Verkleiden der Wetterseite an Fassade

20.02.2006



Hallo,
wir haben ein 100 Jahre altes Fachwerkhaus, das seit knapp 40 Jahren mit Pappklinkern komplett verkleidet ist Unter dieser Verkleidung ist eine Luftschicht von 6 cm. Die eigentliche Hausfassade besteht aus roten Ziegeln, das Balkenwerk ist aus Weichholz und steht auf einem Massivsockel von etwa 3 m Höhe. Meine Frage, die ich an Sie stellen möchte: Wir müssen die Giebelseiten neu verkleiden, wobei eine Seite die Schlagregenseite ist (Höhe 11 m). Da wir diese Seiten mit Ziegeln abhängen wollen, stellt sich uns die Frage, ob es reicht, weiterhin eine Luftschicht von 6 cm unter der neuen Verkleidung einzuhalten? Wenn nicht, was sollte man zusätzlich beachten? Sollten die Balken behandelt werden? Die eigentliche Fachwerkfassade ist bisher unbehandelt.
Von Ihnen bald zu hören, würde mit sehr freuen!
U. Hettwer



Werden mehr als



20% der Wand bearbeitet, so muss nach EnEv eine Dämmung eingebaut werden, was bei einer Wetterschutzbekleidung in aller Regel auch problemlos machbar und sinnvoll ist. Wenn die Holzanteile des Fachwerks nachher komplett eingepackt sind, ist eine chemische Behandlung des Holzwerkes nicht erforderlich.
Ich bin auch der Meinung, dass die DIN-Normen gar nicht auf eine Behandlung eines bestehenden Holzwerks eingehen. So würde ich auf einen chemischen Schutz sowieso verzichten. Vielleicht kann aber jemand anderes hierzu noch etwas mehr ausführen.



Fassadendämmung



Guten Morgen,

wenn Sie mit Ziegeln abhängen wollen, ist eine ausreichende Anzahl an nicht rostenden Luftschichtankern einzusetzen. Das ist keine Arbeit für Laien ! Spätschäden nach 30 Jahren wegen kleiner Unaufmerksamkeiten sind deshalb auch nicht selten. Fragen Sie einen Statiker und lassen Sie die Arbeiten, egal wer sie macht, auch sorgfältig dokumentieren und kontrollieren.
Die Dämmung nach EnEV sollte hinterlüftet sein.
In dieser Beanspruchungsklasse genügt vorbeugender Holzschutz gegen Pilze und Insekten.

gutes Gelingen



Holzschutz



Hallo Herr Hettwer,

ich würde an Ihrer Stelle nicht auf einen Holzschutzanstrich verzichten. Zum einen kostet er nicht viel, zum anderen sind die Schäden gerade in altem Holz z. B. durch den Hausbock größer als in jungem Holz. Weiterhin ist eine nachträgliche Behandlung / Bekämpfung im Fall eines Befalls nur noch mit sehr großem Aufwand möglich. Sie sollten hier nicht an der falschen Stelle sparen. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen das Mittel Boracol (http://www.lavtox.com) empfehlen. 2-3 mit dem Pinsel satt auftragen - fertig!

Gutes Gelingen!
Thomas Mispagel