Dachdämmung

20.05.2010



Hallo,
ich möchte bei unserem 40 Jahre altem Haus das Dachgeschoss ausbauen. Daher muss ich zuerst den Dachstuhl dämmen. Dieser besteht aus Dachziegel, Konterlattung, Lattung, Dachpappe, Schalung, Sparren. Diese sind ca. 70 cm auseinand und haben eine Höhe von 17 cm. Ich möchte jetzt eine Zwischensparrendämmung anbringen. Wie kann ich dazu vorgehen? Benötige ich hierfür eine Hinterlüftung? Wenn ja, reicht mir dann noch die restliche Höhe zur Dämmung aus und was kann ich für Material verwenden?
MfG
Chris



Wenn das Haus 40 Jahre...



... alt ist, dann wäre die Frage, wieweit die Dachziegel auch erneuert werden. Die Ausführung könnte dann mit dämmenden Unterdachplatten aus Holzweichfaser optimaler gestaltet werden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dachziegel



Die Ziegel werden nicht erneuert, da sie noch sehr gut erhalten sind und auf einer Seite eine Photovoltaikanlage instaliert ist.
Daher kommt keine Aufdachdämmung in Frage.
Gruß
Chris



Dachdämmung



Wie hoch ist der zu dämmende Raum?
Besteht die Möglichkeit die Sparren aufzudoppeln?

Als Dämmung wäre Lehm-Hobelspan-Dämmung möglich, als Dampfremse Intello plus, als Unterkonstruktion Bretter 24/80

Für nähere Info's einfach melden

Grüsse Thomas



Wenn die Ziegel und die Dachpappe unbedingt bleiben sollen....



... dann würde ich als nächsten Schritt alles tun, dass wenigstens eine ordentliche Hinterlüftungsebene eingebracht wird und entsprechend an Traufe + First für Öffnungen gesorgt wird.

Am einfachsten geht das mit Latten längs zum Sparren und einer Holzdämmplatte.

Sollte das Dach doch mal umgedeckt werden, dann kannn mas später diese Hinterlüftungsebene noch zusätzlich zum Dämmen verwenden und von außen noch Unterdachplatten aufbringen.

Ohne Hinterlüftungsebene wäre für mich die allerletzte Lösung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Sparrenabstände und Mattenbreite sind oft nicht identisch



Hallo Chris, da Holzfaser-Matten oder Glasfaser-Matten immer Standard- Maße haben, beispielsweise 62,5 cm, die Sparren aber 40 Jahren gearbeitet haben, stimmen die Abstände nicht mehr 100%. Ich empfehle die Stopf-Hanf-Dämmwolle. Das passt immer und man hat keinen Verschnitt. Die Dämmstärke 17 cm (Starrendicke) wird durch Querleisten auf 19 gebracht. Da außen eine Dachpappe drauf ist, also das Dach nicht diffusionsoffen ist, muss innen eine Dampfbremse ran. Auf die Querlatten kommt jetzt eine ProKlima-Dampfbremse getackert und dann Gipskarton.
Gruß Felix



Dachdämmung



Hallo,
1. die Sparren kann man sicher Aufdoppeln und wird auch nötig sein, wenn ich die Antworten so lese.
2. benötigt man bei einer Stopf-Hanf-Dämmwolle keine Hinterlüftung?
Gruß Chris



Eine Hinterlüftung



der Dämmung wird heutzutage nicht mehr ausgeführt (anerkannte Regeln der Technik), da diese ein Durchströmen der Dämmung verursacht und somit die Dämmwirkung herabsetzt.
Als Dämmung würde ich Mineralwolle bevorzugen, weil durch Ausstopfen mit Hanf verschiedene Dichten des Materials entstehen können. Die Dicke bei 17cm Sparrenhöhe 18cm.
Moderne Mineralfasermatten haben eine Standardbreite von 120 cm, die Länge richtet nach der Dämmstoffdicke (ca. 3,50m).
Diese einfach mit dem Dämmstoffmesser auf Sparrenlichte + 2cm Zugabe schneiden und einklemmen.
Darauf eine Dampfbremse, die mit den Außenwänden und der Decke verklebt werden muß. Nun kommt die Unterkonstruktionslattung quer zum Sparren, welche auch als Installationsebene genutzt wird. Diese Ebene kann man zusätzlich auch noch dämmen.

Viele Grüße aus Ermershausen





Es gibt Dämmungen, die in Ihrem Fall ohne grosse Probleme eingebaut werden können, dazu zählen Hanf, Flachs, flexible Holzweichfaserplatten, Lehm-Hobelspan-Dämmung, Perltie wie Thermo-Fill S.
Syntetisch hergestellte fasrige Dämmstoffe sind bei Ihrem Dachaufbau nicht zu empfehlen, da Sie nur eine Diffusionsoffene Seite realisieren können.

Grüsse Thomas





na ja...

Grüße aus Ermershausen



Hinterlüftung heutzutage nicht mehr nötig?



Zitat von Gerhard Schobig:
"Eine Hinterlüftung der Dämmung wird heutzutage nicht mehr ausgeführt (anerkannte Regeln der Technik), da diese ein Durchströmen der Dämmung verursacht und somit die Dämmwirkung herabsetzt."

Ist ja schön, dass die "anerkannte Regel der Technik" auf eine Hinterlüftung verzichten kann. Die Herren mögen bei der genannten Ausführung mit Mineralwolle doch bitte die Haftung für evtl. Folgeschäden übernehmen.

"anerkannte Regel" ist dann auch die absolut korrekte Verlegung einer variablen Dampfbremse. Wer bitte will denn das unterschreiben, dass sie bei einem Altbau korrekt verlegt wurde?

--> Wenn schon ohne Hinterlüftung gearbeitet wird, dann mit Materialien, die mit Feuchteanfall etwas anfangen können und den Wassereintrag kapillar und sorptiv weiterleiten - das geht mit Mineralwolle sicher nicht.

Die Hinterlüftung muss ja nicht gleich ohne Winddichtung erfolgen. 100%-ig wird das bei dem Objekt vorerst nicht ganz gelingen. Aber lieber dieses Konstrukt als das Eigentor mit einer Wasserfalle unter der dichten Dachpappe.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de