Dachausbau mit darunterliegendem Bad und Küche

21.09.2006



Hallo zusammen,

bin derzeit nach einer Dachsanierung dabei den Ausbau vorzubereiten. Auf ca. 55qm mit Holzbalkendecke haben wir Dämmung der Zwischenräume mit Rockwool geplant, der Boden ist bereits ausgeglichen und darauf sollen nun 25mm OSB, Trittschall etc. aufgebracht werden. Was nicht berücksichtigt wurde ist, dass darunter ein Bad und eine Kücke liegen. Diese sind beide mit einer Nut und Feder Decke verkleidet, von oben sehe ich nur "Gipserlatten" und darunter ein alte Gipsdecke. Muß hier noch eine Dampfsperre/Dampfbremse in den beiden Räumen unterhalb über die Nut u. Federkonstruktion angebracht werden (von oben leider kein Zugang möglich)um somit den Wasserdampf aus der zukünftigen Decke rauszuhalten?
Zuvor waren die Zwischenräume mit Spreu gefüllt (Beim Entfernen Staubtrocken und kein Schimmel)

Für Mithilfe wäre ich sehr dankbar (auch wenn es mehr Arbeit machen wird :-))

Gruss Stephan Grimm





Hallo Herr Grimm,
genaue Angaben kann ich Ihnen auf diesem Wege leider nicht machen, da allzu viele Faktoren noch nicht berücksichtigt sind und diese in die weiteren Überlegungen einfliessen müssen. Überlegen Sie jedoch bitte, ob Sie die Mineraldämmung nicht gegen eine Zellulosedämmung austauschen. Die OSB-Platten sollten Sie vergessen, legen Sie lieber einfache Dielen aus. Die Deckenbalken werden es Ihnen langfristig danken. Mit den "Gipserlatten" meinen Sie sicherlich das Holzstabgewebe bzw. die Pliesterung. Was dadurch so hell heraus quillt, kann auch Kalk sein.
Grüße
Bernd Kibies



Warum



haben Sie die Spreu entfernt?



Spreu entfernt/Bodenverstärkung



Ja wir haben die Spreu entfernt, da es ständig Mäuse gab.
Die Balken wurden bereits seitlich vom Zimmermann verstärkt mit 6-8cm Dielen um so den Boden auszugleichen und die Abstände von bis zu 90 cm zu verringern.

Gruss Stephan



Dachbodenausbau



Guten Tag Herr Grimm,

soweit so gut - keine Einwände ! Was an Zellulose besser sein soll, als ein dicht eingebauter Steinwolle, ist mir unklar.
Bei der OSB-Platte achten Sie bitte darauf, daß die Stöße nur auf den Balken liegen und nicht im Feld, sie muß in jedem Fall 25 mm oder dicker sein.
Wenn Sie einen guten Trittschallschutz haben wollen, dann muß dieser noch darauf aufgebaut werden. Wenn Sie ohne Trittschallschutz auskommen, dann geht es auch so.
Mit Feuchtigkeit aus Küche und Bad bekommen Sie dann Probleme, wenn
- Küche und Bad nicht gut gelüftet werden
- oben nicht oder nur sporadisch geheizt wird
- dichte Beläge gewählt werden.
Unter allen anderen Bedingungen kommen Sie ohne Dampfsperre aus. Trotzdem würde ich eine Rauhfasertapete mit Aluminiumeinlage von unten kleben, ist eben sicherer.



Iso material



Guten Tag Hr. Beckmann,
zunächst vielen Dank für Ihre Hinweise.
bei den OSB Platten haben wir 26mm gewählt und werden einen Trittschall danach aufbringen. Die großen Felder wurden aber zuvor noch mit Holz verstärkt um somit Schwingungen abzufangen.Zellulose auch als Dachisolierung ist noch nicht so lange auf dem Markt, als dass man lt. meinem Zimmermann echte Vergleiche mit anderen Produkten herstellen könnte. Freunde haben von guten Erfahrungen berichtet. Trotzdem habe ich auf die Steinwolle gesetzt. Vor allem kann ich da auch selbständig arbeiten (ohne zusätzlichen Fremdeinsatz mit Maschinen). Auch andere Alternativen (wie Hanf)schienen mir zu (extrem) teuer. (Gesamt-Dachfläche 277qm)

viele Grüße

Stephan



Zellulosedämmung



ist in Deutschland seid fast 25 Jahren auf dem Markt. In Skandinavien seit Beginn des 20. Jahrjunderts, in Nordamerka seit den 30er Jahren.
Rockwool hat 1937 mit der Produktion von Steinwolle in Dänemark begonnen. Wo ist da der Unterschied?
Noch ein paar Bemerkungen zur Zellulose:
- Recyclingprodukt mit dem niedrigsten Energieeinsatz bei Dämmstoffen in der Herstellung. 70 kWh/m³ (Vergleich Steinwolle 500 kWh/m³)
- Höhere Rohdichte --> besserer Schallschutz und besserer sommerlicher Wärnmeschutz
- keine Ausdünstungen
- wiederverwendbar
- fertig eingebaut preislich gleich mit Mineralwolle
- kapillar leitfähig





Sehr geeehrter Herr Beckmann,
welche Vorteile "Steinwolle" gegenüber einer Zellulosedämmung hat, können Sie doch gerne mal an dieser Stelle erklären.
Netterweise hat Herr Heim ja schon etliche Vorteile der Zellulose-Dämmung benannt.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



das Wichtigste



in diesem Zusammenhang jedoch nicht genannt:

Dämmstoffe mit Zellstruktur (Zellulose, Hanf, Wolle , Baumwolle etc.) habe eine gute Fähigkeit, Feuchtigkeit schadensfrei zu speichern. Mineral- und Glaswolle haben diese Speicherfähigkeit nicht. Eindringende Feuchtigkeit wird sich sofort als Wasser / Kondensat niederschlagen mit all den bekannten nachteiligen Folgen.

Allein aus diesem Grunde wende ich nur noch Dämmstoffe mit Zellstruktur an.

mit besten Grüssen,
jh





Sehr geehrter Herr Beckmann,
Sie schreiben:
"Trotzdem würde ich eine Rauhfasertapete mit Aluminiumeinlage von unten kleben, ist eben sicherer."
Hört sich interessant an, denn bis heute habe ich gedacht, daß die Konstruktion dem Gruselkabinett der Heimwerker- und Baumärkte entspringt. Habe ich jahrelang falsch gehandelt? Liegen Ihnen den langfristige Erfahrungen damit vor? Wie und wo schließen Sie denn mit Ihrer Alufolie an?
Ist es dann nicht auch sinnvoll, diese mit einer Kunststoff-Dispersionsfarbe oder besser noch mit einer Latexfarbe zu streichen?
Es grüßt Sie ein neugieriger
Bernd Kibies