Fußbodenaufbauhöhe auf Holzbalkendecke

23.10.2007



Guten Tag,

ich möchte gleich vorweg schicken, dass ich mir darüber im Klaren bin, dass dieses Thema bereits mehrfach im Forum behandelt wurde. Ich bitte trotzdem noch einmal um Ihre Meinungen, weil ich mir ziemlich unsicher bin und keinen schwerwiegenden Fehler machen möchte.

Wir sanieren ein Wohnhaus mit mehreren Wohneinheiten aus der Gründerzeit. Im Haus sind ausschließlich Holzbalkendecken vorhanden, bis auf die Decke über dem KG. Nun ist angedacht, die Fußböden der Küchen und Bäder zu fliesen. Fliesen deshalb, weil sie sehr strapazierfähig sind. Hier im Forum liest man immer wieder, dass die Variante mit Lewis-Platten und darüberliegendem Estrich eine gängige ist, auch von Fachleuten hört man dies wiederholt.

Jetzt ist die Aufbauhöhe hierbei das Problem. Die vorhandene Dielung hat eine Stärke von 30 mm. Wird diese heruntergenommen und der Aufbau wie oben beschrieben auf die Holzbalken aufgebracht, ergibt sich bei einer Aufbauhöhe von ca. 65 mm eine Höhendifferenz zur bleibenden Dielung der anderen Räume von 35 mm, was recht viel ist.

Der nächste Punkt ist der, dass ich hier mehrfach den Hinweis gelesen habe, dass die Decken durch diesen Belag nach oben hin versiegelt werden und nicht mehr atmen können, was auch einleuchtend erscheint. In unserem Fall kommt noch hinzu, dass die Bäder im Haus übereinander liegen.

Gibt es eine nachhaltig funktionierende, niedrigere Alternative zu dem Aufbau mit Lewis-Platten/Estrich? Unter den Dielungen der Räume, die bisher als Küche bzw. Bad genutzt wurden, sind einige Holzbalken durch Feuchtigkeitseinwirkungen massiv geschädigt worden.

Ich bedanke mich für Ihre Hilfe!

Freundliche Grüße

Susanne Storch



Höhenzunahme



Hallo Susanne,

an die "Decke muß atmen können"-Theorie glaube ich jetzt weniger, wichtig ist, daß kein austretendes Wasser in die Decke gelangen kann (daher vermute ich auch eher die Holzschäden, bei mir war das Holz im spritzwasserbereich auch geschädigt, die Alten habe wohl ziemlich geplanscht) und deshalb ist eine vernünftige Abdichtung notwendig. Dampfdichtigkeit auf der Oberseite (hier Boden) ist dann ein Problem, wenn es sich um einen Kaltraum handelt und der darunterliegende Raum beheizt wird. Du wirst es aber sicher warm haben wollen im Bad, also denke ich kein Thema.
So, nun zur Höhe. Mal egal, welcher Aufbau (Lewisplatten, OSB plus Trockenestrich, Holzbetonverbunddecke), er wird immer höher sein als die Dielung in den anderen Räumen des Geschosses. Er muß ja schließlich auch so stabil werden, daß es nicht reißt.
Manche Mitglieder hier schwören auf Dielenboden im Bad. Weniger mein Ding, aber Geschmacksache. Damit würdest du auf Geschoßniveau bleiben, müßtest dich aber gedanklich von großer Planscherei verabschieden.
Zum Thema Dielenboden gibt es genug Beiträge hier und bei Fliesenboden wirst du denn Versatz bekommen.
Einzige Alternative aus meiner Sicht, das restliche Niveau des Geschosses ebenfalls anheben. Aber da kommt sehr viel auf dich zu (Abtritt Treppe stimmt nicht mehr, Sturzhöhe Türen, etc.). Bei mir kein Problem, ich habe die Hütte ohnehin komplett zerlegt.
Aber vielleicht hat sonst noch jemand eine Idee.

Gruß Patrick.



Wie...



...wird denn zukünftig geheizt? Besteht die Möglichkeit einer FBH für die Bäder?

Grüße

Thomas





Hallo,
danke erst einmal für die Antworten.

Eine Fußbodenheizung ist nicht vorgesehen. Schon deshalb, weil der finanzielle Aufwand so gering wie möglich gehalten werden soll. Hätte eine Fußbodenheizung denn Vorteile, die Konstruktion betreffend, gegenüber eines "normalen" Heizkörpers?

Beste Grüße

Susanne



Bei der Variante:



FBH zwischen den Balken, darauf OSB mit Abdichtung, an den Wänden hochgezogen, darauf Fliesen geklebt käme man so in etwa auf die selbe Aufbauhöhe.

Weil der FB die wärmste Stelle ist, wird im FB-Aufbau auch nichts kondensieren.

Grüße

Thomas



Fliesen direkt auf OSB...



.. würde ich überdenken. Es kommt stark darauf an, wie groß der Balkenabstand ist, daß es überhaupt funktioniert. Es gibt zwar flexible Kleber, aber die Schwachstelle ist immer der Fugenmörtel. Zum Teil auch je nach Plattengröße die Fliesen selber. Ich habe noch keinen Fußbodenaufbau gesehen, bei dem es über kurz oder lang kein Problem mit Rissen gab, sofern direkt auf Spanplatten oder OSB geklebt wurde.

Gruß Patrick.