Dampfsperre oder Dampfbremse oder gar nichts...??

22.06.2008



Hallo

ich bin Besitzer eines Hauses aus dem Jahre 1924.
Ich bin dabei nach und nach alles zu sanieren.

Im Bad wird im Moment gearbeitet.
An der Decke befanden sich alte Paneele, direkt auf eine Latten/Bretterkonstruktion genagelt.
Dahinter befinden sich dann die Balken (ca. 16cm stark).
Zwischen den Balken hing lose ca. 4cm starke Mineralwolle.

Über den Balken sind alte Dielen angebracht.
Der Dachboden ist ein Kaltdach.

Ich Habe nun bereits 14cm starke Dämmung (Mineralwolle) für die Decke gekauft.
Unter der Dämmung wollte ich ursprünglich eine Dampfsperre anbringen, darüber dann die imprägnierten Rigipsplatten.

Nun habe ich mehrfach gehört gelesen, dass u.U. auch eine Dampfbremse ausreicht??
Was mich wundert, ist die Tatsache, dass vorher nichts diesbezüglich verbaut war, und die Dämmung absolut trocken war.
Allerdings soll nun ja auch deutlich dickere Dämmung zwischen die Balken.

Danke im voraus für eure Hilfe.

Gruß Carsten Schulz



MiWo über Bad



So wie Sie es in Ihrer Beschreibung erörtern, handelt es sich bei Ihnen um eine pure Holzbalkendecke ohne jeglicher Masse.
Nun wollen Sie dazwischen einfach MiWo einbauen und darunter eine Dampfbremse.
Hier wäre nun erst einmal zu klären, wie groß, hoch und welche kongreten Einbauten dieser Feuchtraum hat bzw. bekommt.
Besitzt dieser raum Fenster?

Aus unserer Sicht wäre hier folgender Aufbau denkbar.
Zwischen die Balkenlagen an der Unterseite bündig eine Auflageleiste (4 x 6) anbringen und darauf einen Fehlboden legen mit vollflächigem Rieselschutzvlies.
Darauf dann eine Schüttung (Lehmfüllung, Blähtone etc.) und darüber dann die bestehende Dielung wieder aufbringen.
Unterseitig nunmehr eine Sparschalung aufbringen (schrauben!!) und darauf u.U. eine Lehmtrockenbauplatte mit abschließendem Lehmfeinputz incl. Gewebeeintrag.
Die Wände selbst können ebenfalls mit Lehmputzen versehen werden, denn damit reduziert sich aufsteigende Feuchtigkeit, weil diese allumfassend gespeichert und wieder abgegeben wird.
Sie sollten darauf achten, daß ihre Ausbaulösungen diffusionsoffen und gut hygroskopisch durchdacht ausgeführt werden.

Frohes Schaffen

Udo Mühle





Hallo

das Bad hat ein kleineres Mahagonifenster.
Verbaut sind im 8m² kleinen Raum eine Wanne und eine ebenerdige Dusche.
Die Wände sind bereits mit imprägniertem Rigips verkleidet.

Das Problem besteht in der Höhe des Raumes.
Da diese sehr gering ist, kann ich nicht viel darunter aufbauen - Schalung etc.

Eine Lage Rigips 12,5mm wäre das Maximum.


Gruß Carsten Schulz



Dampfsperre



Zur grundsätzlichen Frage:
Eine Dampfbremse ist bei einem Warmdach bzw. einer nicht hinterlüfteten Konstruktion sinnvoll, da vorhandene oder eindringende Feuchte nicht aus dem System entweichen kann und sich akkumuliert.
Eine Dampfbremse ist zwar etwas durchlässig, aber auch in die andere Richtung, so kann eingedrungene Feuchte nach innen wieder heraus. Moderne Dampfbremsen funktionieren ähnlich wie eine Diode.
Da über dem Bad ein belüftbarer Bodenraum, also ein Kaltdach, vorhanden ist, kann eine Dampfsperre eingesetzt werden.
Der Nachteil des vorgeschlagenen Aufbaues ist die fehlende Masse und die mangelnde Fähigkeit der MIWO- Dämmung, Feuchte zu sorbieren.
Der vorgeschlagene Aufbau von Udo mit einer dämmenden, speicherfähigen Deckenfüllung ist da besser, auch im Hinblick auf sommerlichen Wärmeschutz.
Aber technisch machbar und zulässig ist der vorgeschlagene Aufbau schon.
Trotzdem: Lüften nicht vergessen!

Viele Grüße



Dampfsperre oder Dampfbremse oder gar nichts...??



Hallo

vielen dank für die Antworten!

Da das Bad im Sommer sehr angenehm temperiert ist, mache ich mir darüber keine Sorgen.

Dies müsste sich ja eher noch etwas verbessern, mit dem neuen Aufbau.

Also werde ich eine Dampfsperre anbringen.

MfG Carsten Schulz