Fachwerkhaus als KfW Energiesparhaus 60?

19.04.2004



Liebe Fachwerkhaus Liebhaber,
wir planen gerade den Bau eines neuen Fachwerkhauses. (Traditionell gebaut; "Der Spieker"). Der Bauantrag ist gestellt. Im Rahmen des KfW Programms zur CO2 Minderung wollte ich jetzt über den Architekten einen Kreditantrag für ein KfW Energiesparhaus 60 stellen. Ich fiel aus allen Wolken als der Architekt mir mitteilte, dass Fachwerkhäuser zwar den Energieverordnungen entsprechen, aber die Werte eines Energiesparhauses 60 aufgrund der Bauweise nicht erreichen können. Hat jemand Erfahrung damit? Gibt es Möglichkeiten den Kachelofen mit der Gasheizung zu koppeln, um dennoch in den Genuß des KfW Kredites zu kommen??

Viele Grüße
Waldemar



Dämmung



Hallo,
das "Problem" bei der Dämmung eines Fachwerkhauses mit Sichtfachwerk liegt in der Innendämmung. Mit dieser innenliegenden Dämmung steigt die Neigung des Tauwasserausfalls. Wir begegnen d1iesem "Problem" mit diffusionsoffenen Dämmstoffen wie z.B. Weichholzfaser die in Lehmmörtel gesetzt und und mit Lehm verputzt werden. Unangebracht sind hier Dampfsperren, falsche Ausfachung Putze und Anstriche. Da von außen durch die Fuge zwischen Holz und Fachwerk Schlagregen eindringt darf der Kreislauf der Austrocknung durch ungeeignete Materialien nicht unterbrochen werden. Gerade bei Innenliegender Wärmedämmung bieten sich auch Wandheizungen an. Gerne gebe ich Ihnen telefonisch weiter Auskunft. Meine Daten finden Sie im Profil. Viele Grüße Gerd Meurer





Hallo,
vielen Dank für die Antwort. Beantwortet leider meine Frage nicht ganz. Ich war davon ausgegangen (wie gesagt ich bin Fachwerkneuling)dass bei einem Wandaufbau (bei unserem Haus von außen nach innen: 12 cm Balken bzw. ausgemauerte Gefache, 4 cm Luftschicht, dampfdiffusionsoffene Folie, 2 x 6cm Dämmung, 17,5 cm Hochlochziegel und 1,5 cm Putz, also 47 cm Wandaufbau eine Energieauflage zur Erreichung eines Energiesparhauses 60 erreicht wird. Leider ist dies nicht der Fall. Ich werde also ohne billiges KfW Baugeld auskommen müssen. Nun hoffe ich wenigstens auf einen sonst guten, seriösen und in der Bauausführung qualitätsbewußten Fachwerk-Häuslebauer gesetzt zu haben. Schade, dass ich Fachwerk.de nicht früher entdeckt habe.
Viele Grüße, Waldemar



RE



Bei dem von Ihnen beschriebenem Wandaufbau dreht sich mir der Magen um. In Fachkreisen ist man sich einig das ein Wandaufbau im Fachwerk monolithisch ausgeführt werden muss. Die Luftschichten erhöhen die Gefahr des Tauwasserausfalls. Anbei einen Link für einen bauphysikalisch Korrekten Wandaufbau mit dem sich auch das Energiesparhaus 60 erreichen lässt. Ihr Architekt hat nicht recht. http://claytec.de/download/arbeitsblaetter/3_3_innenschale_aus_daemmpl.pdf Viele Grüße Gerd Meurer