Dach dämmen zum 1358 zigsten Mal.... ;-)

19.11.2007



Hallo Zusammen,

auf der Suche nach Informationen wie man ein Bauernhaus wieder fitt bekommt, bin ich auf euer Forum gestoßen und habe mich auch schon durch etliche Diskussionen gelesen. (nicht nur hier, ich bin in den letzten Wochen öfter mit Gedanken an Dämmstoffen eingeschlafen und dann am nächsten Morgen wieder mit Gedanken an Dämmstoffen aufgewacht...)

Aber zur Sache:
Wir wollen das Dachgeschoss eines ca. 300 Jahre alten Bauernhauses sanieren. Es gibt schon eine Wohnung in dem Dachgeschoss (ist also schon ausgebaut), die aber mindestens 20 Jahre nicht mehr genutzt wurde. Teilweise sind in den Dachschrägen die Sauerkrautplatten und der Putz runtergekommen. Unter Sauerkrautplatten und Putz sind Bretter auf die Sparren genagelt. Also von innen nach außen: Putz, Sauerkrautplatten, Bretter, Sparren. Die Sparren sind ca.18 cm tief, ca. 10 cm bis 12 cm breit und liegen in Abständen zwischen 95 cm und 110 cm. (alles circa Maße, weil die Sparren nicht alle gleich sind usw.)

Wir wollen nun das Dach ein wenig isolieren. Wir wollen nicht so viel wie möglich an Heizkosten sparen, sondern eher einen guten Kompromiss, der auch der Bausubstanz entgegen kommt. (und vielleicht auch noch bezahlbar ist...)

Deshalb habe ich mir jetzt folgenden Dämmaufbau überlegt:
- Unterspannbahn Pro Clima extra reißfest
- Hinterlüftung ca. 4 cm
- Thermohanf 14 cm
- Keine Dampfsperre aber vielleicht Holzweichfaserplatten o.ä.?
- Konterlattung
- 3 cm Thermohanf
- Gipskartonplatten

Eine Dampfsperre möchte ich eigentlich lieber nicht einbauen, weil ich denke, dass es besser ist, die Isolierung möglichst „offen“ zu lassen und sich diesen „Klebekram“ zu ersparen.

Kann man das so machen und was kann man Anstelle einer Dampfbremse anbringen?

Würde mich über eure Meinung dazu freuen!


LG
Christa



Natürlich



kann man auf eine Dampfsperre verzichten. Aber warum dann teure Dämmung einbauen, in der sich dann das Kondenswasser bildet und die Dämmwirkung aufhebt und für Fäulnis- und Schimmelbildung sorgt. Sucht Euch einen Fachmann für Altbausanierung und lasst Euch kompetent beraten, eh Ihr das Gebäude zu Sondermüll macht. Es ist für den Laien einfach nicht möglich, aus der Flut der Informationen die richtigen Dinge herauszufiltern. Vor allem, weil Hersteller, "Fachfirmen" und Händler ihre Produkte verkaufen wollen. Und natürlich wird dann alles verkauft, was der Kunde wünscht. Man will ja zufriedene Kunden. Leider zeigen sich die daraus resultierenden Schäden oft erst nach vielen Jahren. Gewährleistungsansprüche sind dann in der Regel verjährt, oder nicht mehr durchsetzbar, weil die Firma nicht mehr existiert. Leider hatte ich in den vergangen 2 Jahren erschreckend viel solcher Baufehler gesehen, teilweise Irreparabel. Also gebt ein paar Euronen für nen´Fachmann aus, das macht sich unterm Strich mehr als bezahlt.
Grüsse und viel Erfolg,
dasMaurer



habe mich vielleicht auch unglücklich ausgedrückt...



Hallo,

vielen Dank für die Antwort. :-) (...ich bin ja schon froh, wenn auf dieses ausgenudelte Thema überhaupt jemand antwortet)

Es ist ja nicht so, dass ich gar keine Dampfbremse verwenden möchte, nur eben nicht unbedingt Folie...
Ich habe jetzt eben noch mal zum Thema Hanf und Dampfbremse im Forum nachgelesen und finde diese Dampfbremse von Hock: "Dampfbremse für innen.
Baupapier armiert, mit feuchtevariablem sd-Wert"
ganz sympatisch.

Der Aufbau würde dann so aussehen:
- Unterspannbahn Pro Clima extra reißfest
- Hinterlüftung ca. 4 cm
- Thermohanf 14 cm
- Dampfbremse von Hock
- Konterlattung
- 3 cm Thermohanf
- Gipskartonplatten

Freue mich über jede Antwort :-)

LG
Christa



Sympatie



hin oder her, eine Dampfbremse ist nicht ausreichend. Nicht umsonst haben die Erfahrungen aus der Praxis dazu geführt, dass eine Dampfsperre vorgeschrieben ist, die zudem auch sehr sorgfältig auszuführen ist. Und auf der Innenseite der Dampfsperre hat Dämmstoff nichts mehr verloren, auf die Hinterlüftung kann bei diffusionsoffener Unterspannbahn verzichtet werden.
Die Bauphysik unterliegt nunmal den Naturgesetzen, und diese lassen sich auch durch Mehrheitsbeschluss nicht ändern, is nu mal so.
MfG und viel Erfolg
dasMaurer



Dach dämmen



Hallo Christa,
auch wenn wir das schon zum x- ten mal geschrieben haben, hier noch mal von mir:
Eine nachträgliche Innendämmung im Dach
IST NICHTS FÜR LAIEN!

