Innendämmung und UW Wert Fenster

26.01.2013 kutscher



Hallo liebe Forumsmitglieder,
erstmal möchte ich mich herzlichst bedanken, dass ich meine unausgereiften Anfängerfragen hier stellen kann.. und noch nie ungeduldig abgebügelt wurde, weil ich keine Übersicht habe und sehr ungenau, am Anfang eines Entscheidungsprozesses Meinungen einhohle.
Euer Forum ist in meiner leicht überforderten Situation ein echter Segen !
Gestern waren wir mit einem Energieberater auf unserer Baustelle.. Nachdem ich den alten Lehminnenputz jetzt runterhabe ( ursprünglich wollte ich einfach neuen wieder aufziehen ), bin ich auf die Möglichkeit einer Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten gestossen. Also Wände ausgleichen, Platten auch bestreichen, in das Lehmbett drücken, Grundieren und dünner Lehmfeinputz. Die Wände haben eine Stärke von ca 20 cm, einige Gefache sind mit Ziegeln oder Bims gefüllt. Die Holzplatten gibt es z.B. mit 52 cm Dicke- muss ich den Taupunkt bestimmen lassen oder besteht keine Gefahr, dass er sich bei solchen Wandstärken mitten in die Balken verschiebt?
Und dann noch die Sache mit den Fenstern- habe mich mehr emotional für schöne Eichenholzfenster aus Deutschland entschieden,2-fach verglast, "hochwertig" (23 Stück ist keine Kleinigkeit).
Da die Kosten explodieren kam ich auf die Idee, eine KfW Einzelmaßnahmenförderung zu versuchen- und stelle fest, das der UW- Wert mit im Schnitt 1,8 weit über den geforderten Werten liegt. Ich werde natürlich auch beim Fensterbauer meines Vertrauens nachfragen aber gibt es dafür einen guten Grund, den ich noch nicht kenne ?
Danke und Gruß Anette



KfW-Maßnahmen am Fachwerk ...



... das würde ich mir wirklich gut überlegen. Wenn Du tatsächlich keine Übersicht bei dem Bau hast, dann würde ich jemanden dafür bezahlen, dass die Sanierung übersichtlich durchgeführt wird.

So mal schnell eine Außenwand von Innen dämmen geht daneben, wenn das gesamte Gefüge dabei nicht bedacht wird. Wie sind die Wand, Decke, Boden denn genau aufgebaut? Ist es ein Sichtfachwerk? Die Dämmplatten gibt es so zwischen 20 und 120mm (nicht 52cm) - es könnte aber gut sein, dass allein eine Wandheizung schon der bessere Weg wäre.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Innendämmung und UW Wert Fenster



..das Haus ist komplett verputzt, die Eingeborenen hier sagen, solange Sie denken können- also war es wahrscheinlich nicht als Sichtfachwerk gebaut.
Die Wände bestehen aus 20 cm Balken, die Gefache sind teils mit Lehm und teils mit allerleih gefüllt.
Unten wird das Haus einen neuen Putz bekommen, im ersten Stock bis unter den Giebel wollen wir das Fachwerk freilegen. Deshalb die Idee mit den Dämmplatten ( ich habe wohle welche mit 52 cm gefunden). Da unser ganzes Projekt nur mit größtmöglicher Eigenleistung steigt, kann ich nicht mehr viel abgeben an Aufgaben. Immerhin haben wir uns jetzt einen Energieberater mit an Bord genommen, der eine Ermittlung des Taupunktes empfiehlt, um Innendämmung und Wand aufeinander abzustimmen.Ansonsten Balken im Boden/Decke, mit Lehm/Sand aufgeschüttet auf Holzlatten. Außer in der Küche und im Bad in aufbaufähigem Zustand.
Ist eine Taupunktbestimmung bei einer Wandstärke von 20cm und einer Dämmung von ca. 6 cm nötig?



