Ist diese Dampfbremsfolie richtig?

28.07.2005



Hallo,

kann ich diese Dampfbremsfolie für meine Fachwerk-Fassade verwenden nachdem ich sie gedämmt habe?

PE-Dampfbremsfolie blau, SD >100 PP V/99-605.2

Danke.

MfG
B. Sarrach



Wo immer



Sie diese Dampfsperre einbauen wollen: es kann nur falsch sein. Dampfsperren mit sd> 100 m gehören in kein Haus. Es gibt nur ganz ganz wenige Ausnahmen (z.B. bei Trapezblechverkleidung ohne Hinterlüftung).

Wo soll denn überhaupt eine Dampfbremse eingebracht werden?





Wir sanieren unsere Fassade:
Dämmung, Dampfbremse, Konterlattung mit Hinterlüftung, Boden-Deckel-Schalung

Also sollte ich besser diese Dampfbremse aus dieser Art Papier verwenden, oder?

Gruß
Sarrach



Ist die besser??



Klima Aktiv Dampfbremse Breite 75 cm

Atmungsaktive Dampfbremse aus armiertem Papier mit Funktionsmembran. Naturzellulose anti flame. Rolle 37,5 m². Mit Verarbeitungsanleitung.

Atmungsaktive Dampfbremse aus 2 Lagen Kraftpapier mit Armierungsgelege und Diffusionsmembran. Sd.-wert variabel nach Umgebungsfeuchte 2 m. Braustoffklasse B2 nach DIN 4102, Flächengewicht 200g. Extrem reißfest durch Glasfasergittereinlage Maschenweite 5/10 mm. Breite 75 cm, Rolle 37,5 m². Diese Dampfbremse läßt Feuchtigkeit kontrolliert durch die Dämmung hindurchdiffundieren. Sie verhindert eine zu hohe Feuchtebelastung der Dämmung, da Sie Kondensationsfeuchte wieder raumseits aus der Dämmung entweichen läßt. Sie bietet daher erhöhten Schutz vor Feuchteschäden. Sie ist besonders geeignet bei diffusionsoffenen und diffusionsdichten Dächern. Sie hält die Konstruktion tauwasserfrei nach DIN bei luftdichter Verklebung. Der Nachweis mittels Dampfdiffusionsberechnung für diffusionsdichte Konstruktionen wird auf Nachfrage von uns kostenlos durchgeführt



Klingt wie ...



... eine Versicherung gegen Hundebisse. Ausgeschlossen sind Bisse von männlichen und weiblichen Hunden.

Ich hab nichts kapiert.



Fachwerkdämmungen …



Hallo
um hier noch einen Einwand anzubringen möchte ich darauf hinweisen, dass es Leute gibt, die es nicht für nötig halten, dass Fassaden gedämmt werden.

bei alten Häusern, wie dem Ihren sollte auf dererlei Maßnahmen aus verschiednen Gründen verzichtet werden (lesen Sie unter anderem bei meinen Antworten nach - unter der Suchfunktion nachlesbar) da gibt es mehrere Threads, die sich mit diesem Thema befassen.

die alten Häuser haben so lange überlebt, da die Erbauer KEINE modernen Materialien verwendet haben. Plaastikfolien haben Weichmacher in sich und diese werdne über kurz oder lang das zeitliche segnen - zementäre Putze und Mörtel halten Wasser fest und reissen gerne, da sie starr sind ...

bei Ihrer Konstruktion würde ich nur die letzten Teile (wenn überhaupt) nehmen: Konterlattung - Lattung - Boden Deckelschalung Lärche naturbelassen

aber wie schon gesagt: da gibt es mehrere Meinungen und schon ellenlange Auseinandersetzungen

viel Erfolg

Florian Kurz



Aussendämmung



Der Aufbau

Dämmung, Dampfbremse, Konterlattung mit Hinterlüftung, Boden-Deckel-Schalung


klingt mir nach Aussendämmung. Ich verstehe nun nicht was eine Dampfbremse darin verloren hat. (und dann noch auf der kalten Seite...)

Oder verstehe ich hier was falsch?



nun...



Ich verstehe nun nicht was eine Dampfbremse darin verloren hat.

Eine Idee hätte ich da.

Man muss wohl grundsätzlich zwischen "Fachwerk-Altbau" und "DIN-gerechtem Neubau" unterscheiden. Ich komme selber aus einer ultra-abdichtenden Branche. Wir bauen Reinräume für Microchip-Produktionsstätten und Anlagen zur pharmazeutischen Abfüllung von Medikamenten.

Der Trend im Wohnungsbau geht eindeutig Richtung hermetisch versiegelte Räume. Ein tolles und wirklich eindrucksvolles Beispiel habe ich hier gefunden: http://dachmurks.de/schaden_18.html

Besonders das letzte Foto zeigt, welche Blüten das heute schon trägt. Was hier im Wohnungsbau als "Schaden" deklariert ist, wäre in einem Antiseptikraum für Subcutana noch durchgegangen. Und das sicher nicht, weil FDA und GMP-Richtlinien der Pharmazeuten in irgend einer Form "lasch" wären. Wer mal eine entsprechende Anlagen-Abnahme mitgemacht hat, weiß wovon ich schreibe.

Ich warte bei Neubauten nur noch auf automatische Senkdichtungen wie im Reinraumbereich in Zimmertüren und Druckluft-Dichtungen in Haustüren, schließlich bleibt dort noch ein zwei bis fünf Millimeter hoher Spalt, durch den Luft zum Nachbarraum hindurch könnte. (Sorry, ich hoffe, dass das polemische Übertreibung bleibt und nicht Wirklichkeit wird.)

Gruß und so.



Dampfbremse



Also für mich stellt sich grundsätzlich die Frage nach dem Wandaufbau. Wie isser den nu?
Die Festlegung der Baustoffe in einer Wand sollte immer auf einander abgestimmt sein. Also ist die Frage so isoliert betrachtet, gar nicht zu beantworten.
fg
Ralf Femmer



Kaltseite



Auf der Außenseite der Dämmung sollten Sie auf gar keinen Fall eine Dampfbremse verwenden, es sei denn Sie haben innen eine sehr dichte Schicht (Dampfsperre, Beton etc.). Auf der Außenseite können Sie eine Unterspannbahn mit einem maximalen sd-Wert von 0,2 m verwenden. Alles andere ist bauphysikalisch falsch.



Richtig



@R. Stasch

Ich habe heute ein Gespräch mit ISOVER geführt. Die sagten wir genau das.
Ich solle, wenn überhaupt, eine diffusions offene Bahn mit einem sd-Wert von 100 ist das falscheste was man machen kann.