Fachwerkdämmung bei Hüllflächentemperierung

16.10.2011



Hallo zusammen, ich habe ein Haus Baujahr 1690 erworben. Das EG ruht auf einem Keller mit Tonnengewölbe. Die ca. 50cm starke EG-Wand und das Gewölbe bestehen aus Bruchsandstein. Das OG ist als Fachwerk, beidseitig verputzt, errichtet worden. Nachdem ich die Tragwerkschäden (Vornutzer) behoben haben werde, stellt sich die Frage nach der energetischen Modernisierung. Nachdem ich mich jetzt die Thesen von K. Fischer und C.Meier gelesen habe, denke ich, dass es doch einen Mittelweg zwischen WDV und gar nicht dämmen geben müsste. Die Sandsteinwand im EG kann bleiben wie sie ist. Meine Frage ist: Setze ich eine Vormauerung (Leichtlehmsteine, Backsteine) innen vor das Fachwerk (OG), um Speichermasse für Strahlungswärme zu erhalten, oder stelle ich eine Innendämmung (Schilfrohr+Lehm -bzw. Kalkputz) mit Wandheitzung her, oder belasse ich einfach alles so wie es ist und stelle von Konvektions- auf Strahlungswärme um??? Wer hat mit welcher Variante schon gute Erfahrung gesammelt?



Entoder Weder!



Hallo

Noch eine Meinung hier:

http://www.slow-house.de/slow-house/I-3.html

Der Link in der Mitte - runterladen und lesen.

Das Geld und die Risiken irgend einer Dämmaßnahme würde ich mir sparen.

FK



Ich empfehle...



...eine Innendämmung - Holzweichfaserplatte vollflächig in Lehm angesetzt, darauf Kammschienen und Heizrohre, und Lehmputz. Dann haben Sie tatsächlich eine Strahlungsheizung, die ein Wohnraumklima schafft.

Der Verzicht auf eine Dämmung ist ein beliebtes Thema hier, überzeugende Heizleistungen und sparsamer Verbrauch werden dem von einigen Schreibern hier nachgesagt, aber weder theoretisch noch praktisch nachgewiesen. Es widerspräche auch m.E. dem gesunden Menschenverstand, zu vermuten, 2 in eine dünne Außenwand (oder gar nur davor) gesetzte Rohre könnten einen Wohnraum hinreichend erwärmen UND aufgrund nicht nachweisbarer physikalischer Effekte auch noch eine Dämmung überflüssig machen.

Eine Temperierung mit 2 Rohren kann nicht in vergleichbarer Intensität heizen, Ihre Leistung muß zwangsläufig geringer sein, selbst mit stark erhöhter Vorlauftemperatur. Ich sehe sowas im Museum, nicht in einer Wohnsituation.

Unter dem angegebenen Link findet der mit Suchbildern erfahrene Leser denn auch einen der geschmähten Heizkörper :-)))

Mit den auch zuweilen als alternative Problemlöser gehandelte Heizleisten habe ich bisher keine guten Erfahrungen machen können.

Grüße

Thomas



Fachwerkdämmung bei Hüllflächentemperierung



Hallo und danke für Eure Antworten,

@Thomas
der von Dir beschriebene Aufbau ist meiner Meinung nach,der bei dem die geringsten bauphysikalischen Probleme zu erwarten sind. Allerdings beist sich die Innendämmung mit der Strahlungswärme doch ein wenig. Ob sich der Aufwand dann lohnt ist fraglich. Bei der Hüllflächentemperierung im Wohnbereich ist es natürlich nicht mit zwei Rohren in Fußbodennähe getan. Da kannst Du Dir auch mal den Link von Florian ansehen (selbst der K.Fischer hat Flachheizkörper bei sich zu Hause).
Wenn ich mir dann aber wieder die gedämmten Dächer im Winter ansehe... Also wenn... dann mit Lehm!
@Florian
Vielleicht spar ich mir den Aufwand wirklich, aber im Moment hoffe ich noch darauf den goldenen Mittelweg zu finden. Auffällig ist wie viele widersprüchliche (wissenschaftliche) Thesen im Umlauf sind. Den Bericht kannte ich schon, danke für den Link.
Viele Grüße
Marcus