Den Taupunkt



kannst Du dir beim rumspielen mit dem U-Wert Rechner anschauen (http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?cid=RS0JaIZn). Ist nur so grob zu sehen, da sich z.B. mit Wandheizung ganz andere Aspekte ergeben.
ich hab so ungefähr die gleiche Bauweise wie bei euch, ebenfalls Fachwerk, von Ziegel über Lehm und Natursteinbrocken steckt da ein bunter Mix in den Gefachen. War ebenfalls nie als Sichtfachwerk gebaut. Ich bin mittlerweile von der Idee Innendämmung abgerückt da mir die ordentliche Einbindung und Anschlüsse der Innenwände und Decken/ Fußböden zu unsicher ist. Eine durchgehende äußere moderate Schicht Dämmung, ev. Vorsatzschale hinterlüftet Lärche o.ä. finde ich streßfreier. Natürlich muß man die jeweiligen Gegebenheiten wie Dachüberstände, Wetterseite, Fenster u.ä. berücksichtigen.
Da sowieso der Außenputz und Dach fällig sind ist das Gerüst eh am Haus und und dann ist es ein Abwasch.
Fenster sind bei mir alte Kastenfenster mit Wintervorsatz und die bleiben, so zu erhalten sind, auch drin,
und dann gibts da noch ne EnEv 2009 ;-)) aber die läßt auch n paar Schlupflöcher..



Erst planen, dann bauen



Eine Innendämmung, besonders mit Holzweichfaserplatten, würde ich definitiv nicht mal "eben so" an die Wände klatschen. Bei einem Fachwerkhaus kann da sehr viel schiefgehen.

Insgesamt ist ein kompletter Umbau nur schwierig zu realisieren, wenn du keinen Überblick hast. Denn was bringen dir die schönen Holzfenster, wenn du nachher kein Geld mehr für den Rest hast? Außerdem sollte alles aufeinander abgestimmt sein, damit dir nicht irgendwann z.B. die Wand absäuft.

Falls du KfW-Gelder beantragen willst brauchst du a) einen Sachverständigen und b) musst das beantragen BEVOR du anfängst. Und vor allem muss das von einem Handwerker ausgeführt werden. Ob das für dich in Frage käme musst du entscheiden, die Infos auf der Hmepage der KfW sind ja recht umfangreich.



Taupunkt



Hallo kutscher,

Den U-Wert-Glaserechner können Sie nur als "worst- case" Methode nutzen. Für die Beurteilung einer kapillaraktiven , diffusioffenen Innedämmung bedient man sich eines Simulationsverfahrens--- Bauphysik wird hier nicht gerechnet, sondern simuliert.
WUFI, Delphin , Cond heissen die Programme.
Hier werden auch die einbindenten Bauteile berücksichtigt.

Den Taupunkt sollten Sie selber bestimmen: Kondensationsebene hinter der Innendämmung.

Dann gibt es 2 Feuchteflüsse
1. Kondenswasser hinter der Dämmung.
2. Kapillarer Feuchtefluss zur trockenen Seite.(wie: Zuckerstein berührt Kaffee).

Vielleicht sollte man es garnicht "Dämmung" nennen, sondern:

Wandverdickung mit Materialien ähnlicher Eigenschaften.
viele Grüße



Taupunkt



vielen Dank für diese Meinungen und weiterführenden Links-
laut U- Wert Rechner wäre die Holzfaserplatte nass- wir werden das mit unserem Energieberater besprechen und dann mit 32 cm Holzfaserplatte ausführen. " Wandverdickung" trifft das wohl eher, was wir vorhaben.
Wie aber kann ein Haus, 20 Jahre nicht bewohnt, Fassade noch außen mit Rillenputz und Silikatfarbe komplett zu, so gut dastehen- ohne Schimmel, Schwamm - taufrisch im Innern und durch unsere Maßnahmen ( mit Lehm + Holz ! ) aus dem Gleichgewicht kommen?