Innendämmung im Holzhaus

24.01.2013 Okraschote



Liebe Community,

ich heiße Kerstin, bin 37 Jahre alt und nachdem ich quasi über Nacht zum Heimwerker geworden bin (werden musste), sind doch noch einige Fragen offen geblieben, auf die ich hier hoffe Antworten zu finden. Ich bin vielleicht nicht ganz richtig hier, weil ich kein Fachwerkhaus habe, aber ich habe bei Euch schon so viele interessante und hilfreiche Beiträge gefunden, dass ich mir vorstellen kann, auch mit speziellen Fragen zur Holzbauweise Antworten zu bekommen.

Wir haben uns kürzlich ein kleines Holzhaus (Ständerwerk - das einzige gemauerte darin ist der Kamin) gekauft, an dem wir im Moment fleißig arbeiten, um den Einzug spätestens zum 31.03. hinzubekommen.

Im Moment möchten wir eines der Zimmer für unsere Vögel herrichten. Dieses Zimmer ist allerdings etwas besonderes. Es war ursprünglich als überdachter Freisitz angelegt, der dann mit dünnen Wänden und Fenstern zu den beiden offenen Seiten verschlossen wurde, die beiden anderen Seiten sind quasi durch die Außenwände des Hauses gebildet. Dieser Raum ist nicht an die Heizung des Hauses angeschlossen, sondern im Moment unbeheizt, wir möchten die angestrebte Temperatur dort über einen kleinen Elektroofen erreichen. Um uns von den Stromkosten nicht auffressen zu lassen, müssen wir diesen Raum unbedingt isolieren.

Der Boden besteht aus Holzdielen, die einfach auf das Ständerwerk geschraubt wurden, darunter ist nichts (der Raum ist ca. 1m über dem Boden wegen Hanglage des Grundstücks. Die Wände unter den Fenstern sind ebenfalls mit Holzbohlen gestaltet und vermutlich nicht gedämmt. Außerdem gibt es noch eine Glastür nach draußen, über der Glastür ist eine Art Fenster, das im Prinzip nur aus einer dünnen Plastikscheibe besteht. Dieses Fenster und die Tür möchten wir dauerhaft verschließen (vielleicht OSB?).

Eine Außendämmung kommt eher nicht in Frage für uns, wir möchten den Raum gern von innen dämmen und zwar die beiden Außenwände, die verschlossene Tür und den Fußboden.

Wir hatten uns schon für Styropor entschieden, für den Boden gibts ja trittfestes, für die Wände würden wir dann einfache Styroporplatten (ca. 5cm dick) verkleben wollen. Dabei müssen wir uns ganz genau mit der Schimmelproblematik beschäftigen, denn einer unserer Papageien hat eine asthma-ähnliche Krankheit, die durch Schimmelpilze ausgelöst wird, daher ist ein gesundes Raumklima extrem wichtig.

Wie gehen wir jetzt mit der Dampfsperre vor? So wie ich gelesen habe, muss die innen an der Isolierung sein, ist das richtig? Andererseits möchten wir natürlich auch von außen keine Feuchtigkeit an die Isolierung lassen, kann man die Folien auch von beiden Seiten der Isolierung befestigen? Wir könnte man dann den Innenausbau vor der Isolierung schön gestalten? Wenn da bloß die Folie zu sehen ist, sieht das ja bescheiden aus, ein bisschen schön darf es schon sein, wenns dann noch vogelsicher ist (die Papageien nagen gern an Holz, Pappe usw.), wär es umso schöner. Dünne Rigipsplatten vielleicht? Gehen wir bei der Dämmung am Fußboden und unter der Decke genauso vor?

Ich häng mal ein Bildchen vom Zimmer dran, auch wenn auf dem Bild noch der ganze Müll rumsteht, da wir die drei Schichten PVC vom Boden entsorgen mussten, kann man vielleicht doch was erkennen.

Herzliche Grüße
Kerstin



Dämmung



Hallo Kerstin,

ein ausgewiesener Fachmann bin ich nicht - saniere aber gerade mit Eifer an einem alten Haus und habe dadurch schon einigen gelernt und erfahren - auch dass bei mir im Haus eine Styropor-Dämmung Schimmelbildung gefördert hat....

Eine Möglichkeit könnte (!! ob das in der Praxis klappt weiß ich nicht) folgendes sein:
- Anschrauben von Kanthözern, senkrecht
- dazwischen eine Dämmung mit Hanfplatten, passend zu den Kanthölzern
- neue Innen-Wand mit Rauspundbrettern aufbauen
Evtl müsste zusätzlich hinterlüftet werden?

Den Boden und Decke würde ich genauso machen, evtl außen mit Brettern so verschließen, dass das "Nichts" verschlossen wird, um so etwas Zugluft zu verringern.

Wenn Euer Papagei diese Krankheit hat, würde ich auf OSB verzichten (wegen Ausdünstungen von Lösungsmitteln etc ) und stattdessen die Rauspundbrettern verwenden (habe ich hier im Forum gelesen)

Warum Hanf?
Er kann im Gegensatz zu Mineralwolle auch mal feucht werden und er wird von Insekten gemieden

Ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen... und grüße in die Nachbarschaft (Odenwald)





Hallo Andreas,

danke für Deine Antwort. Von Styropor sind wir inzwischen auch schon wieder abgekommen (haben auch erst mal ein anderes Zimmer in Angriff genommen), die Hanfwolle als Dämmmaterial schauen wir uns auf jeden Fall mal an.

Viele Grüße
Kerstin