Außendämmung - Fachwerk - Schieferverkleidung

18.09.2008



Hallo zusammen,

ich besitze ein altes Eck-Fachwerkhäuschen, 3 Stochwerke, EG - 70cm Klinker, außen verputzt, 1.OG und 2.OG - 14cm Fachwerkwand, Gefache mit Klinkersteinen ausgemauert, außen nicht verputzt, nur Bretterschalung und mit Schiefer verkleidet.

Ich möchte gerne eine Außendämmung anbringen:
Unterkonstruktion 10cm, Mineralfaserplatten 10cm, diffusionsoffene Unterdeckbahn, Konterlattung, Bretterverschalung, Dachpappe, Schieferverkleidung

Nun meine Fragen:
Ist der Aufbau so in Ordnung?
Muß ich das Fachwerk außen vorverputzen bevor ich die Dämmung anbringe, damit die Platten Plan auf der Außenwand aufliegen, oder kann ich die Konstruktion direkt außen anbringen?
Wo die Unterkonstruktion befestigen?
Am Fachwerk oder im Gefache?
Muß ich innen eine Dampfsperre anbringen trotz hinterlüfteter Fassade?
Das Problem ist nämlich im 2.OG habe ich letztes Jahr bereits 4 cm Lehmputz angebracht und es ist schwierig da nachträglich eine Dampfsperre innen anzubringen.
Im 1. OG wäre das kein Problem.

Muß ich die Dämmung noch ein Stück über die vorhandene Klinkerwand im EG ziehen oder kann ich einfach zwischen EG und 1. OG die Dämmung abschließen lassen?

Tausend Fragen auf einmal wäre dankbar für eine Antwort!

Mit freundlichen Grüßen
Manuel



Außendämmung, ergo...



...keine Dampfbremse notwendig.
Über die Klinkerwand drüberziehen sag ich mal nicht notwendig, wichtiger ist, daß es einen Versprung gibt. Das heißt, die Schale muß über die Mauer drüberstehen, daß kein Schlagregen an den Fußrähm der Fachwerkwand kann.
So, zum Thema Material und Befestigung laß ich mal die anderen ran, aber auf jeden Fall die Anschlüsse der Schalung an die Fenster sorgfältig machen und beobachten. Eingedrungenes Wasser in die Dämmung ist Essig, vor allem bei Miwo.
Lattungen so auführen, daß die Lüft auch zierkulieren kann (Konterlattung/Lattung) wie bei einem Dach.

Gruß Patrick.

P.S.: Viel Spaß beim Schiefer abnehmen und wieder anbringen :-), ich beneide dich nicht!



Allg. Info



Manuel,

Ich möchte gerne eine Außendämmung anbringen:
Unterkonstruktion 10cm, Mineralfaserplatten 10cm, diffusionsoffene Unterdeckbahn, Konterlattung, Bretterverschalung, Dachpappe, Schieferverkleidung


Manuel, bevor Sie Ihr Vorhaben verwirklichen, lesen Sie bitte zur allgemeinen Info über das Thema "Wärmedämmung" folgendes durch (dafür etwas Zeit mitbringen):

http://www.konrad-fischer-info.de/213baust.htm

Viel Vergnügen :)
Marita Kerr



Die Infos von Konrad Fischer helfen in Sachen Dämmung sicherlich ...



... hier bitte berücksichtigen, dass Manuel von 14 cm Fachwerk mit Klinkerausfachung gesprochen hat. Das ist zu dünn, um auf Wärmespeicherfähigkeit zu setzen.

Ein Problem bei Manuels Vorhaben sehe ich bei der Mineralfaser zwischen der Unterkonstruktion. Hier würde ich mir mehr Speicherfähigkeit durch höheres Gewicht z.B. mit Holzdämmplatten sichern. Gleichzeitig nehmen die Feuchtigkeit auf und geben sie zur trockenen Seite weiter, während Steinwolle bei Feuchtigkeitseintrag null arbeitet und absäuft.

Gegen die Holzschalung mit Schieferplatten wird ja kaum was einzuwenden sein.

Eine Frage von mir: Ist die Dachpappe auf der Bretterschalung unter dem Schiefer zwingend nötig?

Grüße

Frank



Dämmung bis über die vorhandene Klinkerwand im EG ziehen



ich würde auf alle Fälle die Balkenlage und ein paar Zentimeter mehr mit abdämmen.

Das Verputzen der Wand ist sicherlich ein Vorteil. In dem Fall könnte dies ja auch mit Lehmmörtel erfolgen.

Die Unterkonstruktion soll halten - im Gefach allein geht das nicht. Nur hier müsste man sehen, wie Dein Fachwerk angeordnet ist.

