14 - 17 cm Fachwerkwand dämmen?

28.01.2003



Hallo,

hab mit Interesse die Beiträge zum dämmen von FW-Wänden gelesen und weiss mittlerweile dass alles was nach Innen geht nicht optimal ist und alles was nach aussen geht nicht schön ist.
Jetzt zu der Wand: Ca 14 - 17 cm dick, Fachwerk mit Steinen (denke mal Betonsteine) ausgemauert. Das FW soll nicht nach aussen freigelegt werden. Momentan ist da noch Putz dran, den ich aber einmal gegen Kalkputz oder eine Vertafelung (was ist besser?) ersetzen will. Beheizt werden soll der Raum der einmal als Wohnzimmer dienen soll durch eine Kaminofen. Da ich aber nicht unbedingt die Wärme komplett durch die Wand blasen will habe ich mir Gedanken über Wäremdämmmassnahmen gemacht. Der Baustoff Lehm ist hierzu wohl am besten..aber wie kann ich den Taupunkt berechnen, damit dieser nicht im Mauerwerk liegt? Oder gibt es jemanden im Raum Würzburg der sich mit diesen Sachen auskennt?

Mfg



fachwerk dämmen



warum soll alles was nach aussen dämmt nicht schön sein? eine ordentlich holzverschalung, ziegelbehang, schindeln, Schiefer u.v.m. sind durchaus, wenn gut gemacht , richtig hinterlüftet und mit einer entsprechenden Dämmung darunter die optimale möglichkeit. schwierigkeiten gibt es lediglich mit der neuen aussenwanddicke, welche durchdachte details gerade an fenstern, Traufe und ortgang bedarf. eine dämmung im richtigen verhältnis mit aufwand, nutzen und kosten ermöglichen ein zeitgemässes leben im fachwerkhaus. die ansprüche und gewohnheiten haben sich doch geändert.?
eine Innenwanddämmung ist wie angemerkt fast nicht sinnvoll. eine möglichkeit, ohne viel raum zu verlieren sind ggf. magnesitgebundene holzwolleleichtfaserplatten (heraklith). diese in einer dicke von ca. max. 8cm hohlraumfrei an die wand "gedrückt", erhöhen die wärmedämmwirkung und somit die behaglichkeit und führen in der regel, zumindest rein rechnerisch zu einem taupunkt der ausserhalb des bauteils liegt. im ungünstigsten fall liegt der taupunkt dann in den gefachen, durch einen diffusionsoffenen Wandaufbau wird anfallende Feuchtigkeit jedoch bei günstigeren klimatischen verhältnissen später wieder nach aussen gebracht. vosicht jedoch mit betonsteinen! oder sind das vielleicht bimsbetonsteine?
mfg



Re: Fachwerk dämmen



Hallo Christian,

welche Steine das genau sind kann ich nicht sagen, da der Putz noch nicht ganz herunten ist. Hab mich aber gestern auch mal mit der Thematik Aussendämmung befasst und bin auch der Meinung diese wäre besser...auch für das Fachwerk. Die Wanddicke selber macht kein Problem...mehr Kopfzerbrechen bereiten mir da die Fenster. Muss ich diese mehr nach aussen setzen oder von aussen verschalen?

Mfg

M.Koerber



fw dämmen



die fenster bleiben da wo sie sind (theoretisch ist dies die windichte ebene) die dämmung und die Fassade liegen davor. die aussenlaibung, Sturz und brüstung der fenster sind dann teil der fassade. hier muss ein futter, ggf mit bekleidung und eine Fensterbank gebaut werden. fensterbank aus zinkblech mit Überstand und tropfabkantung. kann u.u. auch aus Holz gemacht werden.



Innendämmung



Hallo !
ich würde 10cm Hohlraum lassen, Kanthölzer montieren und Putzträgerplatten aus Weichfaser davor montieren , den Hohlraum mit Zellulosedämmung füllen und die Platten mit Lehmoberputz verputzen, Kaseinfarbe drauf, fertig.
MfG
J. Frase



Innendämmung / Aussendämmung



Frage an Jörg Frase: Die von Ihnen vorgeschlagene Innendämmung hört sich ganz ökologisch an. Ist denn dieser Aufbau mal durchgerechnet worden bzgl. Taupunkt, gerade bei dieser relativ "kalten" Ausmauerung der Gefache? Ich könnte mir vorstellen, dass der Lehmputz innen und ggf. auch eine Ausfachung mit Stacken und Lehm anfallende Feuchtigkeit, und die gibts bei 10cm Dämmung mit Sicherheit, aufnehmen, speichern und dann wieder abgeben, so das kein Tauwasser im Bauteil überbleibt. Gibt es da Erfahrungen über einen längeren Zeitraum? Rechnerisch lässt sich ja auch nicht immer alles belegen. Würde mich interessieren, da ich da ein wenig zweifle.
Ich könnte mir vorstellen eine soche Innenlösung evt. als hinterlüftete Schale zu bauen. Dies würde zumindest für eine behagliche, nicht kalt abstrahlende Aussenwandfläche sorgen. Wir haben gute Erfahrung mit einer Sockelheizleiste gemacht. Dies funktioniert ähnlich wie eine Wandheizung, wärmt also die Aussenwand auf und diese strahlt die Wärme sehr angenehm und behaglich in den Raum ab. Die gemessene Raumtemperatur liegt da in der Regel ein Grad unter dem Üblichen. Dies ist jedoch keine Einsparung durch eine Verbesserung der Wärmeverluste über die Aussenwand, aber sparsamer und behaglicher als übliche Heizkörper. Hierüber könnte ich auch mehr Infos und Fotos bereitstellen.
Es grüsst alle Interessierten
Christian Bernard