? Dampfsperre zwischen Küche und Dachboden?

11.11.2004



Hallo,

ich habe schon einiges über das "für und wider" von Dampfsperren gelesen. Es hat aber mehr verwirrt als geholfen.

Folgender Sachverhalt:

Über unserer Küche ist noch ein niedriger Dachboden. Dieser soll jetzt mit Glaswolle isoliert werden. Muß zwischen
dem Boden auf dem Dachboden und der Glaswolle eine Dampfsperre angebracht werden und wenn ja wie.

Die jetztige Decke ist wie folgt aufgebaut (von Küche/unten nach oben):
Decke aus Nadelholzpaneele, darüber Decke aus Pliesterwerk, darüber Holzbalken (zwischen den Balken soll die Glaswolle.
Später sollen dann noch Fußbodenbretter über der Glaswolle angebracht werden.

Danke für Tipps und viele Grüße
Stev



Es dampft



Lieber Stev

Meine Ansicht zu der Problematik:

1. Das Problem gerade zum Dachboden hin wird überschätzt.

2. Wichtig wäre, dass der Dampfwiderstand auf der Kaltseite (Dachboden) geringer ist als auf der Warmseite (Küche). Dies heißt im Dachboden sollte z.B. kein Linoleum oder ähnliches liegen.

3. Ein Dämmmaterial mit hohen Ad- und Desorptionsvermögen (Lehm, Zellulose etc.) hilft in kritischen Phasen durch seine Fähigkeit vorübergehend zu puffern.

4. Die Wind- bzw. Luftdichtigkeit ist viel entscheidender.

5. Bei deinem Kostruktionsaufbau nachträglich eine Sperre oder Bremse einzubauen, halte ich für kritisch. (auch mit den vielseits angebotenen Spezialfolien). Denn die Sperre sollte möglichst nahe an der Warmseite (Bitte nicht über die Balken)angebracht werden.
Aber wie soll das hier gehen?

Gruß


Lutz



@lutz



Hallo Lutz, ich muß mich mal wieder melden, da ich mich gerade mit dieser Situation befasst habe:

Arbeite ich mit einem natürlichen Dämmstoff, kann ich unter Umständen tatsächlich auf eine Dampfbremse ganz verzichten (Berechnung mit Wufi). Das funktioniert mit einer Mineralwolle natürlich nicht.
Baue ich eine Mineralwolle ein, komme ich an einer Dampfbremse nicht vorbei, und solche Bauleute gibt es ja, man soll's nicht glauben, auch.
Hier nun hat die Firma G+H die glorreiche Idee gehabt, eine Dampfbremse herzustellen, die einen variablen sd-Wert hat. Nun kann die Firma ein Gutachten vom Fraunhofer Institut vorlegen, dass man die Folie problemlos in den Feldern nach innen und dann nach außen um die Balken legen kann. Was mir an dieser Folien vor allem nicht gefällt ist die Tatsache, dass in den technischen Werten für den sd-Wert ein von bis angegeben ist, aber keine schriftlichen Informationen zu bekommen sind, bei welcher Situation welcher Wert einzusetzen ist. Also rechnerisch für mich nicht zu kontrollieren, da der hohe Wert 5,0 m beträgt.

Die Firma Dörken nicht faul, hat eine Dampfbremse mit dem sd-Wert 2,0 m im Programm. Und das gefällt mir natürlich in sofern gut, weil ich hier einen klaren Wert für meine Berechnung habe. Lege ich diese Folie nun um die Balken, funktioniert die Konstruktion sogar nach Glaser!

@Stev
Was ich bisher geschrieben habe gilt natürlich nur für den Fall, den ich berechnet habe.
Für deine Situation fehlen noch die Angaben über die Matreialien und die Materialdicken. Außerdem finde ich die Variante ohne Folie besser.



variable Dampfbremse



Lieber Fred

Zur variablen Dampfbremse hatte ich ein Erlebniss das ich nicht so ganz vergessen kann.
Ich wurde zur Bewertung und Messung von Feuchten in einer Dachschräge geladen.
Der Dachstuhl war wirklich patschnass, Deckung aus Titanzink, keine Hinterlüftung, Dämmung Mineralwolle (bereits nass), Gipskarton etc. und eben jene besagte Folie.
Ich habe der Konstruktion keine Chance gegeben!!
Auf Anordnung des Richters sollte die Konstruktion nach einem halben Jahr nochmals untersucht werden.
Ergebniss:
Ich musste den Schwanz einziehen und den Hut lüften, der Dachstuhl war strohtrocken.
Diese Scheissfolie hatte also doch funktioniert. Es ist übrigens so, dass das Fraunhofer Institut die Folie entwickelt und an G+H verkauft hat.

Also wie gesagt, ich bin deiner Meinung ein natürlicher Dämmstoff würde uns eine Menge Probleme ersparen.

Gruß


Lutz



@Lutz



Liber Lutz,
schön zu hören, dass hier eine hohe Sicherheit vorhanden ist, schade, dass wir nicht die Zahlen an die Hand bekommen die Konstruktionen vorher abzuschätzen, denn letztendlich ist jede Konstruktion eine andere.

Schönen Tag Fred



Danke und Nachfrage



Hallo,

zuerst einmal vielen Dank für die Hinweise.

Da es mein erstes Projekt in unserem neu erworbenen Haus
(Bj. 1902) ist habe ich leider gar keine Erfahrung.

Daher weiss ich noch nicht, wie ich jetzt dämmen soll.

Wäre es besser, eine anderes - natürliches - Dämmmaterial zu nehmen (welches dann), was ruhig etwas feucht werden kann und auf eine Dampfsperre zu verzichten?

Habe ich das richtig verstanden?

Die jetztige Situation ist wie folgt:
von unten nach oben:
Nadelholzpaneele / Nut+Feder / ca 0.8 cm Dicke
Zwischenraum ca 8 cm
Pliesterwerk ca 2 cm
über dem Plisterwerk wo keine Balken sind ist alles frei.
Die Balken sind ca. 16 cm stark.
Darüber freier Raum /Schräge von ca. 40 - 130 cm.
Darüber Dachkonstruktion mich Dachpfannen.

Ich bin für nochmalige Hilfe sehr dankbar.

Viele Grüße
Stev



"Pliesterwerk" verputzt?



ich gehe mal davon aus, dass der Deckenputz noch vorhanden ist.
Da der Dachraum sehr niedrig ist und somit eine Dampfbremse sowieso nicht vernünftig luftdicht abgeklebt werden kann, würde ich nur eine Zelluloseschicht offen aufblasen lassen. Und zwar so, dass nachher zwischen Dielen und Dämmung kein Hohlraum mehr vorhanden ist.