mal wieder: Innendämmung bei Bruchsteinmauerwerk...

26.10.2009



Hallo Experts,

jeder sagt einem was anderes, jeder glaubt DAS Rezept gefunden zu haben, jeder kennt Horrorgeschichten bei der jeweils anderen, also automatisch falschen, Innendämmung, und am Ende steht man da und soll sich entscheiden... ;-)

Nun denn, "meine" natürlich absolut unfehlbare und ultimative Innendämmung:
Ausgehend von 60-80cm Bruchsteinmauerwerk möchte ich innen 4cm Gutex Thermoroom(ich nenn halt mal den Namen, es gibt ja noch andere... ;-)) aufbringen. Dadrauf dann eine Wandheizung, Verputzen mit Kalk und fertig.
Was ich mir davon verspreche: Bei 4cm sollte die Wandheizung auch noch die Außenwand etwas mittemperieren und dadurch erhoffe ich mir ein trockenes Mäuerchen, die Balkenköpfe sollten auch trocken bleiben können und diffusionsoffen schadet eigentlich nie...
Im NordOstEck meines Hauses ists am feuchtesten. Dort überlege ich auf 2cm Dämmdicke zu gehen. Etwas mehr Energieaufwand aber dafür auf der sicheren Seite, oder?

Was glaubt ihr? Laufe ich Gefahr eine abgesoffene Dämmung zu kriegen?
CaSi-Platten werden immer wieder genannt, aber abgesehen vom deutlich höheren Preis bei schlechteren Dämmwerten frage ich mich ob die bei Wandheizung wirklich notwendig sind?...

Bin wie immer froh über jede Anregeung, Danke!



Hallo neu_gierig ,



der von Dir nagedachte Wandhaufbau wird als unkritisch eingestuft.

Für diesen Systembau Aufbau gibt es schon seit 15 Jahren Erfahrungen.

Warum ist die Nord-Ost Ecke feucht? Kommt da was von außen?

Grüße



"feuchte" Ecke



Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort.

Naja, das NordOsteck ist im Grunde ganzjährig im Schatten. Die Ostseite wird vom Wirtschaftsgebäude abgeschirmt und Norden ist halt Norden... ;) Zudem liegt in diesem Raum der Holzboden direkt auf dem Erdreich auf was nochmals etwas Feuchtigkeit bringt. Es ist ja nicht so, dass das Wasser von den Wänden trieft und der Schimmel wie Rasen wächst, es ist nur etwas feuchter als der Rest des Hauses. Wobei die Mauern an sich im Haus wirklich ziemlich trocken erscheinen.
Ich nehm den Boden in besagtem Zimmer ja auch raus und verbesser den Aufbau unter den Dielen. Ich dachte nur dass etwas mehr entweichende Wärme dort nicht Schaden kann...

mfg,
.martin



Häufig ist



der Grund für nasse Stellen die sehr kalten Oberflächentemperaturen an den die warme Luft kondensiert.

Ich würde eher ein 4 cm ( U-Wert= 0,75 W/m²K) als eine 2 cm (U-Wert= 1,13 W/m²K)Innendämmung empfehlen das sich der Energeivebrauch und die damit verbundenen Kosten reduziert.

Grüße



Und am meisten



reduziert sich der Energieverbrauch, wenn die Heizrohre nicht in Mörtel eingebettet werden, sondern frei verlegt und als Hüllflächentemperierung betrieben.

Ist ja logisch, da dann nicht erst so viel Material erhitzt werden muß, bis die Wärme endlich an der Wandoberfläche - denn nur da interessiert sie uns wirklich - dem Menschen und der Schimmelabwehr / Kondensatvermeidung zur Verfügung steht.

Wer würde denn vergleichsweise seine Neonröhren einputzen, bis die Wand müde schimmert?

Siehe auch ergänzend diesen Forumsbeitrag Richtig und falsch heizen - aber wie?



Was hat denn die Neonröhre damit zu tun?



Hier auf einen Beitrag zu verweisen auf den nur eine Antwort gegeben wurde wirkt nicht besonders informativ!

Jedem sollte klar sein das sich die Heizleistung erhöht wenn das Rohr statt mit Luft mit Mörtel umschlossen ist.



Wieso?



Die Strahlungsleistung des Rohrs wird absorbiert. Die Wärmeleitung transportiert die Wärme verlustreich an die deutlich kühlere Oberfläche der Wand. Dort strahlt diese müde ab. Die Strahlungsleistung nach Boltzmann erhöht sich aber in der vierten Potenz der Temperatur. Das Wandheizungssystem arbeitet mit dramatisch abgesenkten Temperaturen gegenüber offenen Systemen. Was soll hier die Leistung der eingesetzten Heizenergie steigern? Im Gegenteil, es wird mehr Masse am falschen Fleck beheizt/erwärmt/thermisch in Schwung gebracht.

Findet die vermeintliche Leistungssteigerung vielleicht nur im Kopf statt? An den mir bekannten Heizenergieverbräuchen der Wandheizungssysteme und den effizienztechnisch gescheiterten Einputz-Temperierungen läßt sich eine Leistungssteigerung nämlich nicht nachweisen.



noch eine Frage...



Hi Experts,
ich hab jetzt nochmal zwei Fragen:
Kann ich die Wandheizung direkt auf eine verputzbare Holzfaserplatte (z.B.GUTEX Thermowall) montieren oder brauche ich eine Unterkonstruktion mit z.B. Heraklith?

Kennt jemand eine gute Methode um ~10cm Wandunebenheiten auszugleichen?

Vielen Dank,
.martin



Stell doch dazu mal ein Foto ein.



Grüße