Schifrohrplatte als Putzträger oder doch als Dämmung?




Hallo,

als Haftbrücke für den Kalkputz soll Innen im Fachwerkhäuschen eine Rohrmatte (Schilfrohr) angebracht werden. Nun gibt es davon auch die dickeren Platten in 2cm oder 5 cm. Gibt es jemanden der damit Erfahrungen hat? Gibt es irgenwelche Werte? Schallschutz usw.
Bringen die etwas gegen Hitze, Kälte, Schall? Ist der Einbau unbedenklich?
Eigentlich ist keine Innendämmung geplant. Fürs OG, wo die Außenwand eh etwas schmaler ist bräuchte man eigentlich einen Hitzeschutz, Schallschutz ist auch interessant aber durch Einfachverglasung der Fenster etwas zu vernachlässigen.

Für Anregungen bin ich dankbar.



Die Schilfmatte stellt natürlich eine Wärmedämmung dar,



für den Schallschutz und den Hitzeschutz ist dann eher die Putzschicht zuständig. Eine schöne Lehmputzschicht wird dem Raumklima sicherlich gut tun. Alternativ zur Schilfmatte sollte man sich noch die Holzweichfaserplatten ansehen. ich denke hier besonders an die Platte Pavadentro der Fa. Pavatex.
Unbedenklich ist eine Innendämmung aber nie, die Randbedingungen müssen schon stimmen. Hierzu gibt es auch in der EnEv ein paar Hinweise, die man beachten sollte. Ansonsten natürlich das WTA Merkblatt zur Dämmung bei Fachwerk.
Das hätte ich jetzt fast vergessen: auch hier im Forum gibt es natürlich schon viele Eintragungen zu diesem Thema!!



Ich gehe



mal davon aus das hier ein Schilfrohrputzträger gemeint ist der keine Wärmedämmung hat, würde ich unbedingt empfehlen in die anstehenden Arbeiten eine Wärmedämmung zu integrieren. Und da halte ich die Weichholzfaserplatten für besser geieignet.

Grüße



Und auch mein Rat findet hier noch Platz:



Nur ein Einfachrohrgewebe als Putzträger. Das hält die Fachwerkwand am meisten trocken in der bösen Winterszeit. Und das Fachwerk wird es Ihnen danken.

Ja, jetzt heißt es sich entscheiden. Meine Variante ist auch die kostengünstigste ... ;-)

Konrad Fischer
Dämmsparer



Kostengünstiger ist das



schon, denn Schilfrohrgewebe kosten 2 € und eine dünne Dämmplatte 5€.

Also schon wieder 3 € /m² gespart.

Also ohne ein leichte Innendömmung würde ich nich arbeiten, der nächste Winter kommt bestimmt.

Grüße aus einem schadensfrei, seit 11 Jahren innegedämmten
Fachwerkhaus von 1679



Aber haben Sie nicht eine Wandheizung



in der leicht gedämmten Wand, die winters ja dank Heizungsbetrieb gar keine Taupunktüberschreitung in der benachbarten Dämmstoffebene zuläßt, lieber Herr Meurer?

Gruß

Konrad Fischer



Was bringt denn....



eine leicht gedämmte Wand in Zahlen?
Alle (außer Herrn Fischer) sagen immer du musst dämmen, mir fehlt da noch eine nachvollziehbare Begründung.
Mir geht es überwiegend um den Hitzeschutz im OG, dass ist jedenfalls leicht spürbar.



Lieber Herr Fischer,



ja ich habe bekannter maßen in Teilbereichen auf der innengedämmten Wand eine Wandheizung, aber halt nur in Teilbereichen. Und diese Teilbereiche sind komischerweise auch schadensfrei.
Dürfte ja nach Ihrer Meinung gar nicht sein oder?

Sonst bin ich aber auch, aus bekannten Gründen ein großer Fan von Strahlungswärme.

Viele Grüße aus Koblenz



Daß eine stetig beheizte Fassade



aus konservatorischen Gesichtspunkten das Nonplusultra ist, dürfte bekannt sein und ist auch meine Meinung.

Im Hinblick auf die Kondensatvermeidung kann der Strahlungsheizungseffekt auch indirekt für Innendämmschichten was bringen. Doch was ist dann mit der kühler herumstehenden Außenfassade, die dank Innendämmung winters weniger schön trocknet?

Kann ja durch objektspezifische Eigenheiten klappen. Oder auch nicht.

Zur Erhöhung der Temperaturamplitudendämpfung braucht es gut speicherfähige Baustoffe. Im Falle der Fachwerkaußenwand würde ich der winterlich verbesserten Austrocknung aber den Vorzug geben.

Besten Gruß

Konrad Fischer



Ob und wie die Fassaden bei einer Innedämmung und Wandheizung



beheizt hängt von hinter der Wandheizung liegenden Wandaufbau ab.

Wichtig ist es Baustoffe mit hohem Trocknungspotention einzusetzen.

Viele Grüße aus Koblenz Gerd Meurer