Dampfbremse empfehlenswert?

30.06.2013 joerjen



Hallo Leute

Ich bin gerade dabei meine mit Brettern beplankten Decken mit Schilfrohr zu "betackern". Darüber befindet sich ein belüfetes Kaltdach (also über der Holzfaserdämmung samt der Winddichtungsebene aus Unterspannbahn). Für die Räume brauche ich lt. dem Planer keine Dampfbremse, da anfallende Feuchte abgelüftet werden kann.

Nun habe ich dort auch ein Bad und stelle mir die Frage, ob es Sinn macht, an der Decke im Bad eine Dampfbremse (Klima-Aktiv-Papier) Zwischen Schilfrohr und Brettern anzubringen, um die Feuchte aus der Konstruktion etwas herauszuhalten?



Und dann...



... hängt die Feuchte zwischen Schilf und Papier... und will doch nur zur kühlen Seite...
Welchen Grund gibt es, dem Planer zu misstrauen?

Natürlich ist vernünftiges Heiz- und Lüftverhalten das A-und-O...

MfG,
sh



Dampfbremse



kein Planer ist unfehlbar - sage ich als Planer.

Gerade bei den Dampfbremsen haben die Leute manchmal selbst sowenig Schimmer von der Materie, da sollte sich jeder Bauherr mal selbst ein wenig einlesen. Selbst das Einholen einer zweiten und dritten Meinung kann hier oft mehr verwirren als aufklären. Da gibts richtige weltanschauungsmäßige Differenzen, ob oder ob nicht, und wenn ja, welche...

Im Naßbereich würde ich schon ne Bremse einbauen und dann den Hauptteil der anfallenden Feuchtigkeit über die Zwangsentlüftung rausschaffen, sonst geht das ja nur nach oben und kondensiert halt im Kaltboden.

Papier verliert allerdings nach ein paar JAhren seine Funktion laut Forschungen vom Fraunhofer Institut, so daß man sich das dann wirklich sparen könnte.

Ne bessere Alternative wäre dann sowas wie DASATOP pro clima, eine dampfdruckabhängige Membran.

Aber bitte selbst prüfen oder einen Bauphysiker einschalten, Architekten traue ich hier wenig zu.

Gruß
klingsor



Dampfbremse



Diesem Klimapapier wird das anschließende Verputzen gar nicht gut bekommen, der Haftung des Putzes auch nicht. Der wird dann nur von den Tackernägeln im Holz gehalten da die Dampfbremse wie eine Trennebene funktioniert.
Ich halte so etwa ebenfalls für überflüssig, wichtig ist angepasstes Lüftungs- und Heizungsverhalten.
Aber wenn es Sie beruhigt können sie an der Baddecke sogar eine Dampfsperre verbauen. Da dies nur ein paar m² im Vergleich zur Gesamtdeckenfläche betrifft kann nicht viel passieren. Wie bei der Dampfbremse ist der dichte Anschluß an die Wände wichtig, bei Putz heißt das erst die Decke verputzen und dann die Wände. So kann die überstehende Folie eingeputzt werden. Ob das mit Ihrem Papier klappt wage ich zu bezweifeln.
Warum beplanken Sie die Decke nicht einfach mit Hutdeckenprofilen und Gipskarton?
Das ist in ein paar Stunden erledigt, ohne Matscherei und Wassereintrag.

Viele Grüße



Dampfbremse



Wenn die Dampfbremse nicht unbedingt notwendig ist, werde ich sie auch nicht verbauen. Das Bad ist relativ groß (etwas über 20m²) und soll auch odentlich gelüftet werden. Ich lüfte eher zu viel als zu wenig.

Zum Aufbau an sich. Ich wollte das einfach so - ich wollte keinen Gipskarton im Haus, weil ich kein Freund davon bin. Das Holz für die Beplankung habe ich seit Jahren trocken gelagert und nun wollte ich einfach alles mit Lehm geputzt haben.