Holzbalkendecke

03.09.2012



Servus!

Will eine Holzbalkendecke neu machen,wie geht man am besten vor.
Decke soll auf die zwei Mauern im Bild.Kann man die zwischenräume bedenkenlos mit Kalkmörtel + Steine ausmauern. Später dann den Ringanker. Holzbalken sollen sichtbar bleiben. Will OSB-Platten drauf schrauben wie geh ich dann weiter vor. Decke muß auf jeden Fall gedämmt werden da ich das Zimmer nutzen will.
Habe noch Abruchlehm (Decke+Wand) Hanfdämmung Wand 60mm und Holzweichfaserplatten Fußboden.
Kann man diese Materialen mit einfügen.Raum über der Decke soll nicht beheizt werden.
Oder ganz anders??????

Wäre froh über jede Hilfe!

Mfg Lars



Was sagen...



der Architekt und der Statiker, die die Genehmigungsplanung erstellt haben zur Ausbildung / Einbindung der Decke?



Ich



glaube nicht, daß Lars hier seine Frage gestellt hat um eine Gegenfrage als Antwort zu bekommen.

Ein einfaches "Solch ein Umbau bedarf einer Genehmigung" reicht vollkommen um beim Thema zu bleiben und auf die rechtlichen Aspekte eines solchen Vorhabens hinzuweisen.

Wie es aussieht baut Lars einfach frei um und das ist doch seine Entscheidung und steht hier gar nicht zur Debatte.

Zum Thema kann ich noch sagen, daß ich bemerkt habe daß in alten Häusern die Holzbalken sehr oft wenn nicht gar fast immer auf geschmiedeten Eisenstreifen aufliegen, und nicht auf dem Mauerwerk direkt.

Warum das so ist weiß ich nicht, kann mir nur vorstellen das Eisen anstelle von Mauerwerk/Mörtel sich besser auf lange Sicht mit dem Holz verträgt, gerade wenn Feuchtigkeit ins Spiel kommt.

Bitte meinen Kommentar positiv aufnehmen, mir fällt auf, daß in diesem Forum sehr häufig vom gestellten Thema abgewichen oder gar nicht erst drauf eingegangen wird - das erschwert es Suchern nach einem Thema erheblich, etwas Zusammenhängendes zu finden.

Viele Grüße
Torsten Kühnel





und ich glaube nicht, dass AM diese Antwort in dieser Weise formuliert hat, weil sie für sich einen Erkenntnisgewinn erhofft hat.

Ich denke, es sollte der Ratschlag transportiert werden, diejenigen zu fragen, die sich mit dem Projekt bereits in sachkundiger Weise auseinander gesetzt haben.

Wenn es die nicht gibt, wird das Forum kaum mehr helfen können als der Bauherr selbst, zumal wenn über die bisher ausgeführten und die geplanten (?) Einzelheiten des BV gar nicht bekannt ist.



Natürlich sollte …



… so eine Konstruktion von den üblichen Verdächtigen (Architekt, Statiker, div. Behörden, ausführende Firma) ihr "Go!" bekommen, klar, selbstredend…

Ich hätte da noch ein paar Fragen (keine Gegenfragen):

• Welche Zwischenräume sind gemeint, die zwischen den Balken?

• "Später dann den Ringanker" - auf welcher Ebene ist der Ringanker denn angedacht?

• Für die Art und Ausführung der Dämmung gelten sehr viele Regeln, nicht gesetzliche, sondern physikalische. Natürlich gibt es erprobte und bewährte Deckenaufbauten, vielleicht sogar welche, in denen Du die Materialien, die Du zufällig noch übrig hast, verwenden kannst. Wie hast Du dir denn den kompletten Deckenaufbau vorgestellt?



Holzbalken verlegen...



Ich beschreibe mal, wie es bei uns gemacht wurde:

Zuerst einmal die beiden Mauern in der Höhe auf Niveau bringen (Schlauchwaage, Laser, etc.).

Dann auf der Mauer einen Bitumenstreifen legen, wo die Balken aufliegen werden (Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit.

Den Balkenkopf mit einem 1cm-dicken Jutefilz einschlagen und dann auf den Bitumenstreifen legen. Der Balken liegt nur bis zur Mitte der Mauer - der Rest nach außen wird mit Holzdämmplatte hinterdämmt. Als Abschluss nach Außen einen 7er Stein.

