Aufbau Geschossdecke und eventl. Dämmung ?

14.01.2010


Hallo,
unser 100 Jahre altes Sandsteinhaus wurde 1963 aufgestockt.
Ich mache mir Gedanken die oberste Geschossdecke zu dämmen um eventl. Heizkosten einzusparen.
Der Dachspeicher ist nicht ausgebaut und das Dach dementsprechend nicht gedämmt. (Ziegel und Unterspannfolie).
Die Geschossdecke wurde 1963 neu eingezogen.
In dem Bauplan von 1963 sind Holzbalken (10/20) eingezeichnet ansonsten ist nichts vom Deckenaufbau im Bauplan.
An der Deckenunterseite ist Heraklit angebracht und auf der Oberseite ist eine Beton- oder Estrichsicht.(ca.5cm)
Dazwischen ist Dreck und wahrscheinlich Schlacke.
Wenn ich an der Decke was befestigen möchte bekomme ich nur an den Balken richtig halt.

Dazu habe ich zwei Fragen:

1.)Die Experten unter euch Wissen bestimmt was man als Schüttung 1963 verwendet hat und warum man oben einen (Betonboden?) verwendet hat. , bzw. ist der Aufbau so wie ich ihn beschreibe oder fehlt was?

2.)Ist eine Dämmung sinnvoll und wenn wie ist der beste Aufbau?

PS. Fläche 70m² Wohnraumhöhe 2,70m (eventl. könnte ich Unterseite dämmen.



Wenn der Betonboden auf der obersten Geschossdecke...



...absolut eben ist, dann geht die Dämmung am einfachsten mit Holzdämmplatten, die versetzt auf den Beton gelegt werden. Die Platten sind belastbar. Für das Abstellen und und für "Gehwege" kann ja das eine oder andere Brett als Auflage dienen.

Sollte der Speicher jedoch als Nutzraum dienen, dann braucht es einen Aufbau mit Rahmenhölzer. In dem Fall kann dann zwischen den Hölzern Flachs oder Hanf als Dämmung eingebracht werden.

Auf der Unterseite der Decke in den Wohnräumen würde ich nicht arbeiten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Kenn ich doch irgendwo her ......



Hatte ein ähnliches Problem beim Umbau meines etwa 1830 erbauten Fachwerkhauses ....

Ob nun 1863 oder anno dazumahl verbaut, die Aufstockung macht mir mehr Gedanken als die Ausführung !

- Handelt es sich wirklich um 10/20er Balken oder war das eine Einschätzung bzgl. der Traglast der Balken ???

- Dreck und Schlacke findest Du - wie auch bei mir (handgeschlagene Balken, dazwischen Lehm-Stroh-Holz-VerbundBau) bei "echten!!!!"alten Sparren - wenn ja freu Dich, lass (bzw mach) die am Besten Sicht (erheblicher Aufwand).....

- 70qm Estrich .... Gewicht ? - schlag mal nach .... wollt ich nich haben, kein Isowert, kein Nutzen, raus damit - mein Tipp, andere mögen anderer Ansicht sein --> hilft Dir aber mit Sicherheit den "Dreck" der darunter ist zu entfernen und die Decke zu entlasten.

- Wenn wirklich möglich leg die Balken komplett frei, entfern den "alten Dreck" isolier nach heutigem Standard (10/20er Balken o.ä.) ergibt ne Ansprechende Isolierwirkung, empfehlen würde ich einen Natur - oder FaserIsolierstoff - Hanf/Stroh/Steinwolle etc.... ein örtlicher Isolierhändler berät Dich umfassend !

PS : Heraklith Platten sind nich so doll wie viele meinen (Frauenhofer Institut mal nachscheuen ("Zementgebundene und oder Magnesitgebunden Holzbauplatte mit gefährlichen und gesundheitsgefähredenden Stoffen - Abfallschlüssel : 170603und170604) --> WEG DAMIT --> in Baden Würrtember(da wohn ich ist der Dreck bei Umbauten,Renovierungen etc zu entfernen und zu entsorgen!!!)

Mein Deckenaufbau währe :

Geschliffene Deckenbalken, zwischen den Balken (oder obendrauf) eine Sichtdecke aus Holz/Rigips/o.ä geschmacksvollem Material, darüber wiederum der übliche Aufbau bestehend aus einer Luftdichten,begehbaren Deckschicht (bei mir 6 monatig auf dem Scheunenboden belüfteter OSB 4 (nicht OSB 3 und nicht OSB 4 billig-Produkt), darauf Isolierung(siehe Beratung Iso Techniker - bei mir 10 cm zwischen den Balken Rockwoll SONOROCK WLG 035 wg Schall, und auf! der OSB Dampfsperre, darüber 24cm Sonorock Druckstabi (Fassaden Isolierung - Styropor tut´s auch) und als Sauberkeitsschicht (muss nich sein - aber ein verstaubter Dachboden is mir ein Greul - 12mm OSB4 Nut und Feder einfach nur mit Leim verklebt da ich den Raum oberhalb nicht nutze.



Unterm Strich - Wenn Du kein Handwerker bist und das machen lassen willst wird´s unbezahlbar, in Eigenleistung mit ein weniq Equipement sparste viel (Heizkosten,lebst viel gesünder (Heraklith und Lehm,Schlacke-Dreck is raus aus´m Haus!/Weniger Heizen/besseres Feuchteverhalten im Raum,Räumen etc...)

