Aufbau einer Holzbalkendecke...

31.05.2004



Hallo zusammen,
wie oben beschrieben benötigen wir Hilfe und ein paar Tipps und Tricks zum Aufbau einer Holzbalkendecke.
Da wir beide handwerklich geschickt aber nicht umbedingt Fachleute auf dem Gebiet sind, würden wir uns über eine genaue Beschreibung ohne viel Fachlatein freuen.
Das Haus stammt aus dem Jahr 1904 und der Rest ist auf dem Bild zu sehen.

Vielen dank und einen Gruß senden Majo und Meike



Balkendecke



hallo Majo Rudert,

je nach Wunsch und Anspruch würde ich folgenden Aufbau von unten nach oben empfehlen:
1. Sichtschalung 30 mm oder dicker aufs Gebälk
2. Rieselschutzpapier
3. druckfeste Ausgleichschüttung
4. Holzweichfaserplatte ca 40 mm dick (Trittschalldämmung )
5. Creaton Trockenziegelelement, ca 20 mm dick,wird schwimmend verlegt, läßt sich leicht verarbeiten, auch in Verbindung mit Fußbodenheizung
6. Bodenbelag, was auch immer Parkett, Fliese usw....

Gruß
Schreinermeister
Reinhard Winter



Aufbau einer Holzbalkendecke...



Hallo Herr Winter,
Vielen dank für Ihre schnelle und genaue Antwort !!!

P.s ich habe mir erlaubt Ihnen eine Email zu senden...

Gruss Majo



Vorsicht mit Schüttung auf Unterdecke!! immer mit Einschub!



Guten Morgen Majo Rudert,


ich gehe mal davon aus,das der Raum nicht als Naßzellenbereich ausgebaut werden soll!

Empfehlung 1 : an die Balkenseitenflächen eine 4/6 Lattung
anbringen(bündig Unterseite Balken bzw mittig Balken,hängt von der Einfüllmenge des Füllmaterials ab, und auch ob Ihr die Balkenlage unterhalb sichtbar lassen wollt).
24 mm Sparschalung(Stakung) auf die Lattung aufbringen,und darauf den Rieselschutz(z.B.Kreppapier) wannenförmig einlegen.
Lehmschüttung(trocken) oder Holzleichtlehmschüttung(je nach Bedarf verdichten) bis OK Balkenlage einbringen.
Auf die vorhandene Balkenlage, die Hobeldielen(Art des Materials hängt halt vom Geldsäckel ab)mit umlaufend Nut und Feder,und eine Holzfeuchte nicht mehr als 10-12%
auf Sicht(oder verdeckt) auf der Balkenlage vernageln.

Empfehlung 2 :Beruht fast auf die Empfehlung von Herrn Winter, nur mit dem Einwand,das die Schüttung auf dem Einschub(mit Rieselschutz) eingebracht,und nicht auf die Unterdecke.
Schaut mal auf http://www.pellito.com/, habe mit diesen Produkten vor kurzem eine ähnliche Balkenlage zu neuem Glanz verholfen.Kann ich nur empfehlen!!!

Zwecks Ausführung Unterdeckenkonstruktion kann ich empfehlen,schaut mal in die Forumsbeiträge.Es gibt vielfältige Möglichkeiten,ob es mit Lehmbauplatten oder mit Sichtschalung oder ....

ich hoffe fürs erste Euch ein wenig Hilfe und Tipps gegeben zu haben

herzliche Grüße
vom Zimmergesell Michael



Deckenaufbau



guten tag majo und meike
eine gute antwort hat euch der zimmergesell michael gegeben
ich würde nurnoch eine tritschalldämmung einbauen
und zur schuttung mann könte auch lehmsteine nehmen

mit zimmerlichem gruß
andreas vollack
aus hann.münden



Balkenlage



Hallo Herr Vollack
Eine kurze Frage:
Wie möchten Sie mit Lehmsteinen ein evtl. Gefälle oder Windschiefheit der Balkenlage ausgleichen ?

