Zwischensparrendämmung bei Altbau (1935)

04.08.2009



Guten Morgen zusammen,

ich habe eine dringende Frage:

wir möchten am Wochenende unser Dach neu decken und mit Zwischensparrendämmung sanieren.

Was sind eure Erfahrungswerte mit Steinwolle als Dämmung? Ist das empfehlenswert? Mir fehlt das gute Gefühl dabei noch etwas (Gesundheitliche Aspekte)! Alternativ habe ich Homatherm als Dämmung vorgeschlagen bekommen.

Kennt sich jemand damit aus?

Viele Grüße und danke,
Daniela Simon



Zwischensparrendämmung bei Altbau



Hallo,

gegen Steinwolle ist wenig einzuwenden.
Da Fasern mit der Raumluft später nicht in Verbindung stehen, besteht die Möglichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen in erster Linie bei der Verarbeitung.
Allerdings ist der sommerliche Hitzeschutz bei Homatherm noch ein wenig besser.

Grüße



wenn die Alternative Homatherm...



für Euch bezahlbar ist, dann würde ich diesen Vorschlag der Steinwolle vorziehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dämmung



zwischen den Sparren aber nicht bis an die äußere Dachhaut, sondern dort ca 4 cm Luft lassen und die Über Dachkasten und First (Kamineffekt) entlüften - dann hast Du auch kein Problem mit der sommerlichen Hitze und kannst ohne Bedenken Steinwolle einsetzen. Die fehlenden Stärke kannst Du dann zwischen den Grund- und Traglatten der Innenverkleidung ergänzen, so kommst Du locker auf Werte über 20 cm! Außerdem verhinderst Du so Wärmebrücken durch Fehlstellen und geringere Holzquerschnitte. Wenn die Steinwolle sehr aufbauscht, sichere sie seitlich und in der Mitte mit einer Dachlatte gegen ein "aufschäumen" gegen die Dachschalung/Unterspannbahn. Ich hatte mich damals aus finanziellen Gründen für das abgebildete gelbe Material entscheiden müssen - jetzt würde ich wohl Zellulose nehmen und auf eine Folie als Dampfsperre verzichten - wegen der Mäuse......



Laßt die Finger von Glas-, Stein- oder sonstiger Mineralwolle!



Homatherm wäre nur eine Alternative. Auf jeden Fall sind Holzfasern wohl eindeutig vorzuziehen. Die können Sie nämlich in der Regel später im Garten verbuddeln (also kompostieren) soweit dort nicht auch irgendwelche Zusätze enthalten sind.

Alle Welt redet von Umweltschutz. Wie paßt das zusammen? Energiesparen, ja bitte! Womit? Egal und wenn man sich eben mit Sondermüll einpackt.

Ich habe hier einmal meinen Text aus einem anderen Beitrag kopiert:



---Forenreferenz-----------
Schauen Sie einmal nach, worunter KMF (Glas-/Mineralwolle & Co.) bei Ihrem -
regionalen Entsorgungsfachbetrieb geführt werden.

Dort ist durchweg und ganz deutlich von Gefahrstoffen bzw. Sondermüll die Rede und diese Einstufung erfolgt sicher nicht aus Spaß an der Freude. Es wird übrigens auch nicht unterschieden, ob diese Fasern aus neuerer Herstellung (also nach 1996) stammen. Es dürfte sich also um alles andere als Übertreibung handeln.

Glas- und Mineralwollen bei Produktionen bis 1996 stehen persé im Verdacht krebserregend zu sein, das hat eine Arbeitsgruppe des Bundesumweltministeriums herausgefunden. und auch bei den "neuen" Produkten der KMF-Lobby ist nicht gewiß, ob sich das geändert hat. Die Lobby freilich beteuert grundsätzlich Unbedenklichkeit. Allerdings sollten einem alleine schon die von der Lobby verhängten Maulkörbe zu denken geben.

Ich zitiere einmal die Einstufung der Abfallwirtschaftsbetriebe München. Hier heißt es unter Mineralwolle: "....... . Diese Produkte enthalten unter Umständen einen kleinen Anteil lungengängiger Fasern, die mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar sind. In Tierversuchen haben sich diese Fasern als krebserzeugend herausgestellt. Verwenden Sie deshalb auf jeden Fall eine Feinstaubfilter-Gesichtsmaske, wenn Sie mit diesen Materialien hantieren."

Als Ratschlag wird noch gegeben, sich nach Möglichkeit anderen Materialien zuzuwenden.

KMF (künstliche Mineralfasern) sollen nach meinen Informationen auch diverse Allergien (insbesondere Asthma) auslösen können.

Dazu gebe ich gerne noch meine eigenen Erfahrungen weiter:

Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren Unmengen an Glaswolle aus unserem Haus entfernt. Diese "Dämmung" war über dreißig Jahre alt. Durch die Alterung extrem brüchig geworden und deshalb staubte es auch irrsinnig, sobald man die Bahnen nur schräg angesehen hat. Kurz gesagt, die faserigen Stäube/Ausbrüche haben sich im Laufe der Zeit fein säuberlich überall im Haus verteilt. Es ist eine sehr mühselige und nicht ungefährliche Arbeit, den Kram wieder los zu werden. Von den Kosten der Entsorgung einmal abgesehen, muß die alte Wolle zusätzlich arbeitsintensiv noch in Müllsäcke verpackt werden, welche luftdicht zu verschließen sind. Der "Entsorger" läßt Ihnen den ganzen Absetzkipper stehen, wenn er nur ein einziges Löchlein in den Säcken entdeckt. Augenreizungen bei der Verarbeitung aufgrund der Bindemittel sind die Regel und das typische Jucken an den Hautstellen, die mit dem Zeug in Berührung kommen, dürften noch die harmlosesten Probleme sein.
Bei allen Beteuerungen, die man sonst noch zu hören bekommt, (z. B. "Bei fachgerechtem Einbau der Dämmung ist das alles gar kein Problem!") sollten Sie immer bedenken, es kommt der Tag, an dem wird die Dämmung altersbedingte Schwachpunkte aufweisen, da kann sie noch so gut abgeriegelt sein. So werden Sie oder Ihre Nachfahren, spätestens bei einer späteren Sanierung etc. die Zeche zahlen und den Hersteller kümmert das dann herzlich wenig.

Es gibt wahrlich bessere Alternativen und die wurden durch die anderen Beitragverfasser sehr gut dargestellt.

Letztlich muß freilich jeder selbst wissen, was er tut.

Viele Grüße
Achim Hecke mehr ...
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Viele Grüße
Achim Hecke

PS: Vielleicht noch ein Hinweis: Deutschland liegt mit seiner Kinderasthmaquote auf Platz zwei nach den USA. Man weiß, daß unsere Kinder heutzutage über 80% Ihrer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.