Wärmedämmung meines Fachwerkhauses von aussen

31.08.2006



Ich benötige mal fachmännischen Rat.
Wir haben die sehr gut erhaltenen Lehmwände unseres Fachwerkhauses (Bj. ca. 1830) von innen nur geputzt, da ich das Haus von aussen dämmen möchte.
Nun habe ich hierzu schon zwei Angebote von Malern eingeholt (nur um mal zu schauen welche Möglichkeiten es gibt), aber beide male wurde mir das Wärmedämmsystem mit Styropor angeboten.
Ich als Nichtprofi sehe dem sehr skeptisch entgegen, ich will ja nicht das mein Fachwerk in zehn Jahren weggefault ist.
Welche Systeme, bzw. Materialen können Sie mir empfehlen und wie sollte der Aufbau dazu aussehen?

Ich bedanke mich bereits im voraus für die Bemühungen.

MfG, Marcus Hölscher



Vermutlich haben



die beiden Maler ihnen nicht nur Styropor sondern auch einen Kunstharzputz angeboten. Von beidem würde ich absehen. Die bessere Alternative ist sicher eine Dämmung aus Holzweichfaserplatten (gibt es von mehreren Anbietern z.B. Gutex, Pavatex, ...) mit einem mineralischen Putz.

Ich würde mir Angebote für eine Putzfassade von mehreren Putzer einholen und nicht von Malern. Außerdem muss man die Materialien vorgeben. Setzt man sich mit den Herstellern der Platten oder den Händlern in Verbindung erhält man mit Sicherheit auch Adressen von Handwerkern, die mit den Materialien umgehen können.
Eine andere Möglichkeit: Man setzt sich mit einem Baubiologen vor Ort in Verbindung.



Zweifel



Ihre Zweifel sind durchaus begründet, denn dies ist zwar zeitgemäß, was Ihnen diese Fachhandwerker angeboten haben, doch nach ca. 5 Jahren sind diese aus der Gewähr!
Bauphysikalisch schwachsinnig und frevelhaft, denn diese Systeme sind diffussionsdicht.
Ihr Gebäude möchte aber atmen und somit kommen eigentlich nur diffussionsoffene Systeme bei Ihnen in Frage.
Holzweichfasersysteme sind da, ob verputzt oder mit Holz überschalt.
Ein sehr gut bewährtes Produkt wäre hier das Stufenfalzplattensystem von der Fa. Doser, DHD-System.

Grüße Udo Mühle



Andere Möglichkeit



Eine weitere Möglichkeit.
Sie investieren nicht in die Dämmung sondern nutzen die Speicherfähigkeit Ihrer Wände und sparen Energie durch Strahlungswärme (Wandheizung-Heizleisten), Pelletanlage usw.
Aus unserer Sicht sind Dämmungen über 8 cm unwirtschaftlich.
Zudem verändern Sie mit der neuen Aussenhülle die bauphy. Eigenschaften auch teilweise zum Nachteil.
Überputzte Holzweichfaserdämmsysteme neigen zur Verpilzung und werden deshalb oft mit fungiziertem Putz versehen.
Zudem sollte aus unserer Erfahrung zwischen Dämmplatte und Putz kein Hohlraum (auch nicht im Millimeterbereich) sein.



Styropor diffusionsdicht?



Mir gehts nicht darum, dass jemand in sein Fachwerk Styropor einzubringt, aber:
* Styropor ist "bestenfalls" eine Dampfbremse, das ist ja gerade das "Problem" bei Innendämmungen!
* Außen angebracht ist es für das Fachwerk unschädlich.
* Wie eine Pelletanlage zum Energiesparen geeignet sein soll ist mir schleierhaft
* ebenso ist eine Wandheizung ohne Dämmung eher zur Energieverschwendung geeignet.