffaser.de gucken.
MfG Andreas Breuer



200 kg/m³



würde ich mir von einem Statiker absegnen lassen.
Außerdem stellt sich natürlich die Frage, ob man die Dämmung nicht besser nach außen, also nach unten bringt und den Lehm nach innen, also auf einen Blindboden?



Erst Dämmung



dann Blindboden und Hanfleichtlehmschüttung geht sicher auch.
MfG Andreas Breuer



Danke



Vielen Dank für die nützlichen Informationen. War die letzten Tage nicht online erreichbar, deswegen konnte ich die Diskussion nicht aktiv verfolgen. Werde mich wohl für eine Dämmung mit Isofloc in den Decken entscheiden. 20cm Dämmung sollte wohl ausreichen.