Innendämmung mit Wärmedämmputz oder vorgestellter Ziegelwand?

25.08.2008


Hallo,

ich hätte eine Frage zur Renovierung eines 150 -200 Jahre alten Hauses. Wir haben dieses Haus gerade komplett entkernt und möchten es nun mit einem geeigneten Material dämmen. Die Außenwände sind z.T aus 24er Tonziegeln (Vollziegel) mit ziemlich sandigem Mörtel, z.T. aus Bruchsteinmauerwerk gefertigt. Insgesamt sind die Wände trocken. Das Haus ist zur einen Seite sehr dicht an das nächste HAus gebaut (ca 25 cm Abstand), eine Außendämmung an der Frontseite ist auch nicht möglich, weil die Sandsteingewände um die Fenster erhalten werden müssen. Nur im hinteren "neueren" Teil wäre eine Außendämmung möglich.
Jetzt zu meiner Frage:

Wir haben zum einen die Idee, einen Innen - Wärmedämmputz (Haga) aufzubringen. Der ist atmungsaktiv und nimmt auch evtl. entstehende Feuchtigkeit auf. An der Außenwand zum NAchbarn würden wir diesen 10 cm dick auftragen, an den anderen Wänden nur 5 cm.
Oder ist es sinnvoll den Putz überall gleich dick aufzutragen? Ich habe aber auch unterschiedliche Mauerarten...

Die zweite Möglichkeit, die uns plausibel erscheint ist es, vor die Hauswand (d.h im Zimmer) eine weitere Wand einzuziehen aus 11,5er Lochziegeln. Zwischen den Mauern würden wir ca 1-2 cm. Platz lassen (Luft als Isolator). So hätte man nicht nur eine verbesserte Wärmedämmung, sondern auch noch eine zusätzliche Aussteifung des Gebäudes. (Platzverlust ist egal)
Ist diese Art der Dämmung überhaupt möglich oder kann sich in dem Spalt Schwitzwasser bilden (trotz der guten Wasseraufnahmefähigkeit von Ziegeln?)? Welche Version hätte die bessere Wärmedämmung?

Vielen Dank schon im Voraus, für die Beantwortung meiner Frage

Katrin



Dämmung Außenwand



Wenn die rückseitige Fassade außen gedämmt werden kann, bleiben nur noch 3 Seiten übrig,; das entspricht einem Anteil am Gesamtwärmeverlust von ca. 15-20 %.
Mit einer Innendämmung aus mineralischem Leichtputz kann man sicher noch einige % herausholen; Wunder sollten Sie aber nicht erwarten.
Ein Leicht- bzw- Dämmputz ist dann sinnvoll, wenn der alte Innenputz ohnehin erneuert werden muß.
Von Vormauerungen mit Luftspalt halte ich nichts.
Die neue Wand nimmt Wohnfläche und Lichteinfall weg, die Last der Wand muß abgefangen werden.
So einfach auf die Dielen stellen geht nicht.
Der Luftspalt führt zu Wärmeübertragung durch Konvektion und zur örtlichen Akkumulation von Baufeuchte durch die Temperaturunterschiede innerhalb des Luftspaltes.

Viele Grüße



Abenteuer pur!



In einem Baukörper gibt es keine stehende Luft!
Somit ist nach G. Böttcher urteilend eine Konvektion vorhanden (Luftströmung!).
Homogene Wandaufbauten machen Sinn und da gibt es wiederum viele Lösungen.
Wärmedämmlehm vorgestampft, Leichtlehmsteine verklebend vorgemeuert, Holzweichfaserplatten in Lehm gebettet und einer integrierten Wandheizung usw. usw.
Der HAGA-Putz hat sicherlich seinen Preis und ob er aber das bringt, was auch Sinn macht, ist zu bezweifeln.
In Ihrem Fall sollte ein Konzept erarbeitet werden, woraus die entsprechenden Lösungen sich ergeben.
Und da ist vorallem das Energiekonzept sehr wichtig.

Unterstützende Grüße
Udo Mühle



Da bei der



Entkernung offensichtlich auch der Innenputz entfernt wurde, würde sich hier eine Dämmung mit Holzweichfaser in Lehm oder Kalkputz anbieten. Aber das sollte mit flankierenden Massnahmen kombiniert werden. Decken, Dach und Fenster, das sollte alles zusammenpassen, sonst gibts Wärmebrücken und Kondenswasser.
MfG
dasMaurer



Innendämmung mineralisch



gibt es da ja auch noch z.B. Multipor ö.ä. Dämmputz ist nicht unbedingt billig, die Ergebnisse bescheiden.