Fussbodenaufbau mit Trockenestrich abgeschlossen - große Enttäuschung!

29.12.2006


Hallo, liebe Community! Ich wollte gern Nachricht geben, wie es mit unserem Ausbau gelaufen ist. Wir haben auf die mit Spanplatten belegte Bestandsholzbalkendecke folgenden Bodenaufbau aufgebracht: Holzbalkendecke, 22mm-Spanplatten verschraubt, kurzflorige Nadelfilzauslegware verklebt (bis hiérher Bestand), dann Rieselschutzbahn, 40mm Perlite Niveauperl, eine Lage 8mm Knauf Fasoperl, 20mm Trockenestrich, Falze geklebt und geschraubt. Rundum Dämmsteifen, ebenso die Schwellhölzer in den Türdurchlässen entkoppelt. Große Freude, Arbeit ging gut von der Hand, perfektes Niveau in allen Räume auf den rund 80m² Ausbaufläche.
Im Erdgeschoss kommen wir uns jetzt aber vor wie die Wikinger, die Angst haben, Ihnen würde der Himmel auf den Kopf fallen, so dröhnt die Decke, wenn unsere Kinder oben laufen oder gar toben. Mir ist schon klar, dass ich nicht alle db-Reduzierungsangaben der einzelnen Hersteller addieren darf, aber so ist die Akkustik nach den Ausbau kein bisschen besser als zuvor. Wir haben peinlichst auf Schallbrücken geachtet, Heizungsrohrdurchlasse, Zargen, etc von dem Estrich entkoppelt.
Ich denke, von der Möglichkeit, dass man vom Ergebnis enttäuscht ist, sollten auch Interessierte im Forum wissen.
Nun? Ja, wissen wir auch nicht. Da die Kinder noch klein sind, werden wir wohl nicht warten wollen, bis sie eines Tages ausziehen... Vielleicht hilft ja eine Verfüllung der Hohlräume in der Decke zwischen EG und OG mit Einblasdämmung, um so den Resonanzboden zu eliminieren?
Danke, falls Ihr noch Tipps habt. Wir wünschen allen Häuslebauern alles Gute für das kommende Jahr, Euer Hinnerk



Schallschutz



Guten Tag,

schön, daß jemand den Mut hat, auch einmal von negativen Erfahrungen zu berichten. Denn aus Fehlern lernt man.
Was waren hier die Fehler ?
- zunächst einmal hat anscheinend niemand die Decke schalltechnisch bewertet. Architekten und Bauingenieure machen sowas in der Regel.
- dann hat niemand bedacht, daß relativ dünne und steife Ausgleichsmassen, wie Nivoperl und Fasoperl, das Trittschallschutzmaß nicht verbessern.
- außerdem hat man der Gesamtkonstruktion keine Masse gegeben.

Wie sieht denn der Oberbelag aus ? Mit Laminat wäre das Desaster komplett.

Was also kann man noch tun ?
Die von Ihnen angedachte Ausblasung mit Zellulose könnte Resonanzen im Hohlboden eliminieren (das fällt aber eher unter die Überschrift experimentelle Raumakustik). Der Massegewinn bringt einen geringen Zuwachs beim Luftschalldämmmaß. Höher als +2 bis +3 dB würde ich den erhofften Gewinn aber nicht veranschlagen.
Ein trittschallschluckender Oberbelag, weichfedernd, könnte die übelsten Gehgeräusche mindern.
Kein Mittel gibt es gegen "schweres männliches Gehen", da wäre die gesamtkonstruktion und ihre Verformbarkeit gefordert.

Hat Ihnen etwa hier im Forum jemand zu diesem Aufbau geraten ?



Fussbodenaufbau mit Trockenestrich abgeschlossen - große Enttäuschung!



Hi,
quote:
Kein Mittel gibt es gegen "schweres männliches Gehen", da wäre die gesamtkonstruktion und ihre Verformbarkeit gefordert.
quote aus.

1- große Masse in die Decke.-> nicht machbar.
2- Schwingung durch Versteifung reduzieren/verhindern.

Denkanstoß:
eine dekorative "Säule" im Zentrum des unteren Raumes?
(Raumteiler mit senkr. Balken o.ä.)

nur zur Probe eine Schalungsstrebe ( mit Gewinde zur Höhenjustage) vom Boden zur Decke einspannen ...
...falls das die Decken"ober"fläche verträgt.



Danke für die Antworten - Enttäuschung mit Trockenestrich/Perlite



Hallo und vielen Dank. Der Tipp mit dem Aufbau entstand beim Stöbern im Forum, wo ich erstmals von der Möglichkeit eines Trockenestrichaufbaus erfuhr. Ich habe dann bei Knauf und Fermacell nachgelesen, dass beide exakt diesen Aufbau als Lösung empfehlen. Naja, die möchten ja auch ihre Sachen vermarkten...
Eine Stütze von unten kommt aus Gestaltungsgründen nicht in Frage, das mit einer Zwischensparrendämmung wäre schon ideal gewesen. Der Bodenaufbau (teils Auslegware (Kräuselvelour, teils Massivholzparkett) ist ja auch fertig, dies alles herauszureißen könnten wir uns gar nicht leisten. Ich habe überlegt, dass ja evtl auch der Eingriff von unten in die Decke möcglich wäre. D.h. Gipskartondecke raus, Klemmfilz rein und Decke wieder zu. Bei den Zwischenwände brachte die 80er Zwischenwanddämmung ja auch eine massive Schallverbesserung, zumindest verglichen mit Hohlwänden. Aber Masse bekommt man dadurch natürlich auch nicht in die Kontruktion.
Frohes neues Jahr, Hinnerk