Dampfbremse anschließen

17.09.2010 Volker



Hallo,

wir sind seit letztem Jahr die stolzen Besitzer eines Bauernhauses aus Sandstein, Bj. 1848, welches wir Schritt für Schritt renovieren wollen.
Die Substanz ist recht gut. Viele Dinge wie Dach, Fenster, Heizung wurden noch von den Vorbesitzern erledigt und sind maximal sechs Jahre alt.

Jetzt im Herbst steht die Isolierung des Daches an.
Das Dach wurde vor ca. 5 Jahren erneuert und ist folgendermassen aufgebaut (von außen nach innen):
Tondachziegel, Lattung, Konterlattung, Bitumendachbahn, Schalung (Bretter), Sparren (ca. 170mm).
In der einen Hälfte des Dachraumes wurde in den 50er Jahren zwei Zimmer ausgebaut (ohne Isolierung, die Dachschrägen wurden teilweise bei ab einer Raumhöhe von 2,30m abgemauert, bzw. mit Brettern verkleidet und darauf verputzt), die andere Hälfte ist nicht ausgebaut.
An der einen Giebelseite (wo die beiden Räume ausgebaut sind) befindet sich eine Vorsatzschale aus hochkant gemauerten Vollziegelsteinen (und diese teilweise verkleidet mit Rigips mit Styropor – wird entfernt) vor der Sandstein-Außenwand , auf der anderen Giebelseite, im nicht ausgebauten Teil, ist nur die Sandsteinwand.

Ich möchte nun eine Zwischensparrendämmung einbringen, sowie eine Dampfbremse (Intello).
Die abgemauerten Bereiche sind problemlos zu erreichen, die Dampfbremse kann durchgehend bis in den Spitzboden verlegt werden.
Die Verputzen Bretter werden entfernt.

Problematisch in Bezug auf den Anschluß der Dampfbremse finde ich allerdings die Fußpfette, sowie die Sandstein-Giebelwand.
Zur besseren Darstellung hab ich Bilder beigefügt.

Wie könnte man diese „Problemzonen“ lösen?
Die Sandsteinwand – zumindest im Randbereich wo die Dampfbremse anschließt – verputzen?
Auf die Fußpfette aufmauern und daran die Dampfbremse anschließen, oder die Folie direkt auf die Pfette kleben?

Sehr viele Fragen für den Anfang, ich habe im Forum schon gesucht, aber eine 100%ige Antwort, die auch zu meinen Bedingungen passt nicht so recht gefunden.

Vielen Dank schon mal

Grüße
Volker



Bild2



Noch ein Bild



Bild 3



Und ein Bild vom Giebel





Hallo Volker,


die Dampfbremse wird unter die Sparren, und von dort aus an die Wand geführt.
Hier wird sie verklebt und dann überputzt.

Ich hab nur so meine Bedenken mit der außenliegenden dampfdichten Bitumenpappe.
Ein Feuchteausgleich ist da nicht möglich.

Grüße aus Schönebeck



Die 100 %-tige



Antwort wirst du hier im Forum wahrscheinlich auch nicht bekommen. Dazu kann man die Details trotz der Fotos zu schlecht einsehen. Aber Oliver Struve hat mit beiden Bemerkungen recht:
- Die Dampfbremse muss an der Außenwand unter der Fußpfette angebracht werden.
- Bedenken bestehen bzgl. der Dachpappe. Aber das läßt sich über den Dämmstoffhersteller oder den Polienhersteller sicher abklären.

Dann gehört zu dieser Baumaßnahme (Ausbau des Dachgeschosses sicherlich ein Bauantrag. Kann der Planer sich die punkte nicht einmal vor Ort ansehen und dei entsprechenden Anweisungen geben?



Also,



ich sehe bei beiden Bildern keine Fußpfette. Es handelt sich demnach um einen liegenden Dachstuhl mit Bundstreben.

Eine Baugenehmigung einzuholen wäre auch nicht erforderlich, da der Dachstuhl ja bereits teilweise ausgebaut ist.

Zur eigentlichen Frage:
Einbau eines Stellbrettes bei den offenen Sparrenfeldern.
Im Traufbereich eine Abstellung vorsehen, wie schon im 2. Bild ersichtlich.
Anbringen der feuchtevariablen Dampfbremse (Intello) unter den Sparren, im Fußbereich herabziehen an der Abstellung und Verklebung mit den Bodenbrettern durch Kleberaupe und Anpresslatte.
Am Sandsteingiebel auch eine Kleberaupe (Anschlußklebet auf Rolle) verwenden, ggf. bei zu großen Unebenheiten vorher einen Putzstreifen anbringen.

Eine hundertprozentige Luftdichtigkeit gibt es im Altbau sowieso nicht.

Viele Grüße



Da haben wir sie wieder,



die Frage nach der perfekten Zwischensparrendämmung. Und hier meine Antworten:
- http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/146905$.cfm
- http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/146725$.cfm
- http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/146415$.cfm

Und viele weitere. Suchen könnte sich vielleicht lohnen ...

Viel Glück, Sie werden es brauchen!

Konrad Fischer
Glücksritter



Danke



Vielen Dank an alle für die hilfreichen Antworten!
Ich war am Wochenende mal auf dem Spitzboden, da habe ich im Giebelbereich feststellen können, daß es zum Glück doch keine Bitumenpappe ist, sondern sich um eine Unterspannbahn handelt.

@Fred Heim : der Dachboden soll zunächst nur isoliert werden, erst später - bei Bedarf - wird er ausgebaut. Von daher erstmal kein Bauantrag.

@Gerhard Schobig : ja, es ist ein liegender Dachstuhl. Da hab ich mich zu laienhaft ausgedrückt.

Viele Grüße

Volker