Dampfsperre ja oder nein?

31.01.2016 Hexenhaus21



Hallo Forum,
Vielleicht kann uns ja jemand helfen?
Wir haben ein knapp 100 Jahre altes Holzhaus, das wir im Moment in Eigenregie renovieren. Unser Dach wurde vor 15 Jahren neu eingebrettert und eingedeckt.
Aufbau : Ziegel, Lattung, diffusionsoffene Dampfsperrbahn Tegula , Schalung 18 mm stark. Unser Plan wäre nun von innen 180 mm stark mit flexibler Holzfaserdämmung zu isolieren. Ist es sinnvoll über die Isolierung nochmals eine diffusionsoffene Dampfsperre zu legen oder können wir uns das Sparen? Wir bekommen eine Deckenheizung.
Die selbe Frage stellt sich auch bei der Wand. Aufbau: 15 mm Aussenbretter waagrecht, 15 mm Schalung senkrecht. Isolieren war gedacht mit 140 mm fester Holzfaserdämmung in zwei Lagen ( 60 und 80 mm ) dann Dampfsperre, dann Lattung und dann Rigips oder Fermacell oder Holz.
Wir haben nun soviel gelesen ...und werden uns immer unsicherer was richtig ist.
Schöne Grüße
Michaela



nix Dampfsperre



Tegula ist eine diffusionsoffene Unterspannbahn.

Unter die Dämmung gehört eine geeignete DampfBREMSE, z.B. Intello. Zwischen die Lattung würde ich noch Untersparrenfilz (z.B. Isover Integra) machen. Lattung unbedingt im Systemraster der Gipsplatten machen.



Dach- und Wanddämmung



'Diffusionsoffene Dampfsperre' kann es nicht geben- ein Widerspruch in sich.
Hast du techn. Daten zu der Tegula-Bahn? Oder du, yogumon@?
Es finden sich sehr unterschiedliche Angaben dazu.

Es wird natürlich so sein, dass ihr bei Internetrecherche immer mehr unterschiedliche Varianten und widersprüchliche Meinungen erfahrt, da überall verschiedene Voraussetzungen vorliegen und keinesfalls Leute, die sich äußern qualifiziert oder bauphysikalisch vorgebildet sein müssen.
Manche wiederholen nur irgendwelche Halbwahrheiten, die bei einer Baustelle passen könnten- bei einer anderen aber massive Bauschäden verursachen.
Es gibt unterschiedliche Rechenverfahren- instationäre bilden die Realität am genauesten ab, dabei müssen aber die baulichen Voraussetzungen genau eingegeben werden und auch die Ausführung muß stimmen.
Auf Glaser beruhende Berechnungen sind oft negativer als die Wirklichkeit, weil zusätzliche Sicherheiten vorausgesetzt und manche Baustoffeigenschaften gar nicht berücksichtigt werden.

Es gibt aber durchaus Konstruktionsprinzipien oder -Aufbauten, über die bei den allermeisten Fachleuten Übereinstimmung besteht.

Innen müßte auf jeden Fall eine Luftdichtungsebene installiert werden, die Konvektion verhindert. Diese ist meist gleichzeitig eine Dampfbremse.

Bei diffusionsfähigen, kapillaraktiven Dämmstoffen mit nach außen abnehmendem Sd-Wert muß keine Dampfbremse verlegt werden.

Keinesfalls eine Dampfsperre oder Dampfbremse mit hohem Sd-Wert verbauen- auch nicht in der Wand wie du geschrieben hast. Rücktrocknung sollte möglichst in beiden Richtungen möglich sein und der Sd-Wert innen höher als außen.

Beschreibe noch den genauen Wandaufbau- der ist mir nicht ganz klar.
Gibt es Bilder dazu?
Du kannst mir die auch mailen oder anrufen

Andreas Teich