Dämmung im Haus

15.01.2009



Hallo,

bei der Planung der Sanierung unserer Mühle werden wir langsam konkreter und deswegen tuen sich auch mehr Fragen auf. Zu unserer ersten:

Wir wollen das Gebäude nutzen wie es damals gedacht war. Wohnteil, Deele und Ställe. Der beheizte Wohnteil muss gegen der unbeheizten Stallteil gedämmt werden. Da es sich um unterschiedliche Nutzungen in einem Gebäude handelt muss (meines Wissens, ich lasse mich gerne belehren) eine F90 Brandschutzwand zischen den Teilen erstellt werden.
Wie kann das realisiert werden? Die Zwischenwand besteht momentan aus ausgemauertem Fachwerk hat eine Tür zwischen Deele und Wohnteil und eine Treppe in den Keller grenzt auch an die Wand.



Dämmung im Haus



Hallo,

richtig, zwischen ehemals landwirtschaftlich genutztem und dem Wohnteil ist eine F-90-Wand zu errichten.
Das läßt sich durch Bekleidung erreichen:
z.B. 2 x 12,5 mm GKF-Platten (die mit dem roten Stempel)
oder 20 mm Promat.
Damit ist die Wärmedämmung allerdings noch nicht erledigt.
Ich würde deshalb eine geklebte MULTIPOR-Wand stallseitig davorsetzen, dann haben Sie Brandschutz und Wärmeschutz in einem.
Allerdings brauchen Sie
a) einen SV für Brandschutz, der Ihnen die F90 bescheinigt
b) den Anwendungsberater von Xella, damit auch die Details stimmen.

Durchführungen von Kabeln müssen geschottet sein, wenn es mehrere sind, einzelne dürfen in Brandschutzmasse verlegt werden.

Die Tür kann in T30 ausgeführt werden, rauchdicht und selbstschließend.
Rechtsgrundlage ist § 33 BauONW(Brandwand)

Grüße vom Niederrhein





Danke, für die schnelle Antwort.

Ich habe vergessen zu schreiben, dass wir die Mühle ökologisch und historisch sanieren wollen. Damit fallen GKF-Platten und MULTIPOR leider raus.





Hallo,

baubiologische Bedenken gegen GKF (weil aus Kraftwerksgips) verstehe ich, gegen Multipor noch nicht ?
Was meinen Sie da ?

Grüße



Multipor



Ich muss zugeben, dass ich mir gerade erst angesehen habe was Multipor eigentlich ist. Anscheinend gibt es keine ökologischen Bedenken. Unsympatisch ist es mir trotzdem. Errinert mich an Porenbeton (ist wahrscheinlich das gleiche, oder? Bin Laie). Wie sieht es im Zusammenhang mit Feuchtigkeit aus? Die Mühle ist eine Wassermühle,Wasser haben wir fast überall.



Dämmung



Hallo,

Sand, Kalk, Zement und Wasser eben.
Im Zusammenhang mit Feuchtigkeit soll es kapillare Eigenschaften haben, Wasser also aus der Unterkonstruktion an die Oberfläche befördern, eine bei Fachwerk sehr erwünschte Eigenschaften. Dies sowie die Verbindung von gutem Brand- und Wärmeschutz (WLG 045) machen es jedenfalls für diesen Anwendungszweck zum Baustoff meiner ersten Wahl.

Grüße





Mir wurde der Vorschlag gemacht an der Wand eine Wand aus schweren Lehmsteinen hochzumauern und dahinter mit Lehm und Blähton zu verfüllen. Was haltet Ihr davon?



Dämmung



Das kann man auch machen, kostet aber ungefähr das vierfache.

Grüße



Macht es nicht Sinn



den Kontakt mit den Behörden zu suchen?
Werden die Gebäudeteile gewerblich/landwirtschaftlich genutzt oder sollen im Stall nur ein paar Kaninchen zum Hausgebrauch untergebracht werden und das Ganze ist wie ein Einfamilienhaus zu beurteilen mit Nebenräumen zu beurteilen?
Wie wurden die Gebäudeteile zwischenzeitlich genutzt. Werden diese in einem neuen Verfahren neu bewertet. Kann man nicht über einen Brandschutzsachverständigen die Situation abklären lassen, und evtl. Brandschutzmängel durch Ausgleichsmaßnahmen regeln.



Nutzung



Das Gebäude wurde immer so genutzt und stand dann ca 8 Jahre leer. Eine Bauvoranfrage zur wiederaufnahme der Nutzung wurde gestellt(Steht aber nichts von Brandschutz drin). Im Stall sollen Pferde gehalten werden. Wir sind aber keine Landwirte.



