Wärmedämmung bei Ferienhaus sinnvoll??




Hallo,

wir wollen unser Ferienhaus aussen neu Verputzen (in Eigenarbeit). Nun stellt sich die Frage, ob wir 40mm Styroporplatten auf die Fassade Kleben und diese dann verputzen, oder ob wir einen Wärmedämmputz verwenden oder einfach so neu verputzen. Das Häuschen wird im Winter nur ein paar Wochen genutzt. Die Frage ist, ob sich dann Wärmedämmung überhaupt lohnt.

Freue mich über eure Tips
Werner





Hallo Werner,

ich nehme mal an, dass das Haus gemauert ist. Die 40 mm bringen nicht wirklich etwas, schon gar nicht wenn im Winter fast nie jemand da ist. Ebenso verhält es sich (Kosten / Nutzen) beim Dämmputz. Entweder richtig oder gar nicht. Bei temporär genutzten Gebäuden eher gar nicht, da werden die Probleme größer als jeglicher Nutzen.
Normaler Putz reicht da eigentlich aus.
Bei Holz- / Elementhäuser o. Ä. würde ich die Finger davon lassen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



bitte kein Styropor



Der Kommentar von Christoph ist schon richtig. Zusätzlich gebe ich zu bedenken, dass bei saisonalen Nutzung Feuchtigkeit eine wesentliche Rolle spielt. Hat heder Laubenpieper schon festgestellt. Styropor verhindert zusätzlich die Austrocknung nach aussen. Die Feuchtigkeit bleibt garantiert innen, riecht dann auch dementsprechend schimmlig. Ein Wärmedämmverbundsystem rechnet sich nur bei ganzjähriger Nutzung.
Lothar Hunziger



Ein WDVS...



...gehört zu den Investitionen die sich:
a) nicht rasend schnell amortisieren
b) die nicht unbedingt in Heimwerkermanier selbst gemacht werden sollten.
Zu a): Bei einer normal genutzten Immobilie mit schlechtem Dämmwert sagt man gerne, wenn der Putz ohnehin erneuert werden muß, dann ist es sinnvoll zu dämmen, da die Differenz zwischen Neuputz und Neuputz plus Dämmung nicht mehr so hoch ist (Je nach Ausführung, Ausgangsbedingungen, etc.). Zum Beispiel muß so oder so ein Gerüst her. Aber bei einem Ferienaus könnte die Dauer, die diese Differenz zur Amortisation benötigt, immer noch sehr lange sein.
zu b) Ein WDVS muß eine Systemlösung sein. Es geht weit über ein "Ankleben" von Styroporplatten hinaus. Das fängt mit der Befestigung der Platten an, geht über die Verankerung derer und hört bei der Armierung auf (Ich rede noch nicht vom Oberputz). Ebenso gibt es unter Umständen Brandschutzvorschriften, die bei den Fensteröffnungen beachtet werden müssen. Nicht ganz einfach sind ebenso Anschlüsse an Fenster, Türen, Traufseite, Giebelseite. Das muß sauber gemacht sein. Paßt der Aufbau hinter dein Fallrohr von der Dachrinne? Wie sieht es mit den Fensterbänken aus, stehen die dann noch über? Dachüberstand (bei 4 cmm eher unproblematisch)? Meine persönliche Meinung (bei einer normal genutzten Immobilie) wäre, wenn die drei Fragen zuvor mit ja beantwortet werden können, ist die Dämmung eh zu wenig.
Also wenn du mich fragst, laß es.

Gruß Patrick.



@Lothar:



welche Feuchtigkeit, wenn niemand da ist? Dann müßte ja schon fast sowas wie ein kleiner Bauschaden vorliegen... Und schau mal bitte nach dem SD-Wert von Polystyrol, so jämmerlich dicht, wie immer getan wird, ist der nämlich gar nicht...
Aber sein lassen soll er es trotzdem, bringt nix in seinem Falle.

Gruß Patrick.



Definiere "lohnen"



"Lohnen" ist ein relativer Begriff.

Wenn Ihr im Winter im Haus sitzt, und es ist kalt an allen Ecken & Enden, dann kann sich eine Wärmedämmung schon lohnen - weil man nämlich sonst keine Lust hat, dort zu sein. Wieviel ist Behaglichkeit wert?

Wenn Holz in den Wänden ist, kommt außen eigentlich nur eine diffusionsoffene Lösung in Frage.

Aber vielleicht ist - je nach Lage - auch eine solare Heizung sinnvoll? http://www.solarventi.de/