Dampfbremse über oder unter Deckenbalken?

06.12.2010



Hallo guten Abend,

sicher gab es die Frage schon, aber ich habe hier bisher leider keine passende Antwort gefunden.
Ich möchte eine Balkendecke als oberste Geschossdecke dämmen. Die Option auf einen späteren Ausbau des Boden will ich mir aber offen lassen.
Bestand sind aktuell nur die Deckenbalken.
Gedämmt wird mit Zellulosedämmschüttung.

Jetzt bin ich unsicher in welcher weise ich die Dampfbremse Verlegen soll. M.E. gibt es die zwei Möglichkeiten.
Welche ist besser?
Muß man beim befestigen der Folie sowas wie Nageldichtband benutzen? Habe bei proclima nichts dazu gefunden

Danke für sachdienliche Hinweise ;)
Roman





hier die zweite Variante



Keine Frage von Besser ... !



Hallo Roman,

Das ist keine Frage nach der besseren Lösung! Die einzig RICHTIGE Antwort lautet:

die Dampfbremse oder -Sprerre gehört immer auf die warme Seite!

... Ansonsten kannst Du sie auch gleich weglassen und Dir das Geld dafür schon mal für die dann bald anstehende Sanierung bereit legen. Denke Du solltest Dich auch nochmal eingehend mit dem Thema befassen bevor Du ans Werk gehst. Die Ausführung ist nicht Ohne, und Fehler sind schnell gemacht!


Appropos Ausführung! ... Ich an Deiner Stelle würde mir ja nochmal überlegen ob Du jetzt erst Geld in die Dämmung der Decke steckst, wenn Du dann hinterher doch vielleicht noch mal den Dachboden ausbauen wirst. Warum nicht gleich die Dämmung in's Dach? ... In der Decke brauchst Du sie später nicht mehr!


Gruß,
Stephan





sollte keine dachbodendämmung in zukunft geplant sein , kannst du auch auf eine dampfbremse verzichten und den Aufbau diffusionsoffen gestalten . den dachbodenbelag diffusionsoffen machen , also nicht kompl verschliesen und somit das Kaltdach seine Arbeit machen lassen . Lüftungen sollten vorgesehen werden .



Deckenaufbau



Noch zum handwerklichen Aufbau:
GK wird so nicht verlegt.
Entweder Sie benutzen Abhänger oder gehen direkt unter die Decke, dann wird die Traglattung quer zu den Balken gesetzt. Sie kommen sonst nicht in das Verlegeraster.
Ich empfehle Ihnen sich einmal die Verarbeitungshinweise und Produktdatenblätter der Trockenbauhersteller im Internet anzusehen.
Trockenbausysteme sind kein Puzzle, wo man sich wahllos Einzelkomponenten greift und zusammenwurstelt.
In Ihren Zeichnungen fehlt der Zwischenboden und der Rieselschutz.
Wenn Dampfbremse, dann auf die Balkenunterseite.
Ich halte Sie auch für überflüssig. Nur in hoch feuchtebelasteten Räumen wie Bad oder Küche sollte sie eingesetzt werden.

Viele Grüße





Hallo,

das die Bremse auf die warme Seite kommt ist mir klar. Sollte aus den Zeichnungen ja auch hervorgehen.
Wenn ich jetzt die Decke nicht dämme sondern das Dach, dann heize ich ja den Boden mit. Und der Ausbau des Bodens soll nur eine Option sein. Ob und wann wird sich zeigen.

Das die Lattung für GK anders aussieht ist mir bewußt. Ich wollte aber keine Detailzeichnung für den GK Verbau machen, sondern die Position der Dampfbremse verdeutlichen.

Da die Decke zum Teil über dem Bad verläuft sollte man schon eine Dampfbremse einsetzen.

Und warum brauch ich dann noch einen Riselschutz und Zwischenboden?



Dichtkunst



Hallo Roman,

wenn das Funktionieren einer Konstruktion ausschließlich vom Funktionieren einer millimeterdünnen Dampfbremse abhängt, sollte man noch einmal über die Konstruktion nachdenken, ob man ausschließlich auf diese Membran dauerhaft vertrauen will, bzw. was im Falle des Versagens durch Materialermüdung oder falsche Montage mit dem Bauteil geschehen wird.

