Dampfbremse ja oder nein?

03.11.2007



Hallo,ich besitze ein 200 Jahre altes Fachwerkhaus. Vor 9 Jahren habe ich das Dach mit Tonziegeln decken lassen. Unter den Ziegeln befindet sich die Unterspannbahn. Dann habe ich mit 160 mm Rockwool-Dämmkeilen gedämmt (zwischen den Sparren). Die Sparren sind gehauene Balken und sehr unregelmäßig,d.h. nach innen steht die Wolle einige cm über, was ich mit Dachlatten 30x50 überbrückt und damit die Sparren gleich ausgeglichen habe(bis jetzt ohne Dampfbremse/sperre). Seitdem steht der Dachboden leer. Zum Treppenhaus gibt es keine Tür, das Haus ist nicht sehr groß, der Raum soll Wohnzimmer werden. Selbst im Winter waren es nie unter 10-12 Grad. Kondenswasser gab es bis jetzt nur im Bereich rund um die Dachfenster da sich dort noch keine Wolle befindet. Ein Dampfbremse/sperre würde ich nie dicht verlegt bekommen, d.h. es würde immer Luft vom Treppenhaus hinter die Folie gelangen, die aber auch hinter den Gipsplatten zirkulieren könnte.Ein befreundeter Zimmermann sagte mir, daß eine schlecht verlegte Dampfbremse/sperre mehr Schaden macht als gar keine. Jeder den ich frage rät mir etwas anderes. Was tun??? Rene Haak, Ilmenau, Thüringen



Dampfbremse nach den Richtlinien



von Rockwool verwenden. Auf jeden Fall eine Lösung suchen, wie auch vom Treppenhaus her abgedichtet werden kann. Die Situation ändert sich dramatisch, wenn die Räume bewohnt und beheizt werden. Die Aussage des Zimmermanns ist ein dummer Spruch, der hoffentlich nicht ernst gemeint ist und keinem weiter hilft. Schöne Grüße. Jürgen Maier



Noch eine Frage



Danke für die Antwort. Durch Änderungen am Dachstuhl und aufwändige Unterkonstruktionen für die Wandverkleidungen kann ich nicht jede Wand für sich mit Dampfbremsfolie versehen, sondern nur den Wohnraum rundum , d.h. um die Zimmerecken wäre ringsum Luft zwischen Dampfbremse und Wolle. Unter dem Fußboden befindet sich ein Hohlraum der auch nicht mehr dicht gemacht werden kann. Der hätte auch Verbindung zu dem Luftspalt hinter der Folie. Wenn aber an keiner Stelle Warmluft eindringen kann, dürfte doch nichts passieren oder sehe ich das falsch? Selbst Wärmeverluste könnte ich verschmerzen, ich will nur nicht in ein paar Jahren wegen Schimmel alles wieder rausreißen. Auf einer Seite wurden Dachgauben eingebaut und der Dachstuhl so verändert daß ich nicht mehr bis runter in die Spitze die Folie tackern bzw. Kleben kann. Davor ist jetzt ein Kniestock gesetzt. Ich habe an dieser Stelle ca. 60 cm Abstand bis zur Wolle. Aber wie schon gesagt den beheizten Wohnraum würde ich dicht bekommen. Reicht das? Welchen sd-Wert sollte die Bremse haben damit eventuell eingetretene Feuchtigkeit wieder nach innen gelangen kann? Schöne Grüße. Rene Haak



Rat oder Tat!



Hallo

Sie schreiben:
"Ein befreundeter Zimmermann sagte mir, daß eine schlecht verlegte Dampfbremse/sperre mehr Schaden macht als gar keine"
Das glaube ich auch!
Allerdings ist eine fehlende Dämmung auch besser als eine die falsch ausgeführt ist und falsches Material verwendet wird.
Eine Dampfsperre oder Bremse ist immer so gut wie die schwächste Stelle. Weil sich die Physik nicht von Berechnungen einlullen lässt sondern den Ausgleich sucht und das geschieht dann bei den Spalten und Ritzen, die eben undicht sind.
Einen Condom der lauter Löcher hat wird man ja auch nicht verwenden. Oder?
Und eine falsch angebrachte Unterspannbahn hat schon manchen Sparrenkopf gekostet! Aber das erst nach 15 Jahren!

Also: Erst richtig planen und dann richtig ausführen!
Nachkarteln ist gefährlich und immer teurer.

FK



Es tut mir echt leid,



aber ich werde aus den Beschreibungen nicht schlau. Vielleicht sollte sich noch jemand anderes, kompetentes den Dachstuhl vor Ort anschauen.
Wenn Dachraum Wohnraum wird, ist eben ein gewisser Aufwand nicht zu umgehen - manchmal ist es effizienter das Alte zurückzubauen! Auch wenn es nicht gerne gehört wird.
Schöne Grüße. Jürgen Maier