Holzbalkendecke mit verdrehten Balken ausgleichen

29.11.2011



Hallo!
Dies ist mein erster Beitrag, und ich hoffe ich mache alles richtig.
Ich bin gerade dabei das Dachgeschoß unseres Hauses (Bj. 69) zu renovieren. Ich habe den alten Bodenbelag komplett entfernt und die Holzbalkendecke freigelegt. Zwischen den Holzbalken (22x12 cm, 60 cm Abstand) befindet sich ein Blindboden, auf dem Mineralwolle aufgelegt war. Die Holzbalken haben Höhenunterschiede von max. 25 mm, und zusätzlich haben sich die meisten Balken noch verdreht. Auf die Balken sollen OSB-Platten verschraubt, und ein Zementestrich eingebracht werden (vom Statiker abgesegnet).
Nun bin ich am überlegen wie ich die Höhenunterschiede am besten ausgleichen kann. Meine Idee wäre beidseitig an die Balken Dielen in der richtigen Höhe anzuschrauben. Allerdings ist dann die Auflagefläche wieder nicht plan, da die Balken sich ja verdreht haben.
Jetzt meine Frage: Gibt es etwas das ich zwischen die seitlich angeschraubten Dielen füllen kann, was mir einen tragfähigen Untergrund für die OSB-PLatten bildet? Die Platten würden auf den Dielen ja immer nur auf einer Kante aufliegen. Eine andere Möglichkeit wäre die angeschraubten Dielen planzuhobeln, das wäre aber denke ich ein riesen Aufwand. Als Aufbauhöhe stehen mir 8,5 cm ab ausgeglichener Balkenlage zur Verfügung, deshalb kann ich auch nicht mit verkeilten Latten auf den Balken arbeiten.
Ich hoffe ich habe mein Problem verständlich erklärt und freue mich auf Eure/Ihre Vorschläge!

Grüße
Moelli



Deckenaufbau



von mir folgende Tipps:
1. Fragen Sie Ihren Statiker, warum er nicht Schwalbenschwanzplatten vorgesehen hat. Dort spielt der Höhenausgleich nicht so eine große Rolle.
2. Fragen Sie ihn, warum er nicht oben eine beidseitige Verleistung ähnlich wie beim Blindboden vorgesehen hat. Dann kann man Rauhspund oder passgenau gesägte OSB- Platten höhengleich einlegen, einen Trittschall- und Feuchteschutz aufbringen und dann Estrich. Alternativ dazu wäre auf der Brettlage auch Rieselschutz, Trockenschüttung als Ausgleich und Trockenestrich möglich.
3. Fragen Sie ihn, warum er nicht eine Holzbeton- Verbunddecke vorsieht.
3. Fragen Sie ihn, warum er nicht eine Rauhspundlage, einen Höhenausgleich mit Fescoplatten und einen Gußasphaltestrich vorsieht.
Dann melden Sie sich wieder und wird reden über noch offene Probleme.

Viele Grüße



Holzbalkendecke



Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für die schnelle Antwort!
Der Statiker hat nur die Decke berechnet. Zu den Ausgleichsmaßnahmen hat er sich nicht geäussert, ehrlichgesagt habe ich ihn garnicht danach gefragt... Werde ich noch machen. Zu Ihren Punkten:
1. Die Schwalbenschwanzplatten habe ich mir auch schon angesehen, und zum einen finde ich diese sehr teuer, und zum anderen hat mein Estrichleger auch dort einen vorherigen Höhenausgleich gefordert. Er sagt alles über 1 cm Differenz sei inakzeptabel. Die angegebene Erhöhung der Traglasten erhält man nicht bei schwimmender Verlegung, und so sehe ich keine Vorteile die den Mehrpreis rechtfertigen.
2. Hier bleibt das Problem mit den verdrehten Balken und der deswegen nicht planen Auflagefläche doch das selbe? Ist es egal, wenn die OSB-Platten / Rauspund nur auf einer Kante aufliegen?
3. Hatte ich mir auch schon angesehen, allerdings war davon die Rede, dass die Decke beim Vergießen von unten abgestützt werden muss, und das ist hier nicht möglich. Über die Kosten habe ich mich hier nicht informiert.
4. Gußasphalt kam bisher nicht zur Sprache, werde ich mich informieren.

Grüße
Moelli



Decke ausgleichen



Hallo Moelli,
die Höhen der Balkenoberflächen unter der Lewisplatte lassen sich mit Federn (keilförmig geschnittenen Brettern) angleichen.
Wenn es keinen zwingenden Grund für einen Massivestrich gibt dann empfehle ich ihnen die Variante 2 mit Trockenestrich.
Selbst Gußasphalt oder Zement- bzw. Anhydritestrich funktionieren; die vorhandenen Unterschiede gleicht der Estrichleger mit Fescoplatten, Styrodurplatten und/oder Schüttung aus. Vorteil dieser Variante: Die geringere Aufbauhöhe.
Warum wollen Sie eigentlich unbedingt einen Massivestrich auf der Balkendecke?
Hat der Statiker den Estrich auf Biegezug gerechnet, also mit einer Bewehrungseinlage?

Viele Grüße