Fertighaus Dachdämmung

22.03.2011



Hallo,
als Neuzugang dieses Forums möchte ich mich zunächst bei den Mitgliedern für diverse Informationen, welche ich unangemeldet "abgesaugt" habe, bedanken. Allerdings musste ich feststellen, dass auch unter offensichtlich kompetenten Fachleuten, hier im Forum nicht immer gleiche Meinungen vertreten werden!?
Darum bin ich gespannt darauf, welcher Weg mir hier gewiesen wird.

Wir haben uns, nach langem hin und her, entschieden ein Fertighaus der Fa. Nordhaus Baujahr 1971 zu kaufen. Im Vorfeld hatten wir uns auch einige günstige Massivbauten aus den 50iger-60iger Jahren angesehen. Da waren die Renovierungskosten aber nicht überschaubar. Das ging vom bedingten Anbauen bis zu vom Pilz geschwärzten Kellern, darauf hatten wir wenig Lust.
Ein Fertighaus hatten wir gar nicht unbedingt auf dem Plan, es stellte sich erst bei der Besichtigung heraus. Der Besitzer hatte es nicht als solches angepriesen.
Nach der Besichtigung wurde natürlich sofort nach "Fertighaus" gegoogelt, wobei wir, unter anderem auch durch dieses Forum, auf damit verbundene evtl. Schadstoffe aufmerksam wurden.
Darauf hin wurden zunächst Raumluftmessungen veranlasst, welche bei PCP ausgesprochen schlecht ausfielen. Da aber im gesamten Haus sehr viel Paneele verbaut ist, haben wir Materialproben an verschiedenen Stellen nehmen lassen. Wie erhofft zeigte sich, dass die Paneele weit über die Grenzwerte mit PCP belastet sind. Das Ständerwerk, die raumseitige Spanplattenverkleidung der Außenwände und die Dachsparren sind nur geringfügig (weit unter Grenzwert) mit PCP belastet. Lindan und auch Formaldehyd ist ebenfalls kein Thema.
Da wir die Paneele sowieso herausnehmen wollen, können wir also die Schadstoffbelastung mit wenig Aufwand loswerden. Allerdings soll in dem Zuge, im gesamten Dachgeschoss auch die hinter der Paneele befindliche Dämmung, welche aus einer relativ dünnen, mit Alu beschichteten Glaswolleschicht besteht, ausgeräumt werden. Dies betrifft auch die obere Geschossdecke. Der Neuaufbau soll in Eigenleistung geschehen.

Nun zum eigentlichen Problem:
Das Dach ist mit glasierten Tonpfannen gedeckt. Es gibt keine Unterspannbahn, dafür sind die Spalte zwischen den Pfannen aber von innen mit Bitumenmasse abgedichtet. Womit sich schon die erste Frage stellt: Ersetzt dieser Aufbau eine Unterspannbahn? Der Spitzboden soll nicht ausgebaut werden, darum soll die obere Geschossdecke ordentlich gedämmt werden. Da also von unten alles raus kommt, würde ich wieder eine Zwischensparrendämmung bevorzugen. Schon die nächste Frage: Benötigen wir dort eine raumseitige Dampfbremse?
Der Spitzboden wird offensichtlich von der Traufe her nach oben belüftet. Darum würde ich die Dämmung an den Dachschrägen nicht bis an die Schindeln bringen. Welchen Abstand sollte ich einhalten? Die Sparren sind 15cm und ich möchte nicht sehr viel Platz verschwenden da auf der Zwischensparrendämmung möglichst noch eine dünne Untersparrendämmung erfolgen soll. Dann gibt es auf der ganzen Ebene noch 3 Zwischenwände, welche an die Dachschrägen angrenzen. Lohnt es sich diese wegzunehmen, um eine durchgängige Dämmfläche zu erreichen?

Im Voraus schon mal vielen Dank für die möglichst „einstimmigen“ Anworten.
Berthold