Bei uns wurde gleich ausgemauert. Die Balken wurden nur von oben mit aufgelegten Wachskarton vor Verschmutzung geschützt (das ging ganz gut).

Problem: die Balken müssen trocken angeliefert werden. Alles was mit über 16% Holzfeuchte ankommt, kann sich schnell durch die Umgebungsfeuchte in einen kritischen Bereich steigern und es entsteht Grauschimmel. Gerade im Herbst ein leichtes Spiel.

Die genannten Dämm-Materialien kannst Du sicherlich auf der OSB unterbringen - fragt sich aber, wie dann Dein Fußbodenaufbau für den oberen, nicht beheizten Raum erfolgen soll. Evtl. dann Konstruktionshölzer auf der OSB, zwischen denen Du das alles ablegen kannst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Decke



Hallo Lars,
erstmal auch von mir der Hinweis, das man so etwas als Laie nicht ohne Planung anfassen sollte. Sie brauchen eine genehmigte Planung samt Statik, Wärme-, Brand- und Schallschutznachweis.

Dann zur Decke:
Üblich ist erst der Ringanker dann die Decke, besser Ringanker und Decke in einer Höhe/in einem Bauteil.
Wie das bei Ihnen genau aussieht kann ich ihnen nicht sagen da ich nicht weiß wie das Dach einmal gebaut wird.

Noch was Grundsätzliches zum Thema Ringanker:
Das Ding hat die hauptsächlich die Funktion, die Knicklängen der tragenden Wände auf Geschosshöhe zu begrenzen. Entweder er ist Bestandteil von monolithischen Betondecken oder ein gesondertes Bauteil, wie z.B. unter einem Flachdach oder einer Holzbalkendecke.
Die Decken haben neben ihrer eigentlichen raumbildenden Funktion noch die Aufgabe, neben den aussteifenden Querwänden waagerechte Kräfte die an einer Außenwand wirken aufzunehmen und in das Gebäude abzuleiten. Dafür werden Decken entweder als starre Scheiben (Betondecke) ausgebildet oder der (modifizierte)Ringanker muß diese Funktion mit übernehmen- dann nennt man ihn Ringbalken. Das kann bei einer Holzdecke oder einem Flachdach erforderlich sein, wenn dieses Bauteil nicht als starre Scheibe ausgebildet ist. Klassische Holzbalkendecken gelten in der Statik nicht als Scheibe sondern nur die Balken als stabförmige Tragglieder. Ob so eine Decke einen gesonderten Ringanker oder Ringbalken braucht ist also eine Frage der Bemessung bzw. Konstruktion. Manchmal macht schon eine Handvoll Schrauben oder eine andere Materialklasse bei OSB diesen Unterschied.
Was heißt das: Ein Statiker muß das System festlegen, Schnittkräfte ermitteln und diese Konstruktionsteile bemessen!

Zu den Eisen in alten Holzbalkendecken:
Die statischen Probleme sind seit mehreren hundert Jahren bekannt und in Konstruktion und Bau von Decken berücksichtigt worden.
Dafür auch die Eisen: An den Längswänden/Traufseiten wurden an die Balkenköpfe Zugbänder/Kopfbänder genagelt, die dann eingemauert wurden. So wurden die Balken mit den Längswänden schubfest verbunden und konnten waagerechte Kräfte quer zu den Längswänden aufnehmen. An den beiden Giebelseiten wurden mehrere Zugbänder quer auf die Oberseiten der ersten 3 Balkenlagen gelegt und verklammert. Die Verbindung zur Giebelwand stellten sichtbare Anker her, die man noch häufig sehen kann (runde Platten, geschmiedete, manchmal verzierte Ankerformen).

Noch was zum Schluß:
Der Fenstersturz links auf dem Foto hat ein viel zu kurzes Auflager.
Als Auflager für die Balkenlage ist eine Mauerlatte hilfreich. Sie wird mit dem Mauerwerk darunter verbolzt, die Balken sind darauf höhenseitig exakt auszurichten und es werden Kantenpressungen verhindert. Fixiert werden sie mit Winkeln.

Viele Grüße





Danke, hier habe ich auch viele wertvolle Informationen für mich gefunden.



Holzbalkendecke



Erstmal Danke für fast alle Antworten.


Mfg Lars