Innendämmung

10.08.2008



Hallo,
als neuer Hausbesitzer eines alten Fachwerkhauses aus den 40-jahren stellt sich mir die Frage nach der richtigen Innendämmung. Der Wandaufbau sieht wie folgt aus:
von aussen: Holzschalung, Holzfachwerk (ausgemauert), ...?, Tapete.
Im Forum wird immer wieder bei einer Innendämmung (Aussendämmung leider nicht möglich) von Holzfaserplatten + Wandheizung + Lehmputz gesprochen. Ist das für mich auch die optimale Dämmung, gerade hinsichtlich der Taupunktgefahr? Oder kann ich auch Calciulsilikatplatten mit Zementputz von innen dagegensetzen? Ist die Empfehlung des Handwerkers. Ich danke für jeden Rat.
Schönen Abend. Danah + Matthias.



Kalziumsilikatplatten...



...und Zementputz.
Das ich nicht lachen muß.
Deinem Handwerker scheint einiges an Fachlichkeit zu fehlen.
Entschuldigung, daß ich so ins Gericht gehe, aber diese Plattensysteme gehören auf tragende und massive Untergründe homogen aufgeklebt.
Und als Oberfläche gibt es ein dafür zugelassenes Dünnschichtputzmaterial.
Im Fachwerkhaus ist die angesprochene Materialauswahl zwar vielfältig, doch nur entsprechende Systemlösungen erzielen Nachhaltigkeit.
Holzfaserprodukte, Lehmbaustoffe und das entsprechende Energiesystem machen erst dann Sinn, wenn die entsprechenden Lösungen auch auf einander abgestimmt sind und fachlich vernünftig eingebaut wurden.

Grüße in den Norden,

Udo Mühle





Vielen Dank Herr Mühle,

gut, daß ich im Forum nachgefragt habe. Man ist dem handwerkerausgeliefert, er sollte das Fachwissen natürlich mitbringen.
Ist es denn sinnvoll die 10-11cm starke ausgemauerte Fachwerkwand von innen mit einer 6cm starken Holzfaserplatte + Wandheizung + Lehmputz zu dämmen? Der Handwerker sagte, man solle die Dämmung nicht so stark wählen, da sonst sich Schimmel bilden könnte?!
Ginge diese Variante auch ohne Wandheizung?
Was passiert an den Holzbalken, die auf der Wand sitzen? Werden die nur mit Lehm ummantelt?
Danke für die Mühe.
Danah.



Hallo Daa



lass Dich mal bei der Firma Mordhorst in Hamburg unverbindlich beraten. Die haben auch alle Dämmprodukte Lehmbaustoffe und Wandheizung in der Austellung und sind auch sehr beratungstark. Herr Kerker ist da der Ansprechpartner vor Ort.

Grüße Gerd



Warum Dämmen ???????????



Hallo,

als neuer Besitzer eines Hauses erstmal herzlichen Glückwunsch. Aber warum wollen Sie dämmen ? Wohnen Sie doch erstmal ein paar Heizperioden drin, bevor sie sich entscheiden eine Dämmung vorzunehmen. Nur weil zur Zeit das Dämmen modern geworden ist, müssen Hausbesitzer noch lange nicht auf den Zug aufsteigen, wenn die Heizkosten doch passen.

Gruß

Alexander Zima



Es



ist schon einfacher vor dem Einzug zu dämmen. Wenn man erst mal drin wohnt sind die Bauarbeiten i.d.R. mit hohen Belastungen verbunden.

Ein undgedämmtes Fachwerkhaus verbraucht sehr viel Energie. Auch sind die Oberflächentemperaturen, wenn es draußen sehr kalt ist so niedrig das sich an der ungedämmten Wand im Winter keiner aufhalten mag. Abgesehen ist die Wahrscheinlichkeit vom Tauwasserausfall mit allen was dran hängt (Schimmel, Bauschäden) groß.

Grüße





ich habe schon einen Winter darin gewohnt. die Wände Strahlen sehr kalt ab, alles ist undicht. es sind einige Löcher in den Wädne vorhanden, durch die Kabel geführt wurden. Das Haus riecht auch etwas muffig, aber man sieht keine Flecken an der Wand, die Wand fühlt sich auch nicht kalt an.

Da sowieso die olle Tapete runter muß, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt die Dämmung einzubauen. Es betrifft auch nicht das gesamte haus, sondern nur das Wohnzimmer mit Schlafzimmer.

Wäre es keine gute Lösung mit dern Holzfaserplatten mit oder ohne Wandheizung + Lehmputz?

Zieht die Feuchtigkeit von aussen und innen nicht in die weichen Holzfaserplatten? Und dann noch Lehm?
Was spricht denn gegen die Kalciumsilikatplatten?

Danke! Danah.



Zur



Weichholzfaserplatte gibt es seit Jahren Erfahrung, auch in Kombination mit Wandheizung.

Die Kalciumsilikatplatten sind teurer und die Wärmedämmung ist schlechter.

Grüße Gerd





so ganz kapiere ich noch nicht die Feuchtigkeisproblematik.
Ist es nicht besser einen trockenen, festen Stein davor zu mauern? Also, die Aussenwand zu verstärken vom 10cm auf 10cm+ Kalciumsilikatplatten? Als eine weiche Holzplatte vorvorzukleben (die doch die Feuchtigkeit richtig aufnehmen kann), die dann nass und muffig wird? Speichert die Wand dann nicht so richtig die Feuchtigkeit und wird spackig?
Wohin soll sie abgegeben werden?
Danke. Danah.



Das Thema



Feuchtigkeisproblematik ist so komplex das ich nach 15 Jahren intensiver Auseinaderstzung mit diesem Thema immer noch nocht durch bin.

Was hier geschrieben wird, kann ohne eine Vor-Ort betrachtung auch nur grobe Einschätzungen sein.

Ob der trockene Stein, der davor gemauert werden soll dauerhaft trocken bleibt ist eine andere Frage. Zum Einsatz kommen sollten Baustoffe die schnell wieder trocknen (hohe kapilarität).

Die Weichholzfaser kann mit Feuchtigkeit umgehen vorausgesetzt sie kann wieder abtrocknen.

Deshalb ist der gesamte Aufbau einschl. Putz und Farbe etc. entscheident.

Grüße



Weichholzplatte



Hallo,

damit es klar ist: die Holzweichfaserplatte hat sich als Innendämmung bewährt. Sie soll vollflächig vor die Wand gesetzt werden, am besten in Lehmausgleichsputz. Dann speichert sie auch keine Feuchtigkeit sondern, vorausgesetzt der Innenraum ist beheizt und belüftet, gibt sie eingedrungenes / kondensiertes Wasser an die innenluft ab. Sie trocknet dabei vollständig aus. Allerdings sind 6 cm wohl schon das Äußerste. Ich würde 4-5 nehmen, vielleicht in 2 Lagen, dann gibt die erste Lage noch eine Installationsebene für die Leitungen.
Sie kann verputzt werden, aber nur mit Lehmputz oder Luftkalkputz. Eine Tapete sollte dann nicht mehr drauf, Anstrich mit Dispersionsfarbe verklebt den Putz.

Grüße



DHD-Doser-System



Dieses System ist den anderen N+F-Systemen in Längen voraus. Wenig Verschnitt, Tragkonstruktion durch integrierte Latte und zusätzlich in Lehm gebettet. Stärke 5 cm.
Darauf eine Wandheizung und diese unter Wärme mit Lehm verputzt.
Wir beraten Sie auch gern zu Ausführungsdetails.

Handwerklicher Gruß
Udo Mühle





hallo Herr Mühle,

vielen Dank für Ihre Mühe. Auf einer Ihrer Seiten habe ich sehen, daß Sie von den Multipor-Platten schwärmen. Kann diese Platte ebenfalls bei meiner Konstruktion wählen und verputzen? Auch mit Lehmputz? * Wandheizung?
Danke.
Danah.



Wetterschutzschale?



Erwähnten Sie nicht eine Holzschalung, die außenseitig aufgebracht ist? Dann sind Ihre Außenwände ja gar nicht der Witterung ausgesetzt. In Verbindung mit einem hohen Austrocknungspotential mittels einer Wandflächenheizung können Sie Ihre Dämmstärke innenseitig noch beträchtlich erhöhen, wenn diese kapillaraktiv ausgeführt wird. Lassen Sie sich dazu einen Tauwassernachweis durchrechnen und dimensionieren Sie entsprechend die Dämmung.

Besser noch: Holzschalung runter - Außendämmung (Vorsicht: diffusionsoffen!) - Holzschalung wieder aufbringen - ggf. Dachüberstand vergrößern, wenn zu wenig Reserve.

Gruß
Boris-A. Blenn





Wenn ich die Holzschalung runternehme und von außen dämmen, kann ich eine komplett neue Verschalung anbauen, da nichts mehr paßt. Das will ich auf jeden Fall vermeiden.

Was halten Sie von der Multipor-Lösung?

Danke. Danah.



Multipor und Lehmputz



Multipor ist ist eine kostenintensive Lösung und auch nur im Massivbereich einsetzbar. Desweiteren sollten da keine "Privatversuche" gestartet werden, sondern die Verarbeitung bedarf aus Kostengründen eine gute Herangehensweise mit etwas fachlichen Sachverstand.
Mit der Untergrundvorbereitung geht es da bereits los. Außerdem sollte der Heizungsbauer und der nachfolgende Lehmbaufachbetrieb gut Hand in Hand arbeiten können.
Beim Lehmverputz ist dann weiterhin ein gutes Händchen gefragt und auch einiges an Geschicklichkeit von Nöten.
Wir haben es bereits probiert und nur wenig Lehrgeld bezahlen müssen.

Grüße nach Hamburg,

Udo Mühle