Die Unterspannbahn gehört übrigens auf die Sparren und nicht unter sie. Sie soll nämlich Regenwasser und Treibschnee, der durch die Dachdeckung gelangt, von der Dämmung und dem Tragwerk fernhalten. Sie nachträglich von unten einzubauen, ist kompliziert und auch nur ein fauler Kompromiss.
Hast Du schon einmal eine Dampfbremse eingebaut?
Die Anforderungen an die Luftdichtigkeit sind genau so hoch wie an eine Dampfsperre!

Viele Grüße
Georg Böttcher



irgendwie verstehe ich euch nicht



...aber das kann ja auch an mir liegen.

1. Das die Unterspannbahn unter die Dachziegel und auf die Sparren gehöhrt, weiß ich. ;-)Und ich weiß auch, was für einen Zweck sie erfüllen soll.

2. Warum soll ich anstatt einer Dampfbremse eine Dampfsperre verwenden? Ich kann doch nicht in einem 300 Jahre altem Haus die Dachschrägen total dicht machen. Vor allem, weil ja die Giebelwände auch nicht total dicht sind. Was passiert dann z.B. mit dem Übergang Dachschräge-Giebelwand?

3. Habe ich mich wirklich wochenlang durch alle möglichen Threads zu dem Thema gelesen, um zu diesem Aufbau zu kommen. Da kann doch nicht überall was Falsches drin stehen.

4. Habe ich auch schon Fachleute zu dem Thema gefragt. Aber da war von "mit Gaswolle dämmen" bis zu "Aufbau ist in Ordnung" auch alles dabei...
Letzten Endes haben wir die Verantwortung für dieses Haus und die nimmt uns auch keiner ab. Vor allem nicht, wenn sich nach 5 Jahren die ersten Bauschäden wegen falscher Dämmung einstellen.
Wir leben gerade in einem alten Haus (zur Miete), was falsch gedämmt wurde und ich weiß, was es für ein Schied ist, das wieder in Ordnung zu bringen. Wenn dämmen, dann richtig! Deshalb frage ich hier.

Ach ja, ich habe auch nicht geschrieben, dass ich mir keine Hilfe holen will, wenn ich merke, dass wir z.B. die Dampfbremse nicht richtig eingeklebt kriegen. Ich muss das nicht alleine machen.

LG
Christa



Dach dämmen



Nochmal:
Eine Dampfbremse wird genauso eingebaut wie eine Dampfsperre, also mit "Klebekram", ansonsten kann man sie gleich weglassen.
Kraftpapieren stehe ich wie viele andere Praktiker skeptisch gegenüber, es gibt andere Systeme von Dampfbremsen, die mir sicherer erscheinen, wenn sie denn sein müssen.
Ihr könnt natürlich den Angaben eines Verkäufers vertrauen, ich halte mich neben meiner eigenen praktischen Erfahrung an das WTA- Journal 1-03 S. 6-25 (Richtiger Einsatz von Dampfbremsen in der Altbausanierung, Autor Hartwig M. Künzel)
Es gibt Dutzende von Fragen und Problemen, die noch offen sind, nicht nur die Problematik Giebelanschluß.
Zum Beispiel das Problem, wie Ihr die Unterspannbahn ÜBER die Sparren kriegen wollt. Das geht nur, wenn das Dach abgedeckt wird. Da Ihr das ja schon alles wisst, wieso dann dieser Vorschlag, die USB UNTER die Sparren zu hängen?
Abschließend von mir noch ein letzter Tipp:
Die Honorarkosten für einen Bauberater oder Planer über das Forum sparen zu wollen geht nicht.
Wir sind gern bereit, einzelne Fragen, die sich bei der Planung oder der Ausführung der Dämmung ergeben, abzuklären.
Aber wir können keine Fernwerkplanung durchführen. Die wäre ohnehin nicht viel wert, da keine Gewährleistungsansprüche darauf bestehen und Ihr ohnehin kein allzu großes Vertrauen in unsere Beratung setzt.

Viele Grüße
Georg Böttcher



ich geb es auf



Wenn ich irgendwie den Eindruck erweckt habe, dass ich hier nur die Honorarkosten für einen Bauberater oder Planer sparen will, tut es mir leid. Das war und ist nicht meine Absicht und ich dachte eigentlich ich hätte es auch so rüber gebracht, dass es mir nicht um möglichst billig sondern um möglichst sinnvoll geht...

Aber egal, werde ich einfach weiter rumfragen und dann den mit der Planung beauftragen, der mir den kompetentesten Eindruck macht. Was anderes bleibt mir ja offensichtlich nicht übrig.
Ich bin nicht stinkig! Habe wohl nur den Sinn des Forums falsch verstanden. Auch dafür entschuldige ich mich!

LG
Christa



Na, nun sei mal



nicht geknickt. Ihr habt Euch da eine komplizierte Aufgabe gestellt, bei der auch Fachleute erstmal grübeln müssen und bestimmt kein Universalrezept zur Hand haben. Als erstes muss man mal wissen, welche Wünsche der Bauherr an das fertige Objekt stellt, dann kann man die erforderlichen Massnahmen nach einer Ortsbesichtigung festlegen und koordinieren. Natürlich lassen sich eine Menge Arbeiten in Eigenleistung erstellen, wenn man zum Beispiel mit einem Fachmann direkt auf der Baustelle zusammenarbeitet. Die Arbeitsleistung eines Laien lässt sich dadurch beträchtlich steigern ;-))).
Viel Glück für Euer Vorhaben
MfG, dasMaurer