Was geschieht wenn die Folie im Laufe der Zeit versprödet und durchlässig wird? Wieder alles ausbauen? Wie kann man diesen Zeitpunkt der Materialschwächung überhaupt feststellen? Viele Folien die mir begegnet sind, können nach 10, 15 Jahren einfach mit dem Zeigefinger durchstoßen werden oder sind – weil Spannungen aufgetreten sind – einfach gerissen, porös.
Wenn bei der Ausführung an einer Stelle geschludert wurde, wird Feuchtigkeit massiv nur an dieser Stelle in die Konstruktion eindringen (Konvektion) und einen größeren Schaden verursachen, als würde diese sich verteilen.

Ich würde versuchen einen herkömmlichen, nach oben an Diffusionsoffenheit zunehmenden Aufbau zu wählen. Gipskartonplatten neigen bei Holzbalkendecken irgendwann zum Reißen, das ist der Hauptgrund warum ich so etwas ungerne verbaue. Hinzu kommt, das die später gespachtelten, geschliffenen und meist nur gestrichenen Oberflächen, kurzfristig nahezu keine Feuchtigkeit puffern können (z.B. Bad, Küche). Da neige ich eher zu verputzten Trägerplatten wie beispielsweise Heraklith mit Putzauftrag, denn da ist eine kurzfristige Feuchtigkeitsaufnahme und ein Ablüften möglich, ohne dass Kondensat ausfällt oder nennenswert in die Deckenkonstruktion eindringen kann.

Das funktioniert bei mir seit Jahren: Putz => Sauerkrautplatte => Luftraum => Bretterlage auf Nagelleisten => alter Lehmverstrich => Schüttung => Hinterlüftung => Rauspund => unbeheizter Dachraum

Zu einem weiteren Schwachpunkt können sich die Einbauleuchten entwickeln, wenn diese nicht sorgfältig eingebaut werden. Gerade in Bad und Küche kann hier Feuchtigkeit durch nicht wirklich dichten Einbau in den Hohlraum eindringen. Abhilfe kann hier auf zwei Wegen geschaffen werden: Entweder die Leuchte wird in eine dafür vorgesehene dichte Dose gesetzt oder es werden spritzwassergeschützte Leuchten verbaut, die einen dichten Anschluss zwischen Deckenoberfläche und Lampengehäuse herstellen. Auch das funktioniert bei mir seit Jahren - mit Einbauleuchte über dem Duschbereich. Ein kürzliches Öffnen der darüber liegenden Deckenkonstruktion im ungenutzten Dachbereich zeigte eine messbar trockene Konstruktion.

Der Gau wäre eine sich durchbiegende Folie, die gelegentlich feucht wird und dank der Einbauleuchten punktuell immer wieder an den gleichen Bereichen erwärmt, bei Halogensystemen eher erhitzt würde. Gottvertrauen. Was war früher zwischen den Balken und weshalb wurde das entfernt?

Als Dämmung kann die Zellulose taugen, ich arbeite lieber mit Hanfschäben, Lehm-Hobelspänen, etc. Wenn ein Zwischenraum zwischen Rauspund und Dämmlage verbleibt muss dieser hinterlüftet bleiben.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Ich wollte die Folie ca. alle 50cm mit Leisten unterstützen. Ähnlich einem Zwischenboden.
Da die Folie auch für Einblasdämmstoffe im Zwischensparrenbereich geeignet ist, sollte sie doch auch mit dieser Konstruktion hier fertig werden.

Die Leuchten sollten mit diesen Einbaudosen montiert werden. Vornehmlich wegen den thermischen Aspekten. Der Punkt mit dem Feuchtigkeitseintritt wäre dann einweiterer Grund.

Vorher war ein dünner Lehmeinschub (30-40mm Lehm auf ca 50mm dicken Staken) mit Sandschicht (ca.20mm) in der Decke. Darunter (in Richtung Zimmer) war ein sehr großer leerer Bereich. Diesen wollte ich zur Dämmung mitnutzen. Da der Boden z.Zt. nicht genutzt wird ist der Trittschallaspekt nicht so wichtig.

...anbei noch das erste Bild.scheint oben irgendwie verschwunden zu sein





Gibt es denn weiter keine Meinungen?





...was für ein Material eignet sich eigentlich für einen zwischenboden? platten wie steico isorel??



Deckendämmung



Holz.
Stinknormale einfache besäumte Bretter, auf Länge geschnitten.
Darauf einen Rieselschutz (z.B. USB) tackern.
Dann kommt die Dampfbremse (falls erforderlich) auf die Unterseite der Balken.
Dann die Direktabhänger für die Unterhangdecke an die Balkenunterseiten.
Dann die Traglattung für die Decke.

Viele Grüße