Dampfsperre bringt mich zur Verzweiflung

17.01.2017 uhu-legolas



Nach dem wir nun den Dachboden in unserem ca. 270 Jahre alten Haus nutzbar machen wollen und auch dementsprechend Isolieren möchten habe ich folgendes Problem.

Wir haben ein Schindeldach. Auf diesem Dach wurde irgendwann mal ein weiterer Dachstuhl gesetzt und auf diesen Betonziegel. Dazwischen ist mal eine Dachpappe, mal nicht. Unsere 82-jährige Mutter weiß nichts von einem neuen Dach.
Egal... nun habe ich nachdem ich alle Ecken, Ritze und Spalten 6 mm-Hasendraht gegen das Eindringen von Mäusen, eine Zwischensparrendämmung (160 mm, WLG035) geklemmt. und wollte, bevor ich eine Untersparrendämmung anbringen wollte eine Dampfsperre anbringen.
Doch egal was ich mache, ich finde immer wieder Stellen, die ich niemals dicht bekomme. Egal wie. Mal ist es ein Stützbalken, mal ein Absatz, dann wieder eine Traverse oder eine Holzwand. Ich verzweifel hier, Hab schon voller Zorn ca. 100 qm Folie wieder abgerissen.

Im Forum gibt es nun unzählige Tips, Tricks und Ratschläge. Alle ähneln diese meiner Herausforderung mal mehr oder weniger.

Wenn ich das Geld hätte würde ich gerne das komplette Dach erneuern und auch den Boden, den ich komplett erneuert habe (vermoderte Holzdielen entfernt, Boden ausnivelliert, Zwischenräume gesäubert und mit Glaswolle gefüllt und mit OSB-Platten neu bezogen)

Mal lese ich was von dem Verzicht auf Folien, mal steht was von MUSS und 110% abdichten.

Aufgrund meines Zornes bin ich geneigt die Folie weg zu lassen...
Was aber wenn ich sie trotzdem verlege, aber nicht überall dicht bekomme?

Was würden Sie mir vorschlagen? Was soll ich tun? Folie oder nicht.

Geplant ist tatsächlich eine komplette Wohnung, da der Dachboden über 150 qm Wohnfläche bieten könnte.

Ich würde mich über aussagekräftige Antworten sehr freuen, und wenn es nur dazu beiträgt, dass ich wieder zur Ruhe komme

Beste Grüße und Danke mal vorab
Andreas



Doppelter Dachstuhl



kann es da mal fotos von der kuriosen Konstruktion geben ( für jedes Foto ein extra Beitrag)? Was für Schindel sind auf dem Ursprungsdach drauf? Pappe, Schiefer, Holzschindeln? Also, wenn ich das richtig verstehe, haben Sie kein Schindeldach, sondern eines mit Betonziegeln auf Lattung? Meinen Sie mit "Untersparrendämmung" die Dämmlage zwischen den Unterkonstruktionslatten für die Beplankung?



Verschachteltes Dach dämmen



Diffusionsoffen Konstruktionen benötigen keine Dampfbremse- nur eine Abdichtung gegen Konvektion.
Wieweit das bei deinem Dach mit irgendwo verlegter Dachpappe noch der Falll ist läßt sich kaum sagen.
Fotos des gesamten Daches von außen und innen und Skizze sind auf jeden Fall nötig.
Evt läßt sich die Abdichtung besser anbringen wenn innen eine Aufdoppelung montiert wird.

Andreas Teich



Mehrtägige Holzschindeln



Hierbei handelt es sich um mehrlagige Holz Schindeln. Diese wurden auf den Ursprünglichen Dachstuhl und dessen Querlatten mit handgeschmiedeten Nägel befestigt. Irgendwann hat dann mal jemand einen neuen Dachstuhl AUF den vorhandenen einen neuen gesetzt. Diesen fanden wir erst, als wir uns wunderten, dass wir keine Ziegel von innen, sondern eben die Schindeln nur sahen. Das kuriose, durch das teilweise entfernen des Schindeldaches haben wir ca 20 qm mehr Grundfläche.
Fotos habe ich leider keine gemacht jetzt sieht man das was für eine Antwort wohl hilfreich wäre nicht mehr, da die Zwischensparrendämmung nun drauf ist. Aber falls notwendig, kann ich nochmals ein paar qm freimachen.

Mein Vorstellung der Dämmung war nun wie folgt. Vom Raum zum Dach hin gesehen:
Gipskarton-Platten, Untersparrendämmung, Dampfsperre, Zwischensparrendämmung. Dach



Mehrlagig



Die vorherige Überschrift sollte "mehrlagig " heißen



Dampfbremse



Innen direkt nach der Verkleidung die Dampfbremse (Sd-Wert ca 2 m oder feuchtevariabel)
dann Dämmungen

Bild vom Dachstuhl von innen ohne Dämmung zu beseitigen.
Skizze vom Dachaufbau hilft auch

Andreas Teich



Bild 1



Ich kann leider nur Eines nach dem Anderen hochladen.
Beste Grüße und schon mal vielen vielen Dank für die bisherigen Antworten



Bild 2



Bild 2



Bild 3



Bild 3



Bild 4



Bild 4



Dachdämmung



Es zwingt Sie keiner a) die Dämmebene unmittelbar unter die Dachhaut und b) in dieses Holzgewurstel zu setzen. Suchen Sie sich eine Geometrie aus die möglichst wenig Durchdringungen in den Flächen bietet und möglichst wenig Raumverlust bedeutet. Da kann auch schon mal ein kalter, belüftbarer Dachraum von ein oder zwei Metern Höhe anfallen. Na und, bauphysikalisch von Vorteil.



Dampfbremse verlegen



Da wurde wohl offenbar schon heftig herumgesägt und rausgeschnitten.

An die großen Balken anzuschließen wird mit Dampfbremspapier und Anpreßlatte sicher möglich sein- etwas fummelig wenn noch eine Zange dazu kommt.
dann so dicht wie möglich ausstopfen und eine Ebene herstellen, die einigermaßen gut ausgerichtet und abgedichtet werden kann.
So etwas müßte man sehen, um es genau beurteilen zu können.

Zuerst ohnehin feststellen, wie diffusions- und luftdicht der bisherige Dachaufbau ist und welche Dämm- und Abdichtungsmöglichkeiten bestehen.

Andreas Teich



Gerade Flächen....



Erstmal Dank ich für die letzten Beiträge.

Ich werde mir den Inhalt von Herrn Böttcher zu Herzen nehmen und "Geraden" schaffen. So kann ich ohne Umwege Flächen herstellen, die ich einfacher Isolieren kann. Aber das bereits isolierte lasse ich so wie es ist. Es werden einfach zusätzlich isolierte Flächen entstehen, denen ich einfacher eine Dampfsperre auflegen kann.
Nichts desto trotz habe ich mich, bevor ich weitere Faxen mache, dafür entschieden einen Spezialisten für Schwarzwaldhäuser für die Inaugenscheinnahme und professionelle Arbeiten zu beauftragen.

Somit würde ich den Threat als ausreichend und hilfreich beenden.
Ich bedanke mich bei allen, die mir Hilfe angeboten haben
Und verbleibe mit freundlichsten Grüßen
Andreas Sina