Das Fachwerk endlich streichen

04.04.2016 Th.



Schönen Guten Tag,

ich bin seid kurzer Zeit Besitzer eines Fachwerkhauses aus den 70iger Jahren im Landkreis Diepholz.
Zu meinem Glück oder Unglück habe ich im nachhinein feststellen müssen, dass dieses noch nie gestrichen worden ist.Zudem ist wahrscheinlich das Fachwerk noch im feuchten Zustand verbaut worden, da sich die Querbalken zusammengezogen haben und nun bis 7mm Spalten zu sehen sind.

ich habe mich inzwischen mit 2 Malern unterhalten, um mir einen Rat einzuholen.
Allerdings habe ich Zweifel an der Methode die Spalten mit Kit zu verfüllen und die Balken mit einer Glasur zu streichen.
Da hier im Forum nie von gesprochen wird.

Mein Wunsch ist es in Eigenregie dieses Haus fachgerecht zu sanieren,aufgrund der Tatsache das ich absoluter Neuling auf dem Gebiet in der Fassadensanierung bin.
Hoffe ich hier auf Fachliche und Professionelle Hilfe von Handwerkern und Fachleuten die mit solchen Arbeiten schon Erfahrungen gemacht haben.

Grüsse Thorsten Strathmann





Hallo,

die Fehlstellen keilen sie mit sauber zugeschnittenen Einsatzstücken in der gleichen Holzart aus , hier vermutlich Eichenholz. Zuschneiden, evt. im Backofen trocken und dann einsetzen, wenn das Holz wieder die Ausgleichsfeuchte annimmt, quillt es und klemmt sich fest. Einfacher ist Passstücke einseitig anleimen mit Weißleim oder mit PU-Leim.
pu-Leim ist nicht uv-beständig, d.h. sollte überstrichen werden. Anstrich vom Fachwerk ist eigentlich unnötig, weil das Holz bauartbedingt konstruktiv geschützt sein sollte. Wenn es Farbe sein muß, dann wäre meine Empfehlung eine Leinölfarbe. Ich habe gut Erfahrungen mit Ottoson Leinölfarben gemacht. Diese gibt es auch lasierend:

http://ottossonfarg.com/int/de/

Hohe Ergiebigkeit, angenehme Verarbeitung und sehr preisgünstig, auch wenn der Literpreis erstmal rel.hoch erscheint.
Bei Leinölfarben gilt, weniger ist mehr! Also so dünn wie möglich streichen und immer die Trockenzeiten einhalten, sonst wird es dauerklebrig!!!

Quäl den Pinsel,nicht die Farbe!

Echte reine Leinölfarbe blättert nicht sondern kreidet ab. Keine Risse ,kein Abblättern, problemlose Überarbeitung auch nach Jahren. Hier genügt dann oftmals eine Renovieranstrich mit Leinöl ohne Spachtel und Schleiforgien. Leider kennen nur noch wenige Maler dieses Produkt.

Keine schichtbildenden Farben verwenden, keine Acryl und kein Silikon. Keine Spachtelmassen, Dichtstoffe o.ä. für das Fachwerk verwenden! Wenn es denn unbedingt sein muß funktioniert Kit auf Leinölbasis ganz gut bei Rissen bis 5mm, darüber wird es reißen, darunter meist auch irgendwann. Z.B. Sanopas Risspaste aus der Histolithschiene von Caparol.
I.d.R. aber unnötig und kontraproduktiv.

Gruß
Detlef



Fachwerksanierung



Wenn ich von dem Foto ausgehe brauchen Sie gar nichts zu machen. Für eine Standzeit von 45 Jahren sieht das hervorragend aus, eigentlich wie neu.
Das Holz hat eine schöne Patina, der konstruktive Holzschutz (Bewitterung) funktioniert und die Spalte waren schon beim Einbau vorhanden- das sieht man an den nicht gerissenen Mörtelflanken. Große Spalten haben einen Vorteil, es gibt keine kapillaren Fügungen (Flaschenhalseffekt). Wasser das hineinläuft läuft auch wieder heraus, Feuchtigkeit kann wieder abtrocknen.
Gibt es Stellen die geschädigt sind?



Fachwerk streichen?????



Ich habe meine erstes Fachwerkhäuser auch mit diversen Farben gestrichen…………..nicht immer mit dem erwünschten Erfolg.

Es hat 10 Jahre gedauert, bis ich es besser fand, Eichenholz nicht zu streichen. Für das Holz ist es ein Vorteil wenn es nicht gestrichen wird, und für mich hat es den Vorteil, dass ich Farbe nicht ausbessern muss. Das Problem ist nicht am Bau, sondern im „Kopf“ das Originale und Natürliche zu akzeptieren.

Wenn es überhaupt gestrichen werden soll, nur Leinöl firnes verwenden.

Im norddeutschen Raum wird ihr Haus vermutlich mit Hohlwand gebaut sein. Da haben die kleinen Schlitze eher einen kleinen Vorteil bei der Hinterlüftung.

Die Spalten können bereits beim Bauen entstanden sein, oder das Holz ist später eingetrocknet und die Verfugung wurde, wie hier oft üblich, erst Jahre nach der Errichtung vorgenommen. Was erklären würde, das zwischen Mauerwerk und Fachwerk kein Spalt ist.

Viel Erfolg wünscht
Heinz-Josef Burhorst



Fachwerksanierung



Zum zweiten Foto:
Links oben beginnt eine Gefachausmauerung nach draußen zu wandern. Nichts weltbewegendes, das sollte aber beobachtet und die Ursache ermittelt und abgestellt werden. Die Fugen zum Holz sind in der oberen Reihe geöffnet, aber nicht im kapillaren Bereich. Da braucht erst mal nichts gemacht werden.
Im Sockelbereich einen Stein ergänzen, den Bereich nach unten Freilegen und einen spritzwasserbrechenden Kiesstreifen einbauen. Ein paar Stoßfugen nacharbeiten.
Bis auf die paar Kleinigkeiten sehen das Gefachholz und die Ausmauerungen top aus. Trotz bösem, starrem Zementmörtel.
Wozu wollen Sie Bläueschutz für das Holz?



Zum zweiten Foto:



Links oben werde ich noch die Gefachausmauerung von innen fixieren, da sich das Haus noch im Rohbauzustand befindet wird das sicherlich kein Problem werden.
Zum Bläueschutz; dieser wurde mir von beiden Malern als Behandlung Vorweg empfohlen...
Allerdings habe ich hier im Forum gelesen, das dieser Schimmelpilz nicht schädlich für das Holz ist.



Rohbauzustand nach fast 40 Jahren?



das ist erklärungsbedürftig.

Was soll der Quatsch mit dem Bläueschutz? Ist der Maler nicht ausgelastet?
Eichenholz braucht nicht gestrichen zu werden. Feuchte , die über die Flanken eindringt kann ungestrichen über die Oberfläche leichter wieder heraus, als mit Farbe drauf. Wenn schon Farbe , dann Leinölfarbe. Da gibt es eine vielzahl an Herstellern , jeder verspricht das Beste und die Realität zeigt sich dann später , wenn eine Renovierungsanstrich fällig ist.
Grundsätzlich gilt , die Farbe sollte ein möglichst hohes Penetrationsvermögen haben und keine Trockenstoffe. Je weniger Trockenstoffe desto tiefer dringt die Farbe ins Holz ein ein. Das Leinöl sollte kaltgepresst aus erster Pressung sein. Damit steigt zwar der Preis aber auch die Ergiebigkeit und Wirksamkeit.