Kellerdecke neu, aber wie?

20.09.2013



Hallo,
Fachwerkhaus Bj. 1870, außen Backstein, innen Fachwerk.
In zwei Räumen im EG müssen Keller-Deckenbalken erneuert werden.
Wir haben also die Dielung entfernt, ebenso die Lehmstaken zwischen den Balken, dann die neuen Balken rein.
Aber wie soll's jetzt weitergehen?
Die Dielen befanden sich ja vorher direkt auf den Balken.
Aber es sträubt sich in mir das wieder so zu machen.
Ich würde zuerst eine Unterspannfolie auf die Balken legen und darauf die Dielen. Im Keller dann von unten
dicke Styroporplatten zwischen die Balken und darüber Rigipsplatten, aber so daß die Balken noch sichtbar bleiben.

Habe hier aber gelesen daß auf die Balken am Fußboden im EG zuerst OSB-Platten sollten wegen der Trittfederung?

Grüße Christa



Unterspannbahn



wenn Sie die ganze Angelegenheit in wenigen Jahren wieder erneuern möchten sollten sie es so machen. Denn man packt kein Holz in Kunststoff ein, wenn es denn mal feucht wird, durch Kondenswasser oder sonst wie, kann es nicht wieder trocknen und bietet einen hervorragenden Lebensraum für Pilze und Insekten. Vielleicht belesen Sie sich erstmal im Forum und an anderen Stellen bevor sie übereilig etwas machen. ( vor 150 Jahren hatte man auch kein Styropor, Glasfaser, Rigips und Unterspannbahn und die Häuser stehen heute noch)





..könnten Sie nicht kurz mal sagen wie Sie sich das vorstellen würden?
Dreiviertel des Kellers bestehen also aus einer Balkendecke mit Lehmstaken, also einer reinen Lehmdecke. Jetzt müssen Sie 4 Balken erneuern, haben dort auch die Lehmstaken entfernt, wie kann man diese Öffnung wieder verschließen,
ohne daß man wieder Lehmstaken benutzt, sondern neues Material?
Chris



Deckenkonstruktion



befestigen sie an den neuen Balken einfach 4 x 6 Dachlatten ( auf Höhe der Einschubnut der alten Balken, legen die Fläche zwischen den Balken jetzt mit genau eingepassten Schalungsbrettern aus, legen auf die Schalungsbretter, Natronpapier und füllen die so entstandenen Fächer nun mit Lehmschüttung aus, anschließend, richten sie mit Füllholz oder Leisten die Fläche aus und Verlegen Masivholzdielen



Kellerdecke



Leider schreiben Sie nichts über den Zustand des Kellers und die Nutzung der Keller- und Wohnräume im Bereich der Deckenerneuerung.
Die Zerstörung der alten Decke muß eine Ursache haben; im schlimmstsn Fall passiert das gleiche mit den neuen Balken.
Unabhängig davon empfehle ich Ihnen statt Holz eine massive Handmontagedecke mit gedämmtem Estrich einzubauen.

Viele Grüße



Kellerdeckenaufbau



die vier Kellerdeckenbalken müssen repariert werden weil sie morsche Stellen haben, die anderen Balken im Keller sind noch i.O. Der Keller ist ziemlich trocken,
wird ab und zu beheizt, voll mit Feldsteinen gemauert, liegt souterain, das Haus steht leicht am Hang auf trockenem reinem Sandboden, war früher ein Mühlenhof, im Keller war eine Bäckerei.
Inzwischen sieht es wohl so aus:
Die vier geschädigten Balken bleiben drin, werden nur zum
Mauerwerk hin mit neuem Holz verlascht. Also kann man im
wesentlichen auch wieder die Hölzer der Lehmstaken dazwischenschieben. Das alte Lehm-Stroh-Gemisch wurde inzwischen entsorgt, damit würde ich auch nichts mehr machen wollen. Also müßte unter die Staken ein Dämmmaterial
speziell für Kellerdecken und das ganze dann verschlossen, womit das ist noch die Frage. Die
Balken sollten wie im gesamten Keller mit Lehmdecken ebenfalls sichtbar bleiben.
Von Rigips wurde hier eher abgeraten. Nut-und Federbretter paßen
optisch nicht zu den anderen Lehmfüllungen.
Es müßte die Kellerdecke nach
oben zum EG so dicht machen daß keine kalte Kellerluft nach oben durch die Dielen ins EG dringen könnte.
Deshalb würde ich oben im EG auf die Balken gerne eine Folie
oder Pappe legen und darauf dann wieder die alten Dielen
nageln, anstatt die Dielen direkt wieder auf die Balken zu legen.
Wär das alles so machbar? Speziell dazu hab ich hier bei
der Suche nach Kellerdeckensanierung nichts ähnliches gefunden..
Grüße Chris