Mit freundlichem Gruss

Reinhard Winter
Schreinermeister

PS: Die Trittschalldämmunung übernimmt in diesem Fall die Holzweichfaserplatte > 40 mm

WEITERE INFO auch unter
www.fussbodenheizung.de



Balkendecke



Hier mein Aufbau, der gerade trocknet:

- Unter den Balken habe ich die vorhandene Decke belassen
- Neuer Einschub (24/48 Latten, 23er Bretter) ab Mitte der Balken
- Rieselschutz Packpapier
- Auf die Balken 10mm Hanffiltstreifen
- auf Hanffilz 30mm dicke Lagerhözer für Dielung (in Bauphase mit paar Schrauben fixiert, endgültig aber schwimmend)
- Schüttung 9cm Holzleichtlehm bis OK Lagerhölzer, leicht verdichtet

Die Dielung kommt drauf, wenn die anderen groben Arbeiten fertig sind. Momenatn trocknet der Lehm gerade. Dabei zeigt sich folgendes Problem: Die Bretter des Blindboden wurden nicht genagelt sondern lose eingelegt. Ursprünglich recht stramm, wurden diese nach ein paar Wochen sehr locker, da relativ feuchtes Holz verarbeitet wurde. Durch die Feuchtigkeit der Lehmschüttung zwängen nun aber die Einschubbretter stellenweise derart, dass diese hochklappen: ___/\___.
Da hilft dann nur aufbuddeln und sowas draus machen:
__ - __, wobei das obere Brett links und rechts natürlich die anderen überlappt und mit zwei Nägeln befestigt wurde.
Der Riesleschutz zerreist an der Stelle natürlich und muss ausgebessert werden.
Oder warten bis alles wieder trocken wird und vielleicht selber wieder runterklappt...

Vorher aber die Statik checken lassen, möglicherweise müssen Balken verstärkt werden. Feuchte Schüttungen nicht im Herbst Winter einbringen, da sich dann die Trockezeit sehr lange hinziehen kann und möglicherweise Schimmel entsteht.

Bei mir wachsen gerade 2 Röhrenpilze und etwas Klee. Das geht ja noch ... Natur pur ;-)





Hallo, es empfiehlt sich, gedanklich von oben anzufangen, wenn der Raum über vder Decke genutzt wird. Dann braucht es erst einmal eine stabile EBENE für den Fußboden, am einfachsten mit einer Kreuzlattung (quer zuden Balken) aus 4/6 oder 6/8 Kanthölzern im Abstand 50 - 60 cm. Vom höchsten Punkt der sicher schiefen Balkenlage ausgehen, dann mit Holzklötzchen ausgleichen. Auf den Kanthölzern lässt sich ein Boden aufbauen, entweder mit Massivdielen oder mit OSB-PLatten, verschraubt und oder schwimmend verlegt. Für den Deckenaufbau nach unten ist entscheidend, ob die Balken sichtig bleiben sollen. Wenn ja, dann wie beschrieben 4/6 Latten innen festschrauben mit ca. 3cm Abstand zur Balkenunterkante. Von unten 18 mm Fichtenbretter, sägerrau, anschrauben, Schilfmatten als Putzträger, verputzen. Von oben 6cm Hanffilz zwischen die Latten einpassen, damit kein Hohlraum entsteht, dann 24 oder 28 mm starke Schalbretter auf die Latten auflegen; Lehmsteine als Schaldämmung nach Statikprüfung trocken auflegen mit 15 mm Fuge, mit Lehmmörtel verfugen. Den verbleibenden ungleichmäßigen Platz zur oberen ebenen Kreuzlattung könnte man mit Leichtlehm füllen, alternativ, wenn Dachisolierung ohnehin ansteht, mit Isofloc o.ä.
Dieser Aufbau ist die moderne Umsetzung (Schrauben) der klassichen Einschubdecke und verbindet passable Wärme- mit sehr guter Schalldämmung, ist diffusionsoffen und holzkonservierend, kommt ohne Kunststoffe aus und hat die Vorteile des Lehmbaus, ohne auf die Bequemlichkeit des Trockenbaus zu verzichten.
Gruß gf