Dampfsperre bei Innenisolierung

01.03.2017 Oswald



Als "Neuer" im Forum habe ich folgendes Projekt.
Ich möchte eine bestehende Halle innen Isolieren (innen, weil außen Fassade nicht angefasst werden kann - fehlender Dachüberstand etc.)

Dachkonstruktion Bestand:
1)Kautschukdachhaut
2)60mm XPS
3)tragfähiges Trapezblechprofil

Planung Dach rauminnenseitig:
4) Hinterlüftungsebene (5-15cm auf Grund Gefälle)
5) 8/20er Riegel mit Zwischensparrendämmung Glaswolle WLG039
6) Dampfbremsfolie (Bison 40) sd=40m
7) Traglattung 50mm mit Dämmung Holzfaserdämmplatten, genutzt auch als Installationsebene
8) Fermacell 12mm, gespachtelt, gemalt oder feingeputzt

Wand Bestand:
1) Eternitfassade ("Taferl" 20/40cm)
2) Lattung/Konterlattung
3) Mauerwerk Hochlochziegel 250mm
4) Zementputz innen 10-20mm

Planung Wand rauminnenseitig:
5) 6/10er Holzriegel + 100mm Glaswolle WLG032
6) OSB/3 15mm, stoßverklebt, als Dampfbremse
7) Traglattung 50mm mit Dämmung Holzfaserdämmplatten, genutzt auch als Installationsebene
8) Fermacell 12mm, gespachtelt, gemalt oder feingeputzt

Die neuen Fenster sind schon drinnen, wurden mit allseitiger Stockverbreiterung montiert, damit man von innen mit der Isolierung/Dampfbremse an den Stock ran fahren kann.

Bitte um Expertenratschlag, ob das eine taugliche Planung ist (Material ist Großteils schon lagernd), oder ob es da Verbesserungspotential gibt.

Der U-Wert ist durchaus von Bedeutung, weil da eine Förderung dran gekoppelt sein würde.

Danke für jeglichen konstruktiven Kommentar!
Schönen Gruß
Oswald



Mein Vorschlag



Etwas ungünstig dass Du jetzt fragst, wo das Material schon vorhanden ist...

Die Wand sollte grundsätzlich passen, aber:

Besser mehr Dämmstärke ausserhalb der Dampfbremse, z.B. 120 mm.

Statt OSB würde ich eine gute feuchtevariable Dampfbremse (z.B. Intello) verwenden, geht schneller und braucht weniger Klebband. Am besten die 3 m breiten Rollen nehmen, wenn der Versand bezahlbar ist.

Installationsebene eher auf 40 mm reduzieren wenn das für die Installationen reicht. Wenn es beim u-Wert um die Wurst geht, kann man auch dort WLG 032 Glaswolle verwenden (Untersparrenfilz).

Gipsfaserplatten am besten mit Trockenbaukanten, die lassen sich leichter abkleben und spachteln. Fein gespachtelt und geschliffen wird natürlich sehr schön, ist aber aufwendig und empfindlich. Wenn die Ansprüche nicht so hoch sind, käme vielleicht ein Rollputz in Frage ?

~~~

Das Dach gibt mir Kopfschmerzen. Womit / wozu soll hinterlüftet werden ? Welches Klima hätte die Hinterlüftung ?

Bei diesem nach aussen nicht diffusionsoffenen Aufbau würde ich einen Dämmstoff verwenden, der Kondensation puffern und verteilen kann. Zum Beispiel eingeblasene Zellulose, kombiniert mit einer feuchtevariablen Dampfbremse (z.B. Intello Plus). Glaswolle kann man in der Installationsebene verwenden.



Hallendämmung



Keine Hinterlüftung, da in dem Fall die vorhandene XPS-Dämmung wirkungslos ist.
60/200 KVH darunter befestigen
Feuchtevariable Dampfbremse verwenden
Hohlraum mit Zellulose ausblasen
Installationsebene ist nur für einige Kabel unnötig.
Allenfalls sinnvoll um Wärmebrücken zu reduzieren und mehr Masse mit schweren Holzfaserdämmplatten als Hitzeschutz einbringen zu können.
Sparschalung zur Befestigung der Fermacellplatten würde genügen-
Kabel können zwischen Dampfbremse und Sparschalung verlegt werden.

Glaswolle würde ich nicht verwenden- kein Hitzeschutz, nicht durchströmungssicher, weder kapillaraktiv noch sorptionsfähig, Dämmwert geht bei geringster Feuchtigkeitsaufnahme stark zurück, schlechter Schallschutz.

Wände mit 50/100 KVH
Zellulosedämmung
Feuchtevariable Dampfbremse
Sonst wie geplant

Andreas Teich