Dämmung von Dach und Wänden

28.06.2014 Der Skeptiker



Hallo erstmal,

ich bin schon seit einigen Wochen in diesem Forum aktiv am lesen, da wir ein Fachwerkhasu gekauft haben. Über das Haus selber gibt es leider keine Unterlagen mehr. Es ist Baujahr ca. 1910-1920. Ich habe schon eine Menge lernen können und wollte an dieser Stelle noch einige Wissenslücken geschlossen wissen. Danke ersteinmal an alle, die die ganze Beiträge geschrieben haben, so dass es überhaupt möglich ist viel zu erfahren.

So nun zum ersten Problem mit dem Dach:
Es handelt es sich bei dem Dach um ein Steildach, dass vor ca. 10-15 Jahren neu gedeckt wurde und somit super in Schuss ist. Es ist eine Hinterlüftung von ca 50mm gegeben, dann kommt ein Unterspannbahn DELTA-FOL SPF. Die Sparrenbreite ist 120mm und Höhe 140mm. Der lichte Abstand beträgt ca. 730-750mm. Ich habe hier im Forum gelesen, dass es bei nicht diffusionsoffenen Dämmstoffen zu Feuchtigkeitsproblemen kommen kann, was ja Stein- und Mineralwolle sind. Ich habe mal unter u-wert.de die Sachen eingegeben und ein bischen rumprobiert. Ursprünglich hatte ich vor, ISOVER WLG-032 und eine Dampfbremse mit variablem Feuchtetransport zu verbauen. Der U-Wert-Rechner sieht hier keinerlei Feuchtigkeitsprobleme. Habe ich da was falsch verstanden?

Wenn ich auf 180mm aufdoppel, dann komme ich auf einen U-Wert von 0,231, was ja sogar EnV konform ist. Der Hitzeschutz ist zwar noch nicht optimal, aber der Dachboden soll vorerst nicht ausgbaut werden.

Die Dachfläche ist mit 210qm einfach sehr groß, so dass die Kosten dementsprechend sind. Alternativ hatte ich den Gedanken einfach den Boden mittels Balken eine Höhe zu geben und darin einfach das Dämmmittel einzubringen. Dann Dampfbremse drauf und da drauf OSB. Somit könnte der Dachboden später auch noch ausgebaut werden. Die Bodenfläche ist einfach sehr viel kleiner. Wäre das ein mögliches Vorgehen?

Zu meinem doch deutlich größeren Problem mit den Wänden:
Der Vorbesitzer hat im unteren Stock einfach die Außenwände von innen mit YTONG 100mm zugemauert und darauf 10mm Fermacell geklebt. Ich wollte gerne wissen, ob ihr hier Probleme für das Fachwerk seht. Laut U-Wert-Rechner sind hier nämlich zwischen Außenwand und Ytong Feuchtigkeitsprobleme zu erwarten. Ich habe den Fermacell abgenommen und wollte eigentlich den Ytong stehen lassen, da sämtliche Heizungsinstallationen auf den Ytong gemacht wurden. Ich habe aber mittlerweile Angst, dass das Fachwerk Schaden genommen hat oder nehemn könnte. Der Aufbau sieht insgesamt so aus: Auf den Wetterseiten Eine hässliche Außenverkleidung, wahrscheinlich Eternit, sieht nicht schön aus, schützt aber das Fachwerk, weil mit Hinterlüftung. Dann Fachwerk mit Ziegel ausgemauert. Dann ca. 30mm alter Sandputz, dann der Ytong und dann Fermacell.

Was meint ihr, ist es vertretbar den Ytong stehen zu lassen?

Wenn ich laut u-Wert-Rechner noch 60mm Minerallwolle draufpacke und darauf ne Dampfbremse ist plötzlich alles tutti...?!



Fachwerksanierung



Beten Sie den U Wertrechner nicht als Goldenes Kalb an.
Alles kann der nicht, manches ist falsch.
Ihre Einschätzung das Mineralwolle nicht diffusionsoffen wäre ist falsch. Es gibt keinen diffusionsoffeneren Dämmstoff, allerdings ist Mineralwolle nicht kapillar leitfähig.
Man kann sie im Dachbereich verwenden, aber dann mit innenliegender Dampfbremse. Die sollte sorgfältig verarbeitet sein. Wenn Sie dann für eine ordentliche Belüftung und Beheizung sorgen ist Mineralwolle als Dämmung einsetzbar, allerdings mit den genannten Nachteilen im sommerlichen Wärmeschutz.
Bei den Wänden kann nur eine Einschätzung vor Ort helfen zu klären ob das ins Sanierungskonzept passt oder nicht. Man reißt nicht so einfach Vormauerungen raus weil man glaubt vielleicht wäre das falsch. Wissen ist besser als glauben.