Dämmung zwischen Innen und Außenwand des Fachwerks

02.09.2021 Britta

Dämmung zwischen Innen und Außenwand des Fachwerks

Hallo zusammen,

eine Fachwerkseite (Westseite, damit regenexponiert) hat Feuchtigkeitsschäden, die sich bis in die Höhe des ersten Riegels hochziehen. Der Zimmermann ersetzt das Ständerwerk entsprechend.
Beim Ausräumen der Gefache stellt sich der Wandaufbau (erfolgte durch den Vorbesitzer) wie folgt heraus:
- aufgelistet von außen nach innen -

Außenwand: Sichtbares Fachwerk, dazwischen Hohlkammerziegel mit Zementmörtel.
Dahinter Glaswolle ca 4 cm dick mit Teerseite zur Außenwand.
Dahinter
Innenwand: Ytong bzw. weiße Kalkbrandsteine, mit Zementmörtel gemauert.
Zum Innenraum: Wand verputzt

Ich lasse das Fachwerk wie gesagt durch den Zimmermann ersetzen. Dazu werden die Ersatz-Eichenbalken vor dem Einbau mit Leinöl gestrichen und mit Versatz sowie Holznägeln eingebaut (denkmalschutzamtskonform ;-)
Die Außenwand soll aus weichgebrannten Ziegeln mit historischem Kalkmörtel gemauert werden, darauf kommt ein ebenfalls historischer Kalkputz, damit die Wand diffusionsoffen bleibt.

Was kann ich jetzt als Dämmung zwischen Innen und Außenwand benutzen? Habe 10 cm für die Dämmung Platz.

Vielen Dank für Vorschläge.



Hm..



Hallo Britta,

bist Du sicher, dass Dein Feuchtigkeitsschaden nur durch Wetterseite bedingt ist ?

Ich sehe auf dem Bild, dass die Schwelle im Boden liegt ...das ist nicht gesund.. :-)

Gruß
Ralph



Keine Dämmung



Was ich nicht verstehe ist, dass du zuerst schreibst "Glaswolle ca. 4 cm dick" und dann "Habe 10 cm für die Dämmung Platz." Frage: Wo kommen denn die 6 cm mehr Platz her?

Unabhängig davon, sind sowohl die 4 cm, erst recht die 10 cm Dämmung, plus die Innenwand aus Ytong "zu viel des Guten". Das Fachwerk wird dadurch von innen zu viel gedämmt, es kommt nicht genug Wärme bis ins Fachwerkgefüge, weswegen sich da höchstwahrscheinlich Tauwasser bildet. Dieses Tauwasser in der Wand, plus das Regenwasser was an der Fassade runter läuft, plus das Spritzwasser, das bei Regen vom Pflaster gegen die Wand spritzt, ist viel zu viel. Die Wand kann nicht mehr austrocknen. Bzw., es dauert viel zu lange. Kein Wunder dass die Schwelle und die Ständer weg rotten. Es ist eine Frage der Zeit, dass es wieder passiert, wenn du den Wandaufbau so läßt, bzw. in gleicher Weise erneuerst.
An der abgewaschenen Farbe unter dem rechten Fenster sieht man auch, wo noch mehr Wasser her kommt: von der fehlenden Fensterbank. Vermutlich ist deshalb der Ständer rechts vom mittleren Fenster am höchsten weg gefault. Das Wasser läuft vom Fenster in den Stoß des Riegels zum Ständer und von da aus direkt tief ins Gefach, bzw. Holz.
Lasse lieber die Dämmung zwischen den Wänden weg und fülle den Hohlraum mit kapillar leitfähigem Material, z. B. mit Blähton-Leichtlehm. Der ist aus rein mineralischem Material, verrottet also nicht und hat einen relativ schlechten Dämmwert.
Oder du verlängerst den Dachüberstand so weit, dass kein Regen- und Spritzwasser mehr an die Wand kommt.