Dämmung im Haus



Hallo,

nach dem was Sie schreiben, gelten die Bestimmungen der Bauordnung, nach der ab 2.000 m³ umb.Raum des landw.Teiles eine Brandwand zu errichten ist.
Da in Ihrem Fall wohl ein Nutzungsänderungsantrag von "ohne Nutzung" in "Wohnen und Stallungen" gestellt wird, bleibt es dabei.
Auch ohne diese Vorschrift ist es sinnvoll, einen Brandschutz zu besitzen. Kompensationsmaßnahmen sind in jedem Fall teuer und in Ihrem speziellen m.E. nicht sinnvoll.
Zusätzliche Brandmelder im Stall können aber nicht Schaden (50.-- Euro und man schläft ruhiger).
Probleme gibt es auf dem Land oft mit der ausreichenden Löschwasserversorgung, dann macht ein größerer Teich Sinn.

Grüße vom Niederrhein





Also ist der Brandschutz sinnvoll und wahrscheinlich auch Pflicht. Aber wie führe ich die Wand aus. Die Multior-Platten sind mir noch unsympatisch.



Moin Anja,



für Brandschutzwände gibt es zum einen genormte Standardausführungen, die eine Herstellung aus gängigen Materialien vorsehen, wie Ziegelmauerwerk oder Beton z.B., zum anderen spezielle Produkte, die entsprechend zertifiziert werden.
Mein Vorschlag wäre hier eine Stampflehmwand aus Leichtlehm mit Blähton- oder Perlitezuschlägen. Nichtbrennbarer Baustoff mit guter Dämmwirkung, das sollte bei entsprechender Wandstärke ausreichen. Einfach mal bei der Baubehörde anfragen.
MfG
dasMaurer



Lehmsteinwand



F90
schönen Gruß aus Minden
Jürgen Kube



Dämmung zum Nachbarbereich



Wir hatten diesen Fall ebenfalls einmal und haben eine ganz einfache Lösung erarbeitet.
Starke Bruchsteinwand mit Mischmauerwerksanteilen, darauf dann eine Brettlattung angebolzt, diese mit Lehmgrundputz ausgefüllt und trocknen lassen, darüber dann mit Lehmputzkontakt eine Holzweichfaserdämmung mit Wandheizung und Lehmverputz.

Funktion hervorragend und bis heute null Problemo.

Grüße Udo



...und dann die Dämmung darauf



Dann wird die Dämmplatte aufgebracht.
Kontaktschicht und auflegen und dann mechanisch befestigen mit dem integrierten Lattensystem.

Grüße Udo



Sicherlich



ist der Brandschutz grundsätzlich sinnvoll. Allerdings ist trotzdem die Frage, welche Bedingungen aus behördlicher Sicht einzuhalten sind. Eine F90 Wand ist sicherlich noch verhältnismäßig unproblemantisch auszuführen. Es gibt darüber hinaus aber auch weitere Forderungen, die z.B. Öffnungen und Durchdringungen betreffen. Wenn ich auf dem Bild von Jürgen Kube z.B. 2 Holzbalken sehe, so dürfen diese eine F90 Wand natürlich nicht durchdringen. Und solche Punkte sind bei einer F30 Wand, oder einer Wand, die keinen Brandschutz erfordert natürlich leichter zu regeln. Und Absprachen über den maßgeblichen Brandschutzsachverständigen sind da natürlich auch leichter zu treffen.





Den geforderten Brandschutz und eine dämmfunktion kann ich mit mehreren Ausführungen erreichen.
Sicher auch mit Trockenbau, wenn ich allerdings alte Mühle höre ist diese Variante nicht die optimalste.
Eine rein mineralische Wand erfüllt den Brandschutz und mit dem richtigen Stein und einem homogenem Wandaufbau ( ohne Luftschicht) funktioniert auch der Dämmeffekt.
Eine andere Möglichkeit ist eine Lehmstampfwand mit Stroh oder eingebrachtem Schaumglasgranulat, da der Lehm sich sehr gut mit dem Holz des Fachwerks verträgt und so keine Schäden bei fachgerechter Ausführung an der Fachwerkwand zu erwarten sind.
Multipor ist auch eine Möglichkeit der Ausführung und auch gut für die beschriebene Situation geeignet.
Sicher ähnelt dieses Material dem Porenbetonstein ( wobei dieser nicht der schlechteste ist )und auch bei den Kalzium-Silikatplatten gibt es Unterschiede, die man besonders bei Problemen mit Feuchtigkeit vergleichen sollte und die fachgerechte Ausführung ist entscheidend für Funktion dieses Systems.