Dampfbremse Winddichtigkeit

14.08.2016



Hallo und Guten Abend,
Mein Bauernhaus hat ein neues Dach und muss innen gedämmt werden weil das Obergeschoß als Wohnraum genutzt werden soll. Es stehen einige Meter Wellawände mit reichlich Lehm herum.
Auf den 200er Sparren ist eine diffusionsoffene Unterspanbahn (keine Hinterlüftung notwendig) darauf die Ziegeldeckung.
Bei der Dämmung würde ich gerne auf eine Dampfbremse verzichten, wie wäre der folgende Aufbau (von innen)
Lehmputz auf Strohmatte
OSB (Fugen verklebt?)
Mineralwolle oder Hanfstopfwolle oder besser Einblaszellulose?

Der U-Wert Rechner (u-wert.net) zeigt beim Feuchteschutz keine Probleme an

Welchen Dämmaufbau könnt Ihr empfehlen...



Warum



keine Hinterlüftung - die führt im Sommer die Wärme sehr gut ab und auch mögliche Restfeuchte. Ich selber würde mich entweder Einblaszellulose oder Holzweichfaserdämmung entscheiden und innen OSB auf UK. Mineralwolle würde ich nicht mehr nehmen.



Sparrenabstand ?



Sieht ziemlich gross aus. Da würde ich erst mal einen Statiker fragen wie viele kg / m2 man da überhaupt dranhängen darf.

Wahrscheinlich sind die Sparren nicht so eben, es wird zum Ausgleich eine Unterkonstruktion brauchen. Lehm in der Dachschräge würde ich mir nicht antun, man darf den Unterschied zwischen alten Lehmwänden und neuer Dachschräge sehen.

Auch mich würde die Unterspannbahn ohne Hinterlüftung nervös machen. Das war m.E. am falschen Ende gespart... Als zweite wasserführende Schicht finde ich das nicht so fehlertolerant. Ein kleines Loch, und Wasser kommt in die Dämmung.



@ Olaf Vollparrendämmung ohne Hinterlüftung



Danke für die Nachricht
Die Unterspannbahn koramic classic 2s ist laut Dachdecker geeignet um Dämmung ohne Hinterlüftung einzubauen. Die Unterbahn übernähme die Aufgabe der Hinterlüftung (Diffundierung nach aussen)
Ausserdem ist die Sparrentiefe nur 200 und ich benötige diese Dicke als Dämmung.
Kann man bei Holzweichfaserplatten oder Zelluloseeinblas und abschliessender OSB innen auf eine Dampfbremse verzichten?



Dampfbremse



Wenn Sie das Dachgeschoss ausbauen wollen relativiert sich das Problem Belüftung erst einmal von selbst, jedefalls dem Foto nach.
Die Decke und damit die Dämmung kommt an/in die Kehlbalkenlage, die seitliche Dämmung in/an/vor die Fachwerkwände unter den beiden Mittelpfetten. Der verbleibende Raum dahinter braucht nur auf dem Boden gedämmt werden. Selbst wenn hier die Schräge gedämmt wird verbleiben noch genügend Flächen über die Feuchte ablüften kann.
Zellulose ist hier ungünstig, besser sind flexible Dämmmatten.Der Putz sollte für Luftdichtigkeit sorgen; damit entschärft sich das Problem Dampfdichtigkeit. Zusammen mit einer ordentlichen Beheizung und Lüftung sehe ich dann keine Probleme hinsichtlich Kondensatakkumulation.



Sparrenbreite



@yogumon
die Sparren 20x14 haben einen Abstand zwischen 80 und 95

@Herr Böttcher
Ihre Gedanken zur Ausführung sind auch die meinigen,
Im Obergeschoß befinden sich mitten im Raum als Raumtrenner insgesamt ca. 30 qm grosse und 20 cm starke Wellawände (Fachwerk mit Holzstaken die mit Stroh und Lehm umwickelt sind)
Meinen Sie mit flexiblen Dämmmatten Holzweichfaserplatten?

Gibt es noch Meinungen von Leuten die eine Dampfbremse innen als Muss einschätzen?? Oder reicht die grosse Menge an Lehm als Feuchtepuffer aus?
Der fette Lehmboden wird übrigens mit Dielen belegt.



u-wert net



Ist das richtig gedacht, aufgebaut und stimmig?



Holzweichfaser



Aus meiner Sicht hat euch euer Dachdecker schlecht beraten. Die Dämmung wird jetzt umständlicher und risikoanfälliger.

Bei einer Dachdämmung sollte u-wert.net keine Kondensation anzeigen, sonst ist da etwas falsch konzipiert.

Homatherm HDP sind feste Platten. Schwerer und teurer. Wie sollen die in den Gefachen halten - Luftanker ?

Zwischensparrendämmung macht man normalerweise mit Holzflex (z.B. Steicoflex) oder Zellulose.

Zellulose: würde beim Einblasen die Unterspannbahn ausbauchen, dann wird die äussere Lüftung noch prekärer. Da wäre eben die Holzweichfaser _auf_ den Sparren gut gewesen.

Holzflex: Bei einem derartigen Sparrenabstand kann man die Matten nicht einfach einklemmen, wird mühsam zum Arbeiten. Geht vielleicht wenn man erst eine Traglattung für die raumseitige Verkleidung anbringt. Oder die Matten sofort mit einer an die Sparren getackerten Bahn Netz oder Flies bändigt.



Ich



würde weiterhin eine Hinterlüftung empfehlen - wegen der Hitzeabführung durch Zirkulation. "Diffundierung" ist keine Hinterlüftung !!
Die Sparren bekommenn unten noch Grund- und Traglatten - genug Platz für weiter ca 10 cm Dämmung und eine Installationsebene. Du brauchs zwar keine Dampfbremse, aber eine winddichte Ausführung. Zellulose benötigt außen eine Platte, die verhindert, das die Zellulose nach außen Druck ausübt oder die Hinterlüftung reduziert. Dazu gibt es Detaillösungen. Natürlich kannst Du auch nur Weichfaserplatten nehmen, z.B. Systemlösungen von der Fa. UNGER aus Chemnitz. Alles eine Frage des Geldes.



der



Beitrag hier behandelt etwas Ähnliches, der Kollege hat eine Hinterlüftung eingabut wie ich es ebenso machen würde: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/252842$.cfm



Dachdämmung



Sind die Ziegel ohne Konterlattung auf Dachlatten befestigt worden?Das würde nicht den Fachregeln entsprechen.

Unter der Unterspannbahn ist keine Hinterlüftung notwendig-besser voll dämmen.
Je nach Stabilität der Folie ist es besser, bei Zellulosedämmung zuerst eine dünne Holzfaserplatte unter der Folie anzubringen, um stärkeres Ausbauchen zu vermeiden.

Bei einer innenseitig angebrachten OSB-Platte ist keine weitere Dampfbremse notwendig.
Wenn die Nut und Feder haben und gut montiert werden müssen die Fugen nicht verklebt werden- nur die Anschlüsse sollten luftdicht hergestellt werden mit einer Bewegungsschlaufe, um schadensfreies Arbeiten der Holzkonstruktion zu ermöglichen.

Andreas Teich