Dampfbremse???? Ja oder nein bzw. wo???

27.05.2018 Daggimoney



Hallo!

Wir verfügen über ein Gebäude aus den frühen 50er Jahren mit einem dazugehörigen eingeschossigen 50 qm Anbau der ehemals schon zu Wohnzwecken genutzt worden war. Dieser Anbau hat nun ein paar Jahre als private kleine Werkstatt und Lagerraum gedient. Da unser Familie gewachsen ist, soll hier nun die Wohnnutzung fortgeführt werden.
Dieser Anbau verfügt über eine gute Bausubstanz mit einer Raumhöhe von ca. 3,40 m. Auf dem vorgenannten Anbau befindet sich ein sogenanntes nicht begehbares und mit Dachziegeln eingedecktes Binderdach / Kaltdach.

Der Deckenaufbau vom Erdgeschoss zum sogenannten Binderdach besteht aus folgenden Materialien:
- Zementputz
- 2 cm Heraklith (von unten direkt an die Binderbalken genagelt)
- 10 cm alte Glaswolle zwischen den Bindern.
Es existiert bisher keine Dampfbremse bzw. Dampfsperre.

Da der Zementputz mittlerweile über Risse verfügt, sich teilweise auch Putz gelöst hat, und die Deckenhöhe 3,40 m beträgt, sind wir am überlegen, ob unter der alten Decke nicht eine Zwischendecke eingezogen und hier evtl. auch eine zusätzliche Dämmschicht eingezogen werden kann.

Dazu folgenden Fragen:
1.) Ist es sinnvoll eine Zwischendecke einzuziehen und die alte Decke dahinter so zu belassen, oder wäre es eher angebracht die alte Decke abzureißen und einen kompletten Neuaufbau zu machen?
2.) Wenn die alte Decke erhalten bliebe, und eine Zwischendecke eingezogen wird, wo müsste eine evtl. Dampfbremse (bisher nicht vorhanden) installiert werden?
3.) Wenn die alte Decke erhalten bleibt, und eine Zwischendecke eingezogen wird, ist es sinnvoll den Zwischenraum zu dämmen oder ist es eher angebracht auf die alte Dämmung zwischen den Bindern noch zusätzliche Dämmung drauf zu packen?

Viele Grüße
Rolf



Dampfbremse



Das einfachste wäre, sofern die Sparrenhöhe und die Teagfähigkeit genügt, oberseitig Zellulose aufzublasen.

Eine Dampfbremse wird bei einem solchen Dach nicht benötigt, wenn die Dachkonstruktionen insgesamt diffusionsfähig ist.
Unter den schadhaften Putz kann eine Lattung oder Verbretterung montiert und mit Fermacell oä verkleidet werden.
Andreas Teich



Dampfbremse???? Ja oder nein bzw. wo???



Hallo Herr Teich!
Mit so einer Antwort hatte ich kaum gerechnet!
Überall hatte ich bisher immer nur gehört, dass hier irgendwo eine Dampfbremse oder Dampfsperre eingebaut werden muss.
Können Sie mir sagen warum das hier nicht gemacht werden braucht? Das sogenannte alte Binderdachstuhl ist ein Kaltdach das nicht begehbar ist und wo man gleich auf die Dachpfannen schauen kann.
Ich dachte immer, das zwischen der warmen Schicht (Wohnung im Erdgeschoss) und dem kalten Bereich (Binderdachstuhl) so eine Schicht installiert werden müsste. Oder erfüllt das verputzte Heraklith schon die Anforderungen?
MfG
Rolf



Dampfbremsen



Dampfsperren sind im üblichen Wohnbau generell unnötig und eher schadensträchtig.

Dampfbremsen sind bei diffusionsoffenen, kapillaren Konstruktionen unnötig, wenn raumseitig ein weitestgehend luftdichter Abschluß besteht, der durch einigermaßen intakte Putzlagen uä. gegeben ist.

Kein Fachwerkhaus, Blockhaus etc., wie sie seit Jahrhunderten existierten, hatten Dampfbremsen in Form von Folien.
Nur Feuchtestau muß vermieden werden, was bei einem Kaltdach ohnehin gegeben ist.

Luftdichtheit sollte auch zur Vermeidung von Wärmeverlusten gegeben sein.

Andreas Teich