Kellerdecke



Leider haben Sie sich wieder nicht zur zukünftigen Nutzung von Keller und EG geäußert, auch nicht zur Schadensursache.
Deshalb sind mir Ratschläge zur Sanierung der jetzigen Decke nicht möglich.
Ich bleibe bei meiner Radikalvariante Neuaufbau.

Viele Grüße





Schadensursache: altes Haus Bj.1860, durch schlechte Pflege entstanden Wasserschäden von außen nach innen, so daß 4 Deckenbalken im Keller auf der Seite zum Außenmauerwerk hin
abgefault sind.
Der Keller wird künftig nur als solcher genutzt, Deckenhöhe
nur 1,70m, er wird aber mit einem Holzofen öfter mal beheizt werden.
Das Erdgeschoß ist normaler Wohnraum.
Was meinen Sie mit Radikallösung?
Das ganze Haus wird renoviert, alles sehr sehr viel Arbeit,
Kosten! Deshalb soll der Keller nur so gemacht werden, daß
er als solide renoviert gelten kann, möglichst geringe Kosten, möglichst wenig Arbeit.
Ich will vor allem verhindern etwas falsch zu machen wodurch dann Schäden entstehen, z.b. weiß ich jetzt daß ich
keine Folie unter die Dielen legen sollte wie man das
beim Dach macht als Dampfbremse.
Grüße Chris



Kellerdecke



"Durch schlechte Pflege entstanden..."
So kann man keine Schadensursache definieren.
Mögliche Ursachen könnten sein:
Von außen eindringende Feuchte (vorspringender Kellersockel, undichter Sockelbereich, etwas war vor die Wand gestellt worden, undichtes Fallrohr, nicht entleerte Regentonne, Außenwasserzapfstelle...)
Kondensatbildung (Wand im Bereich der Balkenköpfe durch Risse nicht mehr luftdicht, Pumpwirkung der Dielung in Verbindung mit dichtem Bodenbelag, nicht mehr luftdichter Abschluß der Deckenunterseite...)
Planschwasser von oben (undichte Leitung in/an der Wand,, Waschbecken bzw. Ausguß...)
Das wären so einige der üblichen.
Normale Wohnungsnutzung?
Küche und Bad sind auch Wohnräume.
Als Radikallösung denke ich an solche Systeme wie eine Filigrandecke.
Bei einem ungeheizten Keller müssen Wärmedämmung, Brandschutz und Schallschutz durch die Decke gesichert werden.

viele Grüße





danke Herr Böttcher daß Sie sich so viele Gedanken machen,
aber ich habe das Haus vor einem Jahre gekauft, wodurch diese Balken genau diese Schäden haben wird man schlecht rekonstruieren können. Sicher ist, daß es einmal einen
Wasserrohrbruch gab, aber nur auf einer Hausseite, nicht an der hinteren wo auch Balken "durch" sind. Hier hat angeblich lange Zeit eine Dachrinne gefehlt.

Sie selbst haben von einer "Radikalvariante" geschrieben,
was genau meinten Sie denn damit? Vielleicht die Balken
durch Metallträger zu ersetzen und darüber einen Estrich legen? An den Einbau von Metallträgern denke ich jetzt auch öfter, allerdings müßten darüber nur Holzplatten gelegt werden können, Estrich wäre zu aufwendig.
Grüße Chris



Kellerdecken



Ich meine damit so etwas wie Ziegeldecken z.b. die Einhängedecke vom System Filigran oder andere handmontagefähige Massivdecken.

Viele Grüße





soeben war jemand hier der auch was davon versteht.
Es ist jetzt das geplant:
Die Balken werden mit Verlaschung repariert, so daß man die
Staken zum größten Teil wieder zwischen die Balken schieben kann. Darunter kommen dann Wärmedämmplatten, die zur Kellerdecke hin mit Rigips verschlossen werden, wobei die Balken sichtbar bleiben. Von oben wird auf die Staken eine Schüttung gemacht, über die Balken kommt ein Rieselpapier und darauf die alten Dielen.
Gerne höre ich noch Meinungen dazu falls daran etwas
sehr falsch sein sollte!
Grüße Chris



Kellerdecke



Wenn jemand nur einen Hammer als Werkzeug kennt wird er alle Probleme damit lösen indem er Nägel einschlägt.



Laß



die sch... GKP aus dem Keller,das geht nicht lange gut!

Alternative die gute alte Heraklit,Sauerkrautplatte ,kann man prima mit Kalkputz verputzen.

Ein Buchtipp für dich ,Wolfgang Lenze Fachwerkhäuser restaurieren-sanieeren-modernisieren,da werden einem die Grundlagen und Funktionen eines FH anschaulich erklärt.
Gut investiertes Geld!
Wie mit den geschädigten Balken zu verfahren ist sollte ein Zimmerer entscheiden,den Deckenaufbau sollte jemand planen der das auch wirklich kann,sowas sollte minimum 30 Jahre Lebensdauer haben,am besten da muß niemand jemals wieder dran.
So ein Mix aus alter Einschubdecke und neuer Einschub Dämmplatten,Schüttungsdecke ist bestimmt auch kritisch zu sehen,verbasteln geht schnell.

Grüße Martin





hallo, leider gibt es Heraklith-platten nicht mehr zu kaufen oder nur sehr schwer, weshalb denn ?!
gibt es dann was vergleichbares?
mir waren die komplett abdichtenden GKP auch nicht so sympathisch.
Morgen Montag kommt mal ein Bauschreiner wegen der Balken
und dann wird man weitersehen...
bis dahin danke für alle Meinungen und Ratschläge !
Chris



Kellerdecke



Jetzt, nach den Fotos und den Aussagen über die weitere Nutzung halte ich die Sanierung der Decke grundsätzlich für machbar.
Aber:
Das wird eine einzige Bastelei und Stückelei, um die Decke recht und schlecht den Anforderungen anzupassen.
Etwas anderes wäre eine normale Geschossdecke zwischen Aufenthaltsräumen einer Nutzungseinheit. Da spielen, im Gegensatz zu diesem Fall, Brand- und Schallschutz sowie Wärmedämmung nur eine untergeordnete Rolle.

Deshalb halte ich auch weiterhin eine Massivdecke für besser, billiger und einfacher machbar.





danke Herr Böttcher für Ihr weiteres Intersse an unserem Objekt. Wir wollen das jetzt zuerst durch mind. zwei Baustischler begutachten lassen, es geht zunächst um die Frage ob und wieviele von den vier Balken komplett erneuert werden müssen, dann kann man sich weiter um das Wieder- Verschließen der Öffnungen kümmern. Eine komplett neue Decke ist zu aufwendig, es müßte doch auch mit Restaurierung der alten Decke gehen..
bis demnächst
Chris



Kellerdecke



Auch wenn ich mich wiederhole:
1. Fragen Sie die richtigen Leute. Bautischler haben nur einen Hammer.
2. Wenn Sie auf Holzbalken bestehen fragen Sie die beiden wie Sie:
- die Tragfähigkeit
- den Schallschutz
- den Brandschutz
- die Wärmedämmung
der gesamten Decke und nicht nur des reparierten Teils!
nach den Vorgaben Ihrer Landesbauordnung und der EnEv sichern wollen.
Lassen Sie sich einen detaillierten Aufbau der Decke mit Höhen geben.

Viele Grüße

Sie können auch selber mal in Ihre Landesbauordnung schauen. Die steht im Netz.