Dämmung zwischen sichtbaren Deckenbalken

14.10.2012



Hallo,
ich habe in eine abgehangene Decke entfernt und die Eichenbalken vom Lehm gesäubert, um sie sichtbar zu lassen. Teilweise ist der Lehm zwischen den Balken sehr locker, oder schon herunter gefallen und die Wickelhölzer sind dort sichtbar.
Wie kann ich das, am bestem mit dämmendem Material und möglichst geninger Höhe, wieder herstellen?
Evtl. die "Löcher" mit Hanfmatten ausfüllen und Lehmbauplatten oder Holfaserplatten zwischen den Balken befestigen?
Oder ist der Abstand von ca. 80cm zwischen den Balken zu groß und müßte dann noch eine Lattenkontruktion darunter?
(nur dann ist nur noch sehr wenig von den Balken sichtbar)



Decke



Hallo Julia,
befindet sich die Decke innerhalb eines Hauses bzw. einer Wohnung oder wohnt oben jemand anderes?

viele Grüße



Decke



Hallo,
der entsprechende Raum wird die Küche.Darüber ist der nicht ausgebaute Dachboden, ein ehemaliger Heuboden, weshalb dort noch Heu und Stroh auf der Decke liegt.So sieht dann bis jetzt auch die bisherige Isolierung von oben. Das ist natürlich nicht die Endlösung, aber das wird noch ein extra Projekt in den nächsten Jahren.
Viel Grüße und Danke schon mal!
Julia M.



Küchendecke



Hallo Julia,
das bedeutet erst einmal das betreffs Brandschutz keine besonderen Maßnahmen erforderlich sind. Das heißt alledings nicht das hoch feuergefährdetes Material im Dachboden zu beführworten ist.
Das Hauptproblem liegt hier im Wärmeschutz und in der Luftdichtigkeit.
Ich vermute das die Decke nie besonders luftdicht war und die Dämmwirkung der lockeren Strohauflage begrenzt. In der Folge drang wohl warme, Feuchte Innenluft durch Risse in die Konstruktion ein, Kondensat fiel aus.
Der Lehm quillt dann auf und beginnt zu bröseln.
Kann es sein das die Risse und das Rieseln aus der Decke dazu führten das die Unterhangdecke eingezogen wurde?
Vermutlich wurde die weder dampf- noch luftdicht verbaut.
Das bedeutet zuerst sollte eine luftdichte und wärmedämmende Decke hergetellt werden. Wenn die Decke im Sichtbereich liegen soll, müssen diese Funktionen auf die Decke gebracht werden, einen halben Windelboden kriege ich nur schwer luft- und diffusionsdicht.
Zuerst sollte die Deckenoberseite begradigt werden, das kann z.B. mit einer gebundenen, begehbaren Schüttung erfolgen. Darauf dann als Luftdichtigkeitsebene eine Dampfbremse in Form einer Folie. Je nach Aussehen der Deckenoberfläche kann man diesen Aufbau anpassen; ich kann mir auch vorstellen die Dampfbremse ganz wegzulassen wenn ich die Oberseite anderweitig dicht kriege oder der Putz auch bei einem halben Windelboden dicht genug ist. Darauf dann die eigentliche Dämmlage; ich würde hier zu Weichholzfaser greifen. Notfalls geht auch Mineralwolle, zur besseren Winddichtigkeit abgedeckt mit einer USB. Falls Feuchte von unten eindiffundiert, kann sie über den Dachraum ablüften. Das Stroh und Heu kann dann weg.
Nun zur Deckenunterseite:
Falls das mal ein ganzer Windelboden war (die Deckenunterseite war durchgängig glatt verputzt, die Balkenunterseiten nicht sichtbar) dann sollte er auch wieder so hergestellt werden. Fehlstellen werden mit strohlem ausgestopft. Die Winddichtung auf der Oberseite kann dann entfallen weil der neue Putz das gewährleistet. Falls das mal ein halber Windelboden war (der untere Teil der Balken schaute aus der Decke)dann sollten die Felder dazwischen wieder mit Lehm verputzt werden.

Damit wäre ihre Frage beantwortet.
Als Zugabe erhalten Sie von mir noch folgenden Rat:
Küchendunst und Fettwrasen sind kein Freund von Lehmdecken.
Wenn vorher ein ganzer Windelboden vorhanden war würde ich wieder eine Unterhangdecke einbauen, diesmal mit dem richtigen Materialsystem und luftdicht. Das schützt die Decke am besten, ist schnell montiert und hält sich zeit- und kostenmäßig in Grenzen.

Viele Grüße



Decke



Hallo,
erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Es war ein halber Windelboden. Nachdem der Lehm dann teilweise rausgebrochen ist, (vermutlich durch Feuchtigkeit von oben,das Dach war undicht,ist aber schon erneuert, oder Küchenschwaden)wurde dann der Einfachheit halber, eine Rigipsdecke abgehangen. Diese habe ich jetzt ja wieder entfernt und möchte eben die Balken wieder sichtbar lassen.
Welchen Materialien genau sind das dann, die sich dort einfach und kostengünstig anbringen lassen?
Bei 80cm Balkenabstand muss doch für z.B. Lehmbauplatten bestimmt noch eine Latte längs zwischen den Balken angebracht werden, um einen geringen Abstand der "Unterkontruktion" hinzubekommen? Könnte ich eine Latte an den Wickelhölzer befestigen?
(Oder muss ich wirklich mit Stroh-Lehm die Decke wieder "zukleistern"? Hoffe das geht mit Platten!)

Gruß Julia



Decke



Das beste ist Lehm!
Man sollte natürlich putzen können. Kein Problem wenn es ein wenig wellig oder schief wird. Man kann jederzeit nachbessern. Außerdem passt das besser zu den sicher handgehauenen Balken die ja auch nicht gerade sind, oder?

Viele Grüße





Das hab ich mir gedacht, die balken sind unterschiedlich und mit schief und puckelig hab ich auch kein Problem, die Frage ist nur ob der Lehm in der Dicke halten wird? Es müßte ja ca 5/6cm beigeputz werden und das auf das Holz der freien Wickelhölzer. Wie kann das halten? Schilfrohr?



Decke



Normalerweise müsste noch genug Stroh an den Wickelhölzern hängen, das eine gute Haftung zum neuen Putz sichert, Wenn nicht, etwas aufrauhen. Es wird mehrlagig geputzt, etwa 10 mm pro Schicht. Größere Löcher kann man vorher mit Strohlehm ausstopfen: Stroh wird mit etwas Lehmmörtel vermischt und in die Lücken gedrückt. Falls der neue Putz dicker als 10 mm wird kann man sich auch mit einem Putzträger wie Ziegeldraht behelfen.

Viele Grüße