Grüße aus Oberfranken

Frank von Natural-Farben.de



Außendämmung



- es wäre gut, wenn die Gefache mit dem Fachwerk bündig abschließen würden, damit kein Hohlraum entsteht.
- bei der Verwendung von Mineralwolle und einer Unterspannbahn kann ohne eine Dampfbremse Kondensat entstehen (allerdings in einetr zugelassenen Menge). Problematischer ist aber die Luftdichtigkeit. Soll es nachher nicht aus Anschlussstellen und Stckdosen ziehen, könnte man auf der Außenseite des Fachwerks eine leichte Dampfbremse aufbringen, bevor die Unterkonstruktion angebracht wird. (z.B. ProClima DB+, bei Mineralwolle die vom Hersteller vorgeschriebene Folie).
- Als Dämmstoff empfehle ich alternativ Holzweichfaserplatten (besserer Schallschutz, besserer sommerlicher Wärmeschutz und kapillar Leitfähig), eine andere Alternative wäre eine Zellulosedämmung Preis ähnlich wie eine verarbeitete Mineralwolle mit den Vorteilen eines Naturdämmstoffes (allerdings nicht mit außen liegender Unterspannbahn)
- Alternativ zur Unterspannbahn empfehle ich eine vergütete Holzweichfaserplatte (ca. 2,0 cm, z.B. Pavatex Isolair L)
- Befestigung am Fachwerk, ich würde einen Statiker hinzuziehen, da die Verschieferung doch schon sehr schwer ist und die Befestigung gut geplant sein sollte.
- Die Dachpappe muss sein.
- Über die Balkenlage hinaus dämmen und in der Balkenlage Dämmen ist auch aus meiner Sicht richtig

Eine Diffusionsberechnung würde ich anfertigen lassen.





Vielen Dank erstmal für eure Antworten,

hab schon darüber nachgedacht anstatt Mineralfaser Holzweichfaserplatten zu benutzen. War auch meine erste Wahl. Jedoch sagten mir einige Handwerker die ich zwecks Kostenvoranschlag angefragt hatte das Mineralfaser die bessere Alternative sei. Leichter, besserer Schallschutz, bessere Dämmeigenschaften, was ich aber nicht so recht glauben wollte.

- Über die Balkenlage hinaus dämmen hab ich mir logischerweise schon gedacht.

- Die Ansichten Konrad Fischers, mit dem ich mich schon länger beschäftigt hatte, teile ich. jedoch, wie teilweise schop von euch geschrieben wurde, habe ich nur eine recht dünne Wand, sprich kaum Speicher, außerdem möchte ich mein bestehendes Heizsystzem, zwecks Aufwand und Geld, nicht ändern (Momentan Schwedenofen und Gastherme)

-Zwecks verputzen der Außenwand: Ich habe deshalb gefragt, weil ich gelesen habe das zwischen Dämmung und Wand keine Hohlräume seien sollten, jedoch verneinten das die befragten Handwerker.
Ich geh eben davon aus, das die Außenwand relativ uneben ist (Fachwerk und Klinker). Das es im Gefache Spalten gibt und das das Gefach nicht sonderlich plan mit dem Fachwerk ist.

- Wenn ich Holzweichfaser verwende, würde das dann keine so große Rolle spielen ob Verputz is oder nicht oder hab ich da die gleiche Problematik, falls es überhaupt ein Problem sein sollte?

Gruß Manuel



Im sommerlichen



Wärmeschutz und im Schallschutz ist die Holzweichfaserplatte der Mineralwolle eindeutig überlegen. Außerdem ist die Holzweichfaserplatte kapillar leitfähig Die mineralwolle eindeutig nicht.
Im Wärmeschutz bekomme ich die Mineralwolle in der Wärmeleitfähigkeit 035, die Holzweichfaserplatte hat den Wert 040, ist also geringfügig schlechter. 100 mm Holzweichfaser entspricht etwa 90 mm Mineralwolle 035.
Die Vermeidung von Hohlräumen spielt bei einer Innendämmung eine größere Rolle. Man muss sich das so vorstellen, dass ein hohlraum die kapillare Leitfähigkeit eines Bauteils unterbricht. Da bei einer Außendämmung Kondentat wenn überhaupt erst in den äußeren Bereichen ausfällt, spiel die Hohlraumfreiheit hier eine geringere Rolle.



Die Dachpappe muss sein ?!



Hallo Fred,

kannst Du bitte etwas erläutern warum? -

- damit es nicht so klappert?

- damit das Holz vor Nässe geschützt wird?

Wenn nur die Nässe ein Thema ist - würde Lärchenholz das nicht durch die Hinterlüftung problemlos wegstecken?

Grüße

Frank



Hallo Frank



eine Firma, die entsprechend den Dachdeckerrichtlinien arbeitet wird nicht auf die Papplage verzichten können. Tut sie es doch, wird sie vermutlich bei einer Gewährleistungsfrage Probleme bekommen.
Eingebaut wird sie, um das Holz, im Falle beschädigter Schiefer oder bei extremer Wetterlage, wenn das Wasser "bergauf" läuft, vor Nässe zu schützen. Eine Lärchenschalung mag hier Vorteile bringen. Ich würde es als Handwerker aber nicht austesten wollen, nur um ein wenig Dachpappe einzusparen. Die Abtrocknung würde in diesem Falle ja genau von der Seite, wo die Belastung herkommt durch die Verschieferung eingeschränkt.