Aufbau Fachwerkwand / Dämmung

18.12.2003



Hallo, ich habe jetzt schon viel über die Dämmung einer Fachwerkwand gelesen aber eine preiswerte und dennoch brauchbare Lösung für unser Haus habe ich noch nicht gefunden.
Der Wandaufbau in unserem Haus besteht aus Eichenbalken ca. 12cm. Die Gefache bestehen teilweise aus Lehm, teilweise aus Bimsstein ausgemauert. Von innen ist der Putz entfernt worden.
Von außen ist das Fachwerk verbrettert, teilweise mit Naturschiefer und teilweise mit Kunstschiefer beschlagen. Diese Fassade ist aber teilweise beschädigt und soll erneuert werden.
Ich hatte dabei an folgendes gedacht und bitte um Ratschläge oder Verbesserungsvorschläge:
Von innen wollte ich eine Lattung auf die Balken aufbringen um Platz für Installationen und eine Dämmung zu erreichen. Den Zwischenraum wollte ich entweder mit Steinwolle oder mit Heraflax ca. 3-4 cm dämmen ...? Dann eine Fermacellplatte auf die Lattung schrauben und die Wand Tapezieren.
Von außen hatte ich ebenfalls an eine Lattung gedacht (4/6er). In den Zwischenraum entweder Steinwolle ...oder Heraflax ...? Dann eine OSB Platte aufschrauben und diese im Bereich EG verputzen!? Im Bereich des 1.OG und der Giebel soll verbrettert werden und anschließend mit Naturschiefer verschiefert werden. (Natürlich auch im Zwischenraum gedämmt).
So hatte ich gedacht ... und Ihr?
Mit freundlichen Grüßen
T. Schlaug



Fachwerkwanddämmung



Hallo, ich habe mich auch so ein bißchen schlau gemacht, wir haben Wände wie Sie, also Fachwerk mit Ziegel oder Waschbetonsteinen ausgefacht, innen mit Gips und Zementputzen, aussen mit Holzverschalung und darauf Eternit. Noch ist alles unangetastet, Innenputz kommt aber raus und aussen soll isoliert werden mit ca.15cm Styroporplatten, welche einen Kokosabschluss zum Verputzen aufweist, darauf dann Rauhputz - oder irgendwas anderes ... Ist noch nicht ganz klar. Soll jedenfalls von den Wärmewerten her der Hit sein , sagt der Bau-Ing. Von Innendämmung wird bei Fachwerkwand generell eher abgeraten ! Gruss, J4T



Fachwerkaußenwand



Guten Morgen Herr Schlaug,
wie schon gesagt: von Innendämmung ist abzuraten, besonders dann, wenn Sie die Möglichkeit einer Außendämmung haben. Bei der Dimensionierung sollten Sie einerseits die Vorgaben der EnEv berücksichtigen, andererseits aber auch daran denken, wie die Fenster in der dann dickeren Fassade denn aussehen. Versaufen die dann vielleicht optisch? 4/6 läßt keine Möglichkeit der Hinterlüftung zu. Es gibt auch die Möglichkeit eine Grundlattung zu verwenden, z.B. 6/10, diese mit 10 cm Dämmstoff zu füllen und eine Traglattung als Konterlattung nach statischen Gesichtspunkten dimensioniert einzusetzen, darauf dann OSB oder Rauhspund und Schiefer.
Eine Installationszone innen ist sehr praktisch, kommt aber mit 2 cm meistens aus, es sei denn Sie wollen die Befüllleitung der Badewanne ausgerechnet hier verlegen. 3 cm Dämmstoff könnten schon zuviel sein, denn schließlich soll die Wärme auch die Wand erreichen, 2 sind o.K.
Als Verkleidung im EG kommt statt OSB + Putz unter Umständen auch Rockply (Dt. Rockwool) oder eine Platte aus dem Angebot von ETERNIT als wirtschaftliche Alternative in Frage. Da gibt es aber unendlich viele Möglichkeiten. Sehen Sie sich auch einmal auf den Seiten der Putzanbieter nach Trockenputzplatten um ! Sonst hätte ich gegen Ihre Vorschläge keine Einwände. Viel Spaß !