Wünsche viel Spass bei der Entscheidungsfindung ...



Deckendämmung



Hallo Stohr,
nimm einfach einen Lochbohrer für Stein oder Hammer und Meißel und sieh mal nach, was in der Decke wirklich drin bzw. wie ihr Aufbau ist.
Schreib oder besser fotografier das Ergebnis, dann werden wir weitersehen.

Viele Grüße





Nach genauen Untersuchungen ergibt sich folgender Deckenaufbau.

Holzbalken 10/20 im Abstand von 55cm.
Unterseite 25mm Heraklit.
Danach 10cm Hohlraum, weiter geht es mit 25mm Bretter die zwischen den Holzbalken liegen.
Der Rest wurde mit 8cm Bimsbeton augefüllt.

Da es sich um ein Satteldach handelt ist die Aufbauhöhe etwas begrenzt zumindest ohne größeren Aufwand zu betreiben.
Bis 10cm kann ich ohne Probleme aufbauen, ansonsten muss
ich in die Dachschräge und da wird es eng zum Arbeiten.

Rechnet sich eine zusätzliche Dämmung ? (Kosten/Nutzen,Aufbauhöhe)

Wie könnte der Aufbau aussehen ?



Moin Stohr,



nach allem was ich bisher weiss, ist die Dämmung der oberen Geschossdecke die Massnahme mit dem besten Kosten-/Nutzenverhältnis in ungedämmten Häusern.

Ich hab in dem ehem. Haus meiner Mutter schlicht 20cm Steinwolle ausgerollt und in der Mitte aus aufgestellten Baudielen und OsB-Platten einen Geh- und Abstellbereich geschaffen. Ergebnis: 2' wärmer im Winter und vor allem deutlich kühler im Sommer (schwarze Betondachsteine....).

Bei Zimmern in der Dachschräge bringts logischerweise nicht so viel....

Wichtig ist, dass dein Aufbau diffusionsoffen bleibt, damit die von unten aufsteigende Feuchte ablüften kann.

Ich hatte gegen den MiWo-Staub zunächst Folie draufgelegt, und als ich nach 3 Monaten nochmal gucken kam hing die von unten voll mit Wassertropfen - also wech mit und wieder was gelernt.......

Willst du später noch ausbauen?

Gruss, Boris



Decke dämmen



Die Decke hat mit diesem Aufbau schon einen gewissen Dämmwert, sie sollte so verbleiben wie sie ist.
Eine Aufrüstung ist mit den Vorschlägen von Frank (gut und etwas teurer) und Boris (billiger aber machbar) möglich und sicher erfolgreich.
Der Estrich sichert neben Winddichtigkeit auch Schallschutz und sommerlichen Wärmeschutz, also unbedingt drinlassen!

Damit diese Aufrüstung auch erfolgreich ist, sollten Sie andere mögliche Wärmelecks nachprüfen und ggf. nachbessern.
Da ist zuerst einmal die Treppe bzw. der Einstieg in den Dachboden, hier geht durch Konvektion erfahrungsgemäß die meiste Wärme verloren.
Dann gibt es noch Putzrisse in der Decke, undichte alte Fenster, ungedämmte Außenwände und Dachschrägen...

Viele Grüße

p.s. Die Balkenlage läßt von der Tragfähigkeit her bis ca. 4 m Spannweite noch den Ausbau des Dachgeschosses als Wohnraum zu, damit haben Sie, wenn die lichte Höhe im DG passt, noch eine Ausbaureserve.

Viele Grüße



Danke für die Antworten



Hallo,
danke für die Antworten.
Ich werde wahrsscheinlich, wenn überhaupt, Holzdämmplatten verwenden. Der Speicher wird nicht ausgebaut soll aber vollflächig begehbar als Lagerraum weiter nutzbar bleiben.

Da ich keine Rahmenhölzer brauche, fällt Rauhspund weg. Spanplatte oder OSB sind wahrscheinlich auch nicht besonders gut geeignet.

1.Frage: Wäre Fermacell (hohes Gewicht?) brauchbar bzw. was kann ich verwenden als vollflächigen Geh- und Abstellbelag ???

2.Frage: Aufbau mit Holzdämmplatten 8cm. Mehr möchte ich nicht. Wäre da eine Energieeinsparung von der Kosten/Nutzenseite oder nur den Aufgang Speichertreppe dämmen und Abdichten und fertig.

PS. Ich frage mich immer mehr ob ich überhaupt dämmen soll?



Moin,



rechnen tut sich das auf jeden Fall, die Frage ist bloss wann.....;-)

Ich habe die exakten Werte nicht vorliegen, gehe aber mal davon aus, dass die 8cm besser dämmen als dein ganzer bisheriger Aufbau.

Die Platten gibt es in unterschiedlichen Qualitäten, einige sind auch ohne weiteren Belag gelegentlich begehbar - dann würde dir eine "Laufgasse" in der Mitte reichen.

Schau halt mal bei den Herstellern: Doser, Steico, Gutex, Pavatex,Hofatex usw.

Fermacell macht hier keinen Sinn - Gewicht bräuchtest du nur zur Trittschalldämmung.

Gruss, Boris




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