Fachwerk Dämmen

10.06.2020 Lottepappe



Guten Morgen :-)

ich hatte nun viel danach gesucht, aber kein richtigen Ansatzweg gefunden.

Ich habe eine ungeputzte Fachwerkwand aus Lehm. Diese möchten wir gerne Dämmen.
Wandstärke 12 cm. Eine Außendämmung kommt nicht in Frage.

Wir setzen eine Vorwand und diese möchte ich mit ca. 10 cm Steico flex Holzfaserdämmplatte dämmen. Wie schon vorher gefragt wurde aber nicht beantwortet bin ich mir gerade auch nicht sicher, ob nun eine Ursa-Seco Pro SDV variable Dampfbremse verbaut werden muss. Diese würde Innen gleich hinter der Rigipsplatte verbaut werden. Das wäre eine feuchteregulierende Dampfbremse mit variablem Sd-Wert !
Aber es gibt ja auch die diffussionsfähige Dampfbremse mit niedrigem Sd-Wert und die diffusionsdichte Dampfbremse mit hohem Sd-Wert. Welche ist nun besser geeignet ??



Fachwerk-Innendämmung



Zellulose oder Mineralschaumplatten sind hinsichtlich Kapillarität und zur Schimmelvorbeugung besser als Holzfaserdämmplatten.

Wenn überhaupt Dampfbremse dann mit niedrigen Sd-Werten oder feuchtevariabel.
Schlagregenschutz muß gewährleistet sein, sowie innenseitig eine über das Fachwerk durchgehende Putzschicht.



Putzschicht ?



Für die Steico *flex* Holzfaserdämmplatte eine Putzschicht ? Für welchen Sachverhalt und welchen Vorteil hat das !? Momentan wäre es doch so, dass die unverputzte Lehminnenwand die "eventuell" Feuchte Luft aufnehmen kann und diese nach außen abtrocknen würde. Eine zusätzliche Putzschicht nach innen würde doch stören ? Regenschlagschutz ist gewährleistet mit Zementfaserplatten Schiefer Optik, darunter das Lehmfachwerk ohne Außenputz und "Innenputz"



Innendämmung



Die durchgehende Putzschicht bezog sich auf den Putz direkt auf der Fachwerkwand und nicht auf die Holzfaserplatten.
Bei vorhandener Putzschicht ist kein zusätzlicher Putz notwendig.
Die Innenverkleidung über der Dämmung könnte mit Lehmbauplatten, Fermacell o.ä. erfolgen



Putzschicht die 2.



Ja genau.. und diese ist nicht vorhanden an der Fachwerkwand, auf der Außenseite nicht und auf der Innenseite nicht. Daher meine Frage, was jetzt eine zusätzliche Putzschicht zur Innenseite bringt bzw. welchen Vorteil ? Dämmung Steico flex Holzfaserdämmplatte WLS 038 ! Ich sehe den Luftaustausch ohne Putzschicht besser in Betrachtung, kann mich aber auch irren ;-)

Die Fermacellplatten als letzte Innenschicht dahinter auch eine feuchteregulierende Dampfbremse mit variablem Sd-Wert ?? Danke für die Antworten bisher :-)



Dämmung Fachwerk



Zumindest die innenseitige Putzschicht ist notwendig, um die Luftdichtigkeit zu gewährleisten und um evt Feuchtigkeit aufzunehmen und zu verteilen.
Das ist Grundvoraussetzung jeder Innendämmung



Pavdentro



Ich habe mich für festerere HWP entschieden. Dabei wird die Wand mit Lehmputz begradigt und die Platten mit Lehm verklebt und verdübelt. Darauf kommt wieder innen Unter- und Oberputz. Ich habe das jetzt seit 3 Jahren und bin immer noch zufrieden. Auch der Dämmwert ist ausreichend.

Der Wert der Dampfbremse beruht auf einer mathematischen Vereinfachung (Glaser Verfahren) die man nicht überbewerten sollte. In der Praxis kann ohne Dampfbremse Feuchtigkeit im Jahreswechsel in unterschiedliche Richtungen abtrocknen. Ausserdem ist in der Praxis eine absolut dichte Anbindung im Fachwerk nicht wirklich möglich. Es gibt genügend Literatur im Denkmalschutzbereich die sich auf wissenschaftliche Untersuchungen stützt. (FH Rosenheim u.a.) Beim Ubakus Portal wird das ebenso gut erklärt, dass im Fachwerk besser ohne Dampfbremse gearbeitet werden sollte.



Dampfbremse in Fachwerk



Ich kann Historia nur zustimmen. In der Praxis haben sich rein diffusionsoffene und kapillaraktive Systeme im Fachwerk als einziges wirklich bewehrt.
Der Einsatz einer optimal eingebauten Dampfbremse in der Wand und die fachgerechte und fehlerfreie Verbauung ergibt eine theoretisch machbare Konstruktion die bei guten Randbedingungen (Bewitterung, Luftdichtheit, Entfeuchtungspotential usw usw.) funktionieren kann.
Leider habe ich im Fachwerk noch nie eine fehlerfrei verbaute Dampfbremse gesehen. Nach dazu habe ich keine Verbauung gesehen, die in den Anschlußbereichen dauerhaft die Bewegung des Holzes und damit des tragenden Fachwerks mitmacht ohne Fehlstellen zu bilden.
Dagegen haben wir schon vielfach solche Konstruktionen, auch nach nur kurzer Einsatzzeit, sanieren dürfen.
Im Sinne des dauerhaften Erhalt des Fachwerks rate ich also davon ab. im Sinne der Leute die davon leben weggefaultes Fachwerl instandzusetzen rate ich also zu.

Sorry das ich etwas hemdsärmelig das Thema zum tausendstenmal angehe aber es ist schlicht erstaunlich das diese Fragestellung immer wieder aufploppt - beste Grüße M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land



Vorgehensweise und vielen Dank :-)



Danke für eure tollen Antworten. Bin gerade dabei mit Lehmkleber auszubessern. Das Lehmgefache hat erstaunlich wenig Risse. Die gröbsten Unebenheiten gleichen wir damit aus, zu dem werden Fugen zum Balken ausgekratzt (lose Putzkalk), gesäubert und mit Lehmkleber neu verfugt. Anschließend wird mit Fugenstreifen eine ebene Schicht über die Balken hergestellt, weil an einigen Stellen der Lehm über die Balken ragt. So erreiche ich meine Luftdichtheit und auch eine ebene Fläche. Dann werden die Dämmplatten Holzfaserdämmung Steico Flex an das Fachwerk gedrückt damit dahinter kein Hohlraum verbleibt. Als abschließende Innensichtwand werden graue Rigipsplatten gestellt ohne Dampfbremse. Für den Farbanstrich nehme ich eine Kalkfarbe.
@ Markus Alles gut :-) man ist als Fachwerkbesitzer eben unsicher. Ich lese jetzt schon seit Tagen in verschiedenen Artikeln und Foren. Mal wird Dampfbremse empfohlen und mal wieder nicht.


Mein Ortsansässiger Trockenbauer selbst riet mir davon ab. Aber so ist das eben nun mal! ;-)



Kapillaraktiver Aufbau



Das System mit den verklebten Platten funktioniert, ob jetzt einen Abfolge von Putz, flexiblen Dämmmatten und Trockenbauplatte funktioniert halte ich eher für Fragwürdig.

Ich empfehle Lehmputz zu verwenden. Lehmkleber lässt sich zwar spachteln, ist aber für Putzarbeiten kaum geeignet und ausserdem im Vergleich recht teuer. Wie kann ich mir die Fugenstreifen vorstellen. Eine Rissüberbrückung über die üblichen Fugenstreifen im Trockenbau wird nicht funktionieren. Auch das Ausfugen mit Lehmkleber dürfte nicht sehr viel bringen. Besser Putzträger auf die Balken und dann eine Schicht Lehmputz um eine luftdichte Ebene zu gewährleisten.



So hier: :-)


So hier:   :-)

Anbei ein Foto über die Fuge



So hier: :-)


So hier:   :-)

Und ausgebessert



noch eins


noch eins

Seite an Nebenwand



Ausgleich Höhenunterschied auf Balken


Ausgleich Höhenunterschied auf Balken

Mit Fugenstreifen, genagelt