Re



Wir sind ein in Koblenz ansässige Firma sie sich auf den Vertrieb von Baustoffen und die Beratung um das Fachwerk spezialisiert hat. Ein Wandaufbau im Fachwerk sollte vollflächig d.h. ohne stehende Luftschichten sein. Das ist in Fachkreisen bekannt und Stand der Technik. Weder Rockwool noch ETERNIK haben Dämmstoffe die diffusionsfähig sind ohne Dampfsperre eingebaut werden können, was aber für das Fachwerk unersetzlich ist. Gerne berate ich Sie unverbindlich zu dem Thema. Viele Grüße Gerd Meurer



Wandaufbau



Da wurde wohl was mißverstanden: selbstverständlich ist nirgends eine mehr oder weniger stehende Luftschicht vorgesehen, der Aufbau soll vollflächig bleiben.
Rockply ist eine harte Platte, die als Außenwandverkleidung verwendet werden kann (sieht gut aus); diese wäre zu hinterlüften, z.B. mittels Konterlattung. Gleiches gilt für ETERNIT oder andere Fabrikate. Der Aussage, Steinwolle könne in Außenwänden nicht ohne Dampfsperre eingebaut werden, kann ich nicht zustimmen. Zigtausende von schadensfreien neuen Bauten belegen das Gegenteil. Es ist, wenn man sich die Mühe macht, zu rechnen, auch leicht nachzuvollziehen. Wers nicht glauben will: es steht in jedem einschlägigen Buch zur Baupysik.
Empfhelung: Eichler, F.: Bauphysikalische Entwurfslehre, Bd. 1 Berechnungsgrundlagen
Bd. 2 Konstruktive Details
VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1970 und 1971.
Im Übrigen ist die DIN 4108 auch deutlich genug.
Schönes Wochenende noch



Homogenität....



.... ist die wichtigste Funktionsfgrundlage bei Fachwerkbauten hinsichtlich der Wärmedämmlösungen. Eine in Lehm gelegte Holzweichfaserdämmung bringt Winddichtigkeit und eine gute Wärmedämmung. Auf dieser Ebene erst sollte die Belüftungsebene liegen! Innenseitig ist immer die ungünstigere Lösung, doch wenn nicht außen möglich, dann muß man eben innenseitig nach Lösungen suchen. Fachgrüße aus der OL vom Lehmbau-Team.





Hallo,
leider habe auch in meiner langjährigen Praxis keine Fachwerkhaus kein unter den Händen gehabt in dem die Dämmung mit Steinwolle bei dem die Balkensubstanz in Ordnung war. Alle mit der Steinwolle in Kontakt kommende Balken hatten Feuchtigkeitsschäden. Ein Haus war 10 Jahre vorher komplett saniert wurden. Ein grossteil der Balken konnte mit der Hand entert werden. Rechnerisch mag es plausibel sein, praktisch ist es eine Katastrophe, was einen unersetzlichen Verlust von alter Bausubstanz zu Folge hat. Wie lang sind die neuen Bauten schadenfrei?, 2 Jahre? Ich kenn keinen der mit der entsprechenden Langzeiterfahrung behauptet das Steinwolle im Altbaubereich funktioniert außer den Herstellern selbst.



Fachwerkwand/Dämmung



Hallo, haben Sie keine SChwierigkeiten mit Denkmalschutz oder anderen Behörden wegen der Außenverkleidung ? Generell denken wir auch, dass Außendämmung die gesündere Variante zur Erhaltung des Bausubstanz ist.



Wärmedämmung



Im Rahmen einer Nutzungsänderung von Stallgebäude zu Wohnraum soll das Gebäude gedämmt werden.Möglichst von außen,da das Gebäude nur 4m breit ist.Die Außenwände im EG sind mit Ziegelstein doppelt gemauert.Das OG besteht aus Fachwerk und mit Ziegelstein verfacht.Also nur ca.12cm stark.Im EG sowie im OG dachte ich an Außendämmung.Im EG an Isoklinker und oben an Holzverschalung(währe schön wenn das Fachwerk innen sichtbar bliebe).Brauch jetzt dringend Anregungen,Tips und Verbesserungsvorschläge.



Re



Isoklinker im EG bestimmt nicht die günstigste Lösung (nehme einfach die Variante auf den Styroporplatten an!). Im OG sind dazu schon wahnsinnig viele Messen gelesen worden und stehen hier zur Genüge im Forum und au8ch mit Bildeinsichten hinterlegt!! Eben nur mal durchforsten und nicht einfach nur wieder neu fragen! Holzweichfaser wäre hier allumfassend eine sinnvolle Alternative. Fachgrüße ins neue